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25. August 2021   Wirtschaft

Gefahren für die Cyber-Sicherheit

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Cyber-Angriffe besitzen einer aktuellen Studie zufolge mittlerweile das Potenzial, nicht nur enorme wirtschaftliche Schäden zu verursachen, sondern ebenso politische Spannungen hervorzurufen.

 

Angesichts steigender Anzahl und Komplexität der Cyber-Angriffe verschärft sich die Bedrohungslage weiter. In diesem Umfeld schätzen Politik und Wirtschaft die Gefahrenlage rund um Cyber-Risiken als hoch ein. Das zeigen die Ergebnisse des aktuellen Cyber Security Reports, für den Deloitte und das Institut für Demoskopie Allensbach mehr als 400 Führungskräfte aus Unternehmen sowie über 100 Abgeordnete aus den Landtagen, dem Bundestag und dem Europaparlament zum Stand der Cyber-Sicherheit in Deutschland befragt haben.

Als größtes Cyber-Risiko für die Bevölkerung sehen die Entscheidungsträger Datenbetrug im Internet: 77 % bewerten das als großes Cyber-Risiko, ein neuer Höchstwert. Auf der Gefährdungsliste folgen Computerviren und Schadsoftware mit 76 %, wobei die Befragten die Gefährdung unterschiedlich einschätzen: 79 % der Wirtschaftsvertreter sehen hier ein großes Risiko, bei den Entscheidungsträgern aus der Politik sind es 65 %.

Nach wie vor ist Grundhaltung gegenüber den sozialen Medien überwiegend positiv. Die meisten Führungskräfte aus mittleren und großen Betrieben (58 %) sehen darin eher Chancen als Risiken für ihre Unternehmen.

 

Noch ungenügende Reaktionen

15 % der Wirtschaftsführer berichten davon, dass ihre Unternehmen bereits Opfer eines Shitstorms geworden sind. Überdurchschnittlich häufig betroffen sind große Unternehmen mit 1.000 und mehr Mitarbeitenden: 22 % hatten mindestens einen solchen Vorfall in der Vergangenheit. Trotzdem verfolgen nur 55 % aller befragten Unternehmen systematisch, was in entsprechenden Medien über sie berichtet wird. Bei Unternehmen, die in sozialen Medien eher Risiken als Chancen sehen, ist dies unterdurchschnittlich häufig der Fall (40 %).

 

Erheblicher Nachholbedarf der Studie zufolge besteht nach wie vor bei der Zusammenarbeit zwischen staatlichen Stellen und Wirtschaft. Knapp 80 % der Abgeordneten und der Wirtschaftsvertreter sind der Meinung, der Austausch sei nicht ausreichend. 

Die Wirtschaft sieht ihre Bedürfnisse durch die Politik im Bereich der Cyber-Sicherheit nur ungenügend berücksichtigt: Das geben gut zwei Drittel der Befragten (68 %) an. Auch ein Großteil der Abgeordneten (58 %) fühlt sich nur weniger gut oder gar nicht gut über die Bedürfnisse der Wirtschaft informiert.

Fast drei Viertel der Wirtschaftsführer (71 %) fordern eine stärkere Zentralisierung staatlicher Stellen beim Thema Cyber-Sicherheit. Insbesondere große Unternehmen mit 1.000 und mehr Mitarbeitenden halten eine zentrale Anlaufstelle für wichtig oder sehr wichtig.

 

Homeoffice als Einfallstor für Cyberattacken

Dass die Bedeutung der Cyber-Sicherheit verstärkt in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt ist, lässt sich nicht zuletzt auf die Coronapandemie zurückführen. Die Verbreitung der Homeoffice-Arbeit und die starke Vernetzung erhöhen die Angriffsfläche für Cyber-Kriminelle. Mit der hohen Anzahl der IT-Systeme im Homeoffice, ihrer Verbindung miteinander und mit dem Unternehmensnetz sowie mit der verstärkten Nutzung von Kollaborationstools wächst der Bedarf an wirksamem Schutz. 34 % der befragten Wirtschaftsführer geben an, die Cyber-Sicherheit habe durch die Coronakrise in ihrem Unternehmen an Bedeutung gewonnen. 82 % der Wirtschaftsvertreter berichten davon, dass spezielle IT-Sicherheitsmaßnahmen im Homeoffice getroffen wurden. Dazu gehören beispielsweise die Durchführung von Schulungen, die Installation spezieller Sicherheitssoftware oder die Sperrung bestimmter Anwendungen für die Mitarbeitenden.

Das Risiko, das von Beschäftigten im Homeoffice ausgeht, wird insgesamt als eher gering eingeschätzt. 71 % der Führungskräfte aus der Wirtschaft halten die Risiken für weniger groß oder sehen kein zusätzliches Risiko. Gleichzeitig haben 34 % der Wirtschaftsführer Zweifel am Risikobewusstsein ihrer Mitarbeitenden.

In Sachen Videokonferenztools beurteilen 67 % der Wirtschaftsführer das Risiko als weniger groß oder gar nicht groß. Allerdings bestehen bei 48 % der Führungskräfte Vorbehalte gegenüber Videokonferenztools aus den USA hinsichtlich des Datenschutzes und der Datensicherheit.

 

Redaktion AnlegerPlus

Foto: Gerd Altmann von Pixabay