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8. September 2021   Wirtschaft

EZB-Politik erschwert Vermögensaufbau

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Die expansive Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) seit 2011 hat einer aktuellen Studie zufolge zu keiner entscheidenden Veränderung der Vermögensverteilung in Deutschland geführt. Allerdings haben die Niedrigzinsen den Vermögensaufbau von Menschen mit geringem Einkommen erschwert.

 

Bankguthaben und Lebensversicherungen, deren Renditen als Folge der EZB-Politik stark gesunken sind, haben gerade für Geringverdiener eine große Bedeutung. Auf der anderen waren die günstigen Kredite von Vorteil, zumindest wenn ein Immobilienkauf vor oder zu Beginn der Preissteigerungswelle bei Immobilien erfolgte. Das geht aus einer Studie der Stiftung Familienunternehmen hervor, die das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) verfasst hat.

Anhand von Zahlen der Deutschen Bundesbank hat das Institut festgestellt, dass es in allen Vermögensklassen Gewinner und Verlierer gegeben hat. Nicht nur die wirtschaftliche Lage (ärmer oder reicher), sondern auch die Wohnverhältnisse (Eigentum oder Miete), der Wohnort (Stadt oder Land) sowie das Alter der Menschen entscheiden darüber, ob sie von den niedrigen Zinsen und der Dynamik der Vermögenspreise eher profitiert haben oder nicht.

 

Anreize zur Vermögensbildung

Sollte die Niedrigzinsphase noch länger anhalten, könnten die ärmeren Haushalte allerdings wachsende Schwierigkeiten haben, Vermögen zu bilden. Denn sie müssten sehr hohe Immobilienpreise schultern. Und sie sind für ihr Kapital auf risikoarme Anlageformen angewiesen, die kaum Renditen bringen. Die Autoren empfehlen daher eine Reform der Arbeitnehmersparzulage, eine Reduzierung der Grunderwerbsteuer und eine konsequentere Förderung der Aktienkultur. Ein staatlicher Pensionsfonds, der zur Unterstützung der Renten am Aktienmarkt agiert, sei ebenso denkbar.

Reichere Haushalte, die ihr Vermögen in riskanteren Vermögensanlagen halten, in Betriebsvermögen, vermieteten Immobilien, einzelnen Aktiengattungen oder Spezialfonds, können ihr Vermögen zwar leichter mehren. Doch gerade beim Betriebsvermögen handelt es sich nur um Bewertungsgewinne, die nicht zu Konsumzwecken zur Verfügung stehen. Immerhin stärken sie die Bilanzen und erleichtern Investitionen. Würde diese bilanzielle Höherbewertung aber als Basis für eine Vermögensteuer genommen, würde dies die Investitionstätigkeit trotz niedriger Zinsen beeinträchtigen, argumentieren die Wissenschaftler des IW. Sie raten deshalb von einer Vermögensteuer ab.

 

Redaktion AnlegerPlus

Bild von Gerd Altmann auf Pixabay