14. März 2019   Markt & Werte

Gut gerüstet für den Turnaround

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Der österreichische Kran-Spezialist PALFINGER ist mit seinen hydraulischen Kränen weltweit in der Erfolgsspur. Erholt sich das Seegeschäft, dürfte der Aktienkurs wieder steigen.

Bekannt ist PALFINGER vor allem durch die auf Lkws montierten Krane mit Knickarm: Mit knapp 150 Modellen und einem Marktanteil von 35 % sind die Österreicher Weltmarktführer. Das 1932 gegründete Unternehmen stellt Hebe- und Ladekräne für Nutzfahrzeuge sowie im maritimen Bereich her. Die Fertigungs- und Montagestandorte befinden sich in Europa und Asien genauso wie in Nord- und Südamerika.

Eine wichtige Rolle für den Salzburger Kranbauer spielt die Kundennähe: PALFINGER hat mehr als 5:000 Vertriebs- und Servicestützpunkte in über 130 Ländern. Gegenüber den Aktionären setzt man auf Konstanz: 59 % der Aktien befinden sich im Besitz der Familie Palfinger, der Streubesitz liegt bei 33,5 %. Der Konzern mit Sitz in Bergheim bei Salzburg beschäftigt weltweit knapp 11.000 Mitarbeiter.

 

Konzernergebnis wieder positiv

Im Geschäftsjahr 2018 konnte PALFINGER den Umsatz um 9,8 % auf 1,6 Mrd. Euro steigern. Das bereinigte EBIT erhöhte sich um 22 % auf 158,2 Mio. Euro. Die EBIT-Marge verbesserte sich auf 9,8 % nach 8,8 % im Vorjahr. Nach einem Verlust von 11,4 Mio. Euro im Geschäftsjahr 2017 war das Konzernergebnis im abgelaufenen Geschäftsjahr mit 58 Mio. Euro wieder klar positiv. Die Dividende soll um 4 Cent auf 0,51 Euro je Aktie angehoben werden. Auf Basis des aktuellen Kurses entspricht das einer Dividendenrendite von gut 2 %. Der Konzern rechnet mit einer Fortsetzung der guten Geschäftsentwicklung in den ersten Quartalen 2019. Umsatz und Profitabilität sollen weiter verbessert werden.

 

Sorgenkind Seegeschäft

Knapp 85 % der Umsatzerlöse erzielt der Mittelständler aus Österreich mit Lade-, Forst- oder Recyclingkränen an Land. Der deutlich kleinere Geschäftsbereich „SEA“ ist das Sorgenkind: Die Sparte litt in den vergangenen Jahren unter dem niedrigen Ölpreis. Öl- und Gasfirmen drosselten deshalb den Betrieb ihrer Bohrinseln, weshalb die Hebearbeiten zurückgingen.

Eigentlich wollte PALFINGER im Marinebereich stärker wachsen, weswegen einige Zukäufe getätigt wurden. Wegen der Marktschwäche ging aber der „Sea“-Umsatz 2018 dennoch um 10,2 % auf 216,3 Mio. Euro zurück. Das um Restrukturierungskosten bereinigte EBITDA lag nur bei 3,1 Mio. Euro. Der seit 2017 amtierende Vorstandschef Andreas Klauser hat deshalb eine Übernahme-Pause verordnet. Statt neuer Zukäufe sollen zunächst Synergien realisiert werden, wodurch sich die Gewinne überproportional verbessern sollen.

Das Flaggschiff des Konzerns ist das Segment „Land“. Der Umsatz wuchs dort im vergangenen Jahr um 13,8 % auf 1,4 Mrd. Euro. Das EBITDA (um Restrukturierungskosten bereinigt) stieg um 13 % auf 232,8 Mio. Euro. Rund 50 % seiner Umsätze erwirtschaftete PALFINGER in EU-Ländern. Der größte Einzelmarkt war mit knapp 20 % jedoch die USA. Hier wurde die Restrukturierung im ersten Halbjahr 2018 abgeschlossen, zudem profitiert man von Steuererleichterungen und dem Infrastrukturprogramm für die US-Wirtschaft.

 

Solide Dividendenpolitik

Seit dem Höchstwert von 41 Euro im Juli 2017 fiel der Aktienkurs auf zuletzt 25 Euro. Im vergangenen Jahr gelang es dem Wertpapier auch nicht, die 200-Tage-Linie zu halten. Mit einem erwarteten moderaten 2020er-KGV von 10,5 scheinen die Risiken jedoch begrenzt. Ein wieder steigender Ölpreis und eine erfolgreiche Restrukturierung könnten im „Sea“-Geschäft die Ertragslage verbessern. Für PALFINGER spricht zudem die nachhaltige Geschäftsführung und eine kontinuierliche Dividendenpolitik: Etwa ein Drittel des Jahresgewinns wird an die Aktionäre ausgeschüttet. Für langfristig orientierte Anleger war das Wertpapier neben den Dividendenausschüttungen bisher ein solides Investment: Seit dem IPO im Jahr 1999 hat sich der Aktienkurs mehr als verfünffacht.

Thomas Münchner





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