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19. April 2018   INTERVIEW

"Für den Fall steigender Marktzinsen sehen wir kein Zinsrisiko, da wir keine Fristentransformation haben ."

Dr. Marcus Lingel

Dr. Marcus Lingel, persönlich haftender Gesellschafter der MERKUR BANK KGaA, spricht mit AnlegerPlus über Herausforderungen, mittelständische Kunden und das Einlagengeschäft.

Herr Dr. Lingel, die MERKUR BANK hat sich im letzten Jahr sehr gut geschlagen. Was waren ihre größten Herausforderungen?

Das bestehende Niedrigzinsenumfeld hat den Wettbewerbsdruck deutlich erhöht. Viele Banken wollen ihre Anlagen in Staatsanleihen in Kredite tauschen und sind aggressiv in der Preispolitik. Dieses Marktumfeld nagt sukzessive an unserer Zinsmarge. Zudem werden die Regularien, Stichwort „MIFID“, immer umfangreicher und somit teurer. Im Gegensatz zu vielen Banken, die Filialschließungen und Personalabbau als Ausweg sehen, bleiben wir bei unserem Wachstum mit Augenmaß.

Sie konnten 2017 das Bauträgergeschäft nochmals deutlich steigern. Befürchten Sie keine Immobilienblase?

Wir begleiten aktuell über 250 Immobilienprojekte in München und Stuttgart. Dies führt dazu, dass wir ein sehr gutes Gespür für die Entwicklung dieser Märkte haben. Es ist aus unserer Sicht schon möglich, dass sich derzeit in kleineren Städten eine Immobilienblase bildet, in unseren Märkten ist dies aber nicht der Fall. Dies zeigt sich beispielsweise an der durchschnittlichen Verkaufsgeschwindigkeit von Bauträgerprojekten, die sich nach wie vor auf einem sehr hohen Niveau bewegt. Zudem generieren wir unser Wachstum zu 90 % aus bestehenden Kundenbeziehungen. Gegenseitiges Vertrauen ist hier sehr wichtig.

Auch der Leasing-Bereich ist 2017 stark gewachsen. Was sind die Gründe hierfür?            

Vorweg möchte ich klarstellen, dass wir nicht selbst Leasinggeschäft betreiben, sondern Leasinggesellschaften finanzieren. Der Leasingmarkt insgesamt hat sich 2017 sehr gut entwickelt. Zudem haben wir die Abläufe in diesem Bereich flexibilisiert und einige personelle Änderungen vorgenommen, sodass unser Neugeschäft um über 30 % auf rund 140 Mio. Euro gestiegen ist. Erfreulich dabei ist, dass sich auch für 2018 weiteres Wachstum andeutet.

Im Geschäft mit mittelständischen Kunden ist das Neugeschäftsvolumen hingegen gesunken.

Das ist richtig. Wir spüren eine zunehmend zurückhaltende Investitionsneigung unserer Kunden. Zudem steigt der Konkurrenzdruck mit unseren Wettbewerbern. Dennoch bin ich optimistisch, dass wir 2018 auch in diesem Bereich wieder wachsen werden.

Richtig gut läuft es im Einlagengeschäft. Insbesondere das Depotvolumen Ihrer Kunden konnte stark zulegen.

Wir haben seit einigen Jahren unsere Wachstumsstrategie in diesem Bereich forciert und das gesamte Produkt- und Leistungsangebot auf Kunden mit Depot angepasst. Das Depotwachstum führt automatisch zu Wachstum im Einlagenbereich. Wichtig zu erwähnen in diesem Zusammenhang ist die Leistung unserer ostdeutschen Filialen. Mit 117 Mio. Euro steuert die Region Sachsen einen Anteil von 38,7 % zum Depotvolumen bei, Thüringen konnte das Depotvolumen um 22,5 % auf 63,2 Mio. Euro steigern. Aber auch Bayern ist mit einer Steigerung von über 20 % gut dabei.

Alles in allem sehen Sie also positiv in das Jahr 2018?

Wir sind sehr gut ausgestellt. Im Gegensatz zu vielen Wettbewerbern bestehen bei uns auch keine Risiken im Wertpapiergeschäft, da wir nach wie vor keinen Eigenhandel betreiben. Zudem möchte ich darauf hinweisen, dass wir auch für den Fall steigender Marktzinsen kein Zinsrisiko sehen, da wir keine Fristentransformation haben. Ich gehe davon aus, dass wir 2018 unsere wesentlichen Kennzahlen weiter verbessern können.

Bleibt zum Schluss die Frage nach der diesjährigen Ausschüttung. Steht eine Dividendenerhöhung im Raum?

Wir haben uns schon vor einiger Zeit festgelegt. Die Grunddividende soll 0,20 Euro betragen. Darüber hinaus streben wir eine Ausschüttungsquote von 50 % an, wenn es die Eigenkapitalanforderungen zulassen. Im letzten Jahr haben wir 0,26 Euro je Aktie ausgeschüttet. Nachdem wir im Jahr 2017 unsere Gesamtkapitalquote sehr deutlich auf 15,3 % verbessert haben, sehe ich auch Potenzial bei der Ausschüttung.

Herr Dr. Lingel, vielen Dank für das Gespräch.




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