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29. April 2021   Markt

Finanzierte Erderwärmung

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Die Treibhausgasemissionen, die mit den Investitions-, Kreditvergabe- und Emissionsaktivitäten von Finanzinstituten verbunden sind, liegen einer aktuellen Studie zufolge im Durchschnitt mehr als 700-mal höher als ihre direkten Emissionen.

 

Die Studie „Time to Green Finance“ Non-Profit-Organisation CDP zeigt, dass fast alle klimabezogenen Auswirkungen und Risiken globaler Finanzinstitute aus der Finanzierung der Gesamtwirtschaft stammen. Allerdings haben nur 25 % der 332 Finanzinstitute, die im Jahr 2020 über einen CDP-Fragebogen zum Klimawandel im Finanzsektor Auskunft gaben, über ihre Portfolioemissionen berichtet.

Zu den 84 Organisationen, die ihre Portfolioauswirkungen offenlegen, gehören Allianz, AXA Group, BNP Paribas, HSBC, Raiffeisen Bank International und Société Générale. Diese Unternehmen halten ein Vermögen von 27 Billionen US-Dollar. Mehr als die Hälfte dieser 84 Organisationen haben weniger als 50 % ihrer Portfolios in ihre Berichterstattung über finanzierte Emissionen einbezogen.

Angesichts der wachsenden Dynamik von Finanzinstituten, die Netto-Null-Ziele ankündigen, zeige der Bericht, dass der Sektor aus Sicht der CDP weitere Maßnahmen ergreifen müsse, um die Portfolios auf eine Netto-Null-Kohlenstoffwirtschaft auszurichten. Weniger als die Hälfte der Banken (45 %), Asset Owner (48 %) und Vermögensverwalter (46 %) geben an, Maßnahmen zu ergreifen, um ihre Investitionen an einem Ziel von deutlich unter 2 Grad auszurichten, und nur 27 % der Versicherer tun dies für versicherungstechnische Portfolios. Beispiele für solche Maßnahmen sind die Festlegung von wissenschaftsbasierten Emissionsreduktionszielen, die Reduzierung von Portfolioemissionen durch Engagement mit Unternehmen und Investitionen in erneuerbare Energien.

 

Neben der Untererfassung von Portfolioemissionen unterschätzen Finanzinstitute auch klimabezogene Risiken. Finanzinstitute identifizieren häufiger direkte operative klimabezogene Risiken, wie physische Schäden an ihrem Betrieb (41 %), aber die große Mehrheit berichtet noch nicht über Kreditrisiken (65 %), wie etwa den Ausfall von Kreditnehmern bei der Kreditrückzahlung, und Marktrisiken (74%), wie beispielsweise gestrandete Vermögenswerte und Preisabwertung von Finanzanlagen.

Dennoch haben diese Kredit- und Marktrisiken einen viel höheren gemeldeten potenziellen finanziellen Einfluss (über 1 Billion US-Dollar zusammen gegenüber 34 Mrd. US-Dollar für die gemeldeten operativen Risiken). Umgekehrt scheinen sich Finanzinstitute auf kohlenstoffarme Übergangschancen zu konzentrieren. 76 % sehen Chancen in nachhaltigen Finanzprodukten wie nachhaltigkeitsgebundenen Krediten, grünen und Transition Bonds, nachhaltigen Investmentfonds und Versicherungslösungen – im Wert von bis zu 2,9 Billionen US-Dollar.

 

Redaktion AnlegerPlus

Bild von catazul auf Pixabay