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19. Juli 2018   MARKT & WERTE

Für schlechtere Zeiten: Diageo

Diageo

Wachstum in allen Regionen, steigende Dividenden und ein Produktportfolio, das auch und gerade in widrigem Konjunkturumfeld gefragt ist, das alles bietet der britische Multi und Marktführer Diageo.

Die Börsen sehen unruhigen Zeiten entgegen. Der drohende weltweite Handelskrieg könnte entsprechend nachteilige Konsequenzen für Unternehmen und ihre Gewinne haben. Kein Wunder also, dass sich die Aktienkurse im Moment sehr volatil zeigen. In diesem Szenario sind Anleger auf der Suche nach möglichst konjunkturresistenten Investments mit prognostizierbaren Erlösströmen.

Die Diageo plc, die 1997 aus den Gesellschaften Grand Metropolitan und Guinness hervorgegangen ist, könnte ein solches sein. Schon die beiden Vorgängergesellschaften zeichneten sich durch eine hohe Widerstandskraft gegen konjunkturelle Abschwünge aus. Ihre Aktien überstanden den Börsencrash 1987 mit vergleichsweise geringen Kurseinbußen und erholten sich schnell auf neue Höchststände. Dieses Muster setzte sich auch nach der Fusion zu Diageo in den Krisen ab 2001 und 2008 fort.

Starke Marken – starke Gewinne

Im Geschäftsjahr 2016/17 (per 30.Juni) stiegen die Diageo-Umsätze um 14,9 % auf 12 Mrd. britische Pfund (ca. 13,55 Mrd. Euro), der Nettogewinn kletterte noch stärker um 21 % auf 2,7 Mrd. Pfund. Über fünf Jahre betrachtet fällt der Anstieg allerdings weniger dynamisch aus.

Der Fokus des Managements liegt auf der Optimierung des Markenportfolios sowie der Erzielung von hohen Gewinnen und weniger auf Umsatzwachstum. Die Nettogewinnmarge von 22,5 % ist Ausdruck dieser Priorität, die auch Anpassungen des Portfolios beinhaltet. Generell werden starke Marken ausgebaut und Märkte mit hohen Wachstumsraten verstärkt bearbeitet. Derzeit gibt es drei Fokusbereiche: Scotch, US-Spirituosen und Indien. Diese erreichten im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres 2017/18 Wachstumsraten von 2,8 %, 2,9 % und 2,3 %. Insgesamt kletterte der berichtete Umsatz um 1,7 %, das organische Wachstum wird mit 4,2 % angegeben. Alle Regionen verzeichneten positive Zuwachsraten, von 1,7 % in Afrika bis 6,9 % in Lateinamerika.

Der Gewinn je Aktie stieg, um außerordentliche Einflüsse bereinigt, um 9,4 %, die Zwischendividende wird um 5 % angehoben. Aus dem Free Cashflow von über einer Milliarde britische Pfund wurden 0,8 Mrd. Pfund in ein Aktienrückkaufprogramm investiert. Aktuell liegt die Börsenbewertung bei 70 Mrd. Pfund und die Analysten schätzen das 2019er KGV auf 22,40.

Die bekanntesten Marken aus dem Diageo-Portfolio sind Johnnie Walker, Smirnoff, Baileys und Guinness. Über die Umsatzkategorien verteilt betrachtet ergibt sich folgendes Bild: Scotch 27 %, Bier 15 %, Vodka 11 %, amerikanischer Whiskey 9 %, Rum 7 %, Liköre 6 %. Auf Gin und Tequila entfallen nur 4 % und 3 %.

Wichtige Wachstumsmärkte sind u. a. Mexiko und China. In Mexiko wird der Markt auch verstärkt mit lokalen Marken versorgt, die Anzahl der Distributionszentren wurde von 50 auf 75 Städte erhöht. In China dreht sich fast alles um Scotch und Single Malt. Die lernbegierigen Konsumenten werden hier in Whisky-Akademien geschult und zu Experten gemacht sowie anschließend in Whisky-Boutiquen mit Spezialitäten versorgt.  

Antizyklische Chance

Bei der Analyse des Chartverlaufs werden die Qualitäten der Diageo-Aktie schnell offensichtlich, die nach schwächeren Phasen schnell wieder Höchstwerte erreichte. Zwar gilt Diageo zu einem guten Stück auch als Luxuswert. Aber sowohl Spirituosen- wie Luxus-Aktien zeigen im späten globalen Konjunkturzyklus – und in der Rezession – die „relative Stärke“, die in der stabilen Gewinnentwicklung gegenüben den zyklischen Industrien besteht. Ein anderes Argument zielt darauf ab, dass immer gern getrunken und gefeiert wird, ob nun im Überschwang oder gerade wegen einer Niederlage wie bei der Fußball-WM.

 

Diageo (ISIN GB0002374006)

 

 Quelle: finanzen.net │ Stand: 19.7.2018

Alexander Bosch, Redaktion AnlegerPlus



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