31. August 2020   Investment

Eine Wette auf die Elektromobilität

Profiteur der Elektromobilitt

Viele Verbraucher nutzen die Produkte von Samsung SDI, ohne es zu wissen: In zahlreichen kleinen Geräten wie Laptops, Tablets, Smartphones und Powerbanks stecken die kleinen Energiespeicher von Samsung nämlich drin. Außerdem produzieren die Südkoreaner Elektronikkomponenten, die für die Herstellung von Chips, LCD- und OLED-Bildschirmen und Solarzellen notwendig sind.

 

Doch ein Investment in Samsung SDI ist auch eine Wette auf den Durchbruch der Elektromobilität: Laut Navigant Research gehört Samsung SDI (ISIN US7960542030) schon heute zu den drei führenden Herstellern von Batteriezellen für Elektroautos weltweit – neben LG Chem und Panasonic. Und für die Batteriehersteller sind Elektroautos der wichtigste und mit Abstand größte Wachstumsmarkt. Bis 2030 soll die Zahl der jährlich neu zugelassenen Elektrofahrzeuge weltweit auf über 20 Millionen steigen, sagt eine Studie der Unternehmensberatung Roland Berger voraus. Dafür müssten die Kapazitäten zur Herstellung von Batteriezellen explosiv wachsen: von 70 Gigawattstunden im Jahr 2017 auf bis zu 1600 Gigawattstunden im Jahr 2030.

Eine Umfrage der Marktforschung Puls zeigt, dass viele Verbraucher Elektroautos derzeit noch nicht für alltagstauglich halten. Hohe Preise, mangelnden Lademöglichkeiten und geringe Reichweiten sind die Hauptprobleme, die Kunden bei den Stromern sehen. Doch diese Probleme sind lösbar.

 

Die Politik will den Wechsel

Das Problem der hohen Preise von Elektroautos geht die Politik unter anderem mit hohen Kaufprämien an. Nicht nur in Deutschland werden dafür 600 Mio. Euro bereitgestellt, die EU setzt auf ein ähnliches Programm. Zuschüsse in Höhe von mindestens 20 Mrd. Euro stehen im Raum, hinzu kommen Prämien in vielen einzelnen Ländern. Damit sinken die Anschaffungskosten für den Verbraucher spürbar. Zusammen mit höheren Stückzahlen und technologischem Fortschritt sollten die Preise bald mit Verbrennern konkurrieren können.

Bei der noch fehlenden Infrastruktur tut sich bereits ebenfalls einiges.: Die Politik will den Umstieg auf alternative, emissionsfreie Antriebe.: Für den Aufbau von Ladepunkten will der Bund im Rahmen seines Konjunkturpakets eine halbe Milliarde Euro zusätzlich einsetzen. Zeitgleich kommt der Aufbau privater Ladesäulen voran. Bis 2030 soll es eine Million Ladepunkte geben. Das Problem fehlender Lademöglichkeiten hätte sich damit entspannt.

 

Feststoffbatterie als nächster großer Schritt

Für das Problem der geringen Reichweite könnten die Batteriehersteller selbst die Lösung bieten. Es ist wohl nur noch eine Frage der Zeit, bis Forscher die nächste Generation Energiespeicher für Elektroautos präsentieren. Experten sind sich einig, dass Feststoff-Akkus der nächste große Schritt sind.

 

Samsung SDI ist auf diesem Gebiet bei der Forschung ganz vorne mit dabei. Das Unternehmen hat erst im März den Prototyp einer neuartigen Feststoffzelle vorgestellt, die ohne Lithium-Anode auskommt. Mit einer Ladung sollen die neuen Super-Batterien die Reichweite von Elektroautos auf bis zu 800 Kilometer hinaufschrauben. Grund ist eine viel höhere Energiedichte, außerdem benötigen die Zellen nur die Hälfte des Platzes eines herkömmlichen Lithium-Ionen-Akkus. Beim Thema Sicherheit hat der Feststoffzellen-Akku ebenfalls große Vorteile: Da keine Flüssigkeit benötigt wird, sinke die Brennbarkeit bei einem Auto praktisch auf null, heißt es.

 

Marktreife der neuen Technologie ab 2025?

Sollte Samsung SDI eine solche Batterie zur Marktreife bringen, würde das die Elektromobilität weit nach vorn bringen. Die Fraunhofer-Gesellschaft als größte Organisation für anwendungsorientierte Forschung in Europa zeigte sich von den Laborwerten der Feststoffbatterien beeindruckt. Vor allem die hohe Energiedichte mache sie für den Einsatz im Automobil höchst interessant, heißt es dort. „Das teilweise hohe Engagement wichtiger industrieller und wissenschaftlicher Akteure lässt darauf schließen, dass erste Feststoffbatterien in größerem Maßstab ab etwa 2025 auf den Markt kommen könnten“, schreibt die Forschungsorganisation in einer Studie zur Elektromobilität.

 

Mit Samsung SDI investieren Anleger in einen führenden Batteriehersteller, der in einem Zukunftsmarkt mit enormen Wachstumspotenzial operiert. Die Aktie notiert derzeit nahe der historischen Höchststände, unterliegt aber zeitweise großen Schwankungen. Für Anleger mit schwachen Nerven ist der Titel also eher ungeeignet. Wer jedoch daran glaubt, dass sich der elektrische Antrieb im Automobil der Zukunft durchsetzen wird, der kommt an den Südkoreanern kaum vorbei. Investieren können Anleger in Deutschland in ein Global Depository Receipt (GDR). Hierbei handelt es sich um ein Zertifikat, welches das Eigentum an der Aktie verbrieft. Es wird daher etwa in Fondsprospekten als normales Investment in herkömmliche Aktien betrachtet. Dennoch bleibt es ein Zertifikat mit entsprechenden Risiken.

 

Samsung SDI (ISIN-ADR: US7960542030)


 

Quelle: investing.com | Stand: 31.8.2020

 

Zahlen für 2019 und 2020e

 

2019

2020e

Umsatz

7.130 Mio.

8.080 Mio.

EBITDA

930 Mio.

1.160 Mio.

EBIT

330 Mio.

450 Mio.

Nettoergebnis

250 Mio.

410 Mio.

EPS

3,80

5,52

Dividenden

0,71

0,70

ROE

3,23 %

4,33 %

KGV

43,9

59,7

KBV

1,25

2,51

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 Alle Angaben in Euro; Quelle: marketscreener.com

Christian Weber, Redaktion AnlegerPlus



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