25. März 2019   Investment

Erster Börsentag ist kein Indikator

iStock 15

Wird eine Aktie erstmals an der Börse gehandelt, erlaubt der Kursverlauf des ersten Tages (IPO-Tag) keinen Rückschluss auf die künftige Wertentwicklung. Bei rund der Hälfte der Börsengänge entwickelten sich die Kurse einer Untersuchung der cometis AG zufolge später sogar gegenläufig zur Tendenz des ersten Börsentages.

In die Studie flossen die Kurse von 41 Neuemissionen am deutschen Aktienmarkt seit Januar 2014 über einen Zeitraum von zwei Jahren nach deren Börsengang ein. Bei 20 Unternehmen entwickelten sich die Kurse in den folgenden zwei Jahren entgegen der Tendenz des ersten Börsentags: Bei 13 Unternehmen, deren Schlusskurs beim IPO über dem Ausgabepreis lag, waren in den zwei Folgejahren teilweise deutliche Kursverluste festzustellen. Dagegen konnten sieben Gesellschaften entgegen dem ungünstigen Kursverlauf des ersten Handelstages in der Folgezeit teilweise deutliche Kursgewinne verzeichnen.

Bei 21 Aktien bestätigte sich die Tendenz des ersten Handelstages in den folgenden zwei Jahren. Davon zeigten 14 Gesellschaften einen weiteren Kursanstieg – genau wie am ersten Tag. Zugleich litten sieben Gesellschaften, deren Schlusskurs bereits am ersten Handelstag unterhalb des Ausgabepreises lag, auch in den beiden Folgejahren unter anhaltender Kursschwäche.

Nach Ansicht der cometis-Experten sind die Weichen für den längerfristigen Erfolg eines Börsengangs bereits vor dem Handelsstart gestellt. Die Unternehmen müssten ihr Selbstverständnis als „public company“ verinnerlichen. Dazu sei es entscheidend, nicht nur die vor dem Börsengang angekündigten Ergebnisse zu liefern, sondern auch kontinuierlich und professionell mit dem Kapitalmarkt kommunizieren.

Die Bandbreite der in der Studie untersuchten Unternehmen ist groß: Covestro (+ 198 %), Siltronic (+ 174 %) und BRAIN (+ 171 %) verzeichneten nach zwei Jahren dreistellige Kurszuwächse. Dagegen verloren die Anleger der beiden chinesischen Unternehmen Tintbright und JJ Auto sowie des inzwischen insolventen deutschen Modeausstatters Steilmann jeweils mindestens 99 % ihres Investments. Dabei hatte beispielsweise der Aktienkurs von JJ Auto am ersten Handelstag non 6 % zulegen können.

Redaktion AnlegerPlus



Diese Website verwendet Cookies. Mit der weiteren Nutzung dieser Website, akzeptieren Sie unsere Datenschutzerklärung und die Verwendung von Cookies und um Ihnen spezielle Services und personalisierte Inhalte bereitzustellen. Weiteres erfahren Sie unter der Rubrik Datenschutz.

X schließen