17. Mai 2019   Börse

Ex-Bundesligist plant möglicherweise Börsengang

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Die Spielvereinigung Unterhaching hat Ende 2018 die Profiabteilung Fußball, die derzeit in der 3. Fußball-Liga aktiv ist, in eine KGaA ausgelagert und plant, diese voraussichtlich in diesem Sommer an die Börse zu bringen. Nach Borussia Dortmund wären die Münchner Vorstädter damit die zweite börsennotierte deutsche Fußballfirma.

 

Wie AnlegerPlus aus verlässlichen Finanzkreisen erfahren hat, plant die Spvgg Unterhaching als zweiter Profiverein in Deutschland den Sprung an die Börse. An die Börse gebracht werden soll der Profispielbetrieb, der in Form einer KGaA aus dem Verein ausgegliedert wurde. 75 % des Grundkapitals in Höhe von 3 Mio. Euro, eingeteilt in 3 Millionen Stückaktien, hält der e.V. Die restlichen 25 % liegen bei der Schwabl GmbH. Geplant sei, beim Börsengang über eine Kapitalerhöhung 11 Mio. Euro frische Mittel in die Spielvereinigung Unterhaching Fußball GmbH & Co. KGaA zu holen. Das öffentliche Angebot soll nach der aktuellen Fußballsaison im Sommer 2019 erfolgen. Das Listing ist im Marktsegment m:access der Börse München geplant.

 

Komplementärin der KGaA, der die Geschäftsführung obliegt, ist die Haching Verwaltungs GmbH. Geschäftsführer der GmbH ist Manfred Schwabl, der als Profispieler früher u. a. für den FC Bayern 1860 München und den 1. FC Nürnberg aktiv war. Schwabl ist seit 2012 außerdem Präsident des Vereins. Den Emissionserlös möchte das Haching-Management laut Finanzkreisen zu rund 2 Mio. Euro in das vom DFB ausgezeichnete Nachwuchsleistungszentrum des Vereins investieren. Ca. 6,5 Mio. Euro sollen in den Kader und das Stadion gesteckt werden und 2,5 Mio. in die Entschuldung. Mit dem Konzept des Börsengangs würde Unterhaching einen grundsätzlich anderen Weg als beispielsweise der Liga-Rivale 1860 München gehen, der sich vor Jahren einen Investor ins Boot geholt hat.

 

Die Investmentidee und Ziel des Vereins ist es, bis 2022 von der 3. Fußball-Liga wieder in die 2. Bundesliga aufzusteigen. Dies würde dem Verein neue finanzielle Dimensionen über TV-, Zuschauer- und Sponsoring-Einnahmen ermöglichen. Von dort aus könne man sich dann sowohl sportlich als auch finanziell weiterentwickeln. Die gezielte Förderung der eigenen Talentschmiede würde einerseits die Kosten für die Kaderzusammenstellung in Grenzen halten und zum anderen attraktive Transfers ermöglichen.

 

Wem die Spvgg Unterhaching noch kein Begriff ist, dem sei Folgendes mit an die Hand gegeben: Wir schreiben die Bundesligasaison 1999/2000, den 34. Spieltag. Bayer Leverkusen führt die Bundesligatabelle mit drei Punkten Vorsprung auf den FC Bayern an. 14 Spiele hatte die von Christoph Daum trainierte Mannschaft damals nicht mehr verloren. Bis sie an diesem besagten letzten Spieltag auf die Spvgg Unterhaching traf, die damals am Ende ihrer ersten Bundesligasaison stand und den Ligaverbleib schon gesichert hatte. Michael Ballack war es, der den unerwarteten Hachinger 2:0-Erfolg mit einem Eigentor einleitete. Die Bayern gewannen zeitgleich im nur wenige Kilometer entfernten Olympiastadion ihr Heimspiel gegen Werder Bremen und wurden dank der besseren Tordifferenz Meister.

 

Für die Spvgg Unterhaching war die erste Bundesligasaison der Abschluss einer Reise nach oben durch die Ligen, die 1976 mit der B-Klassenmeisterschaft begann und 1999 mit dem Aufstieg in die erste Bundesliga endete. Doch es kam, wie es für kleine Vereine nach dem Aufstieg ins Bundesligaoberhaus häufig typisch ist, zunächst der Abstieg nach dem zweiten Bundesligajahr und schließlich in Etappen der Abstieg bis in die Viertklassigkeit. 2017 schaffte man dann den Aufstieg zurück in die 3. Liga.

Redaktion AnlegerPlus



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