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19. August 2021   Markt

Etwas schlechtere Vorhersagen

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Die Qualität und Transparenz der Prognoseberichte von DAX-Unternehmen hat sich im Berichtsjahr 2020 leicht verschlechtert, wie eine jährliche Studie von Kirchhoff Consult ergab. Pandemiebedingt wurden die meisten Prognosen nicht erfüllt.

 

Gegenstand der Studie ist die Analyse der qualitativen und quantitativen Angaben zur zukünftigen Geschäftsentwicklung in den Geschäftsberichten 2020 der DAX30-Unternehmen. Zudem wurden die Qualität der Prognosen des Vorjahres anhand eines Vergleichs mit den erzielten Ergebnissen sowie der Einfluss der Pandemie auf die Prognoseberichterstattung untersucht.

Demnach quantifizierten 27 der 29 analysierten Unternehmen 2020 ihre Ergebnisprognose auf Konzernebene und/oder für alle ihre Geschäftssegmente. Vor zwei Jahren hatten noch alle DAX-Unternehmen eine quantifizierte Ergebnisprognose vorgelegt. Sieben Unternehmen – und damit eines weniger – geben eine mittelfristige Ergebnisprognose für einen Zeitraum von mehr als einem Jahr ab.

 

Zwei Unternehmen mit „niedriger Transparenz“

Die Gesamtwertung der Prognosetransparenz erfolgte anhand der drei Kategorien „hohe Transparenz“, „mittlere Transparenz“ und „niedrige Transparenz“. Mit 14 Unternehmen erreichte fast die Hälfte der DAX-Unternehmen die Kategorie „hohe Transparenz“ – 2018 waren es noch 15 Unternehmen. Den besten Prognosebericht stellt wie schon bei der vergangenen Erhebung die Deutsche Telekom bereit. Neu in die Kategorie „hohe Transparenz“ schafften es Daimler, E.ON, RWE sowie die beiden DAX-Neulinge Deutsche Wohnen und Siemens Energy. Zugleich stiegen fünf Unternehmen in die Kategorie „mittlere Transparenz“ ab. Die Deutsche Bank und Delivery Hero prognostizierten weder ein Ergebnis auf Konzern- noch auf Segmentebene für 2021 und fielen daher in die Kategorie „niedrige Transparenz“. In Ermangelung eines Prognoseberichts für den Konzern fiel Linde erneut aus der Wertung.

 

Der Prognosebericht der Deutschen Telekom ist mit elf Seiten der längste und erfüllt zugleich von allen untersuchten Unternehmen die meisten Transparenzanforderungen. Allerdings können deutlich kürzere Berichte ebenfalls sehr transparent sein. Der Deutschen Wohnen und der Deutschen Post DHL genügen zwei Seiten, um das höchste Transparenzniveau zu erreichen.

 

Insgesamt niedrige Genauigkeit

Von den 21 untersuchten Unternehmen, die ihre Ergebnisse des Geschäftsjahres 2020 einer im Vorjahresbericht abgegebenen quantitativen Prognose gegenüberstellen, haben nur drei ihre Prognose erreicht. Drei weitere Unternehmen haben ihre Prognose übertroffen. Mit 15 Unternehmen hat die Mehrheit das prognostizierte Ergebnis jedoch unterschritten. Die auffällig niedrige Prognosegenauigkeit in diesem Jahr ist vor allem der negativen gesamtwirtschaftlichen Entwicklung im Zuge der Covid-19-Pandemie geschuldet. Dies geht auch aus den Begründungen der Unternehmen für die Prognoseabweichung hervor, die immerhin 18 der insgesamt 19 Unternehmen mit abweichender Prognose bereitstellen: Fast alle Unternehmen verweisen dabei auf die Pandemie.

 

Nichtfinanzielle Leistungsindikatoren

Während nichtfinanzielle Leistungsindikatoren für Unternehmen immer wichtiger werden und daher Teil der Transparenzkriterien für Prognoseberichte sind, haben die DAX-Unternehmen hier noch Potenzial. Nur elf der analysierten Unternehmen stellen eine quantitative Prognose zu nichtfinanziellen Indikatoren bereit, während ein weiteres Unternehmen qualitative Aussagen trifft. Obwohl ESG-Faktoren insgesamt an Relevanz gewinnen, zeigt sich hinsichtlich ihrer Integration in die Prognosen damit sogar ein leicht rückläufiger Trend.

 

Redaktion AnlegerPlus

Bild von kalhh auf Pixabay