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23. Juli 2018   HV-BERICHT

HHLA AG: Für stürmische See gewappnet

HHLA

Die Hamburger Hafen und Logistik AG (HHLA) hat sich im vergangenen Jahr in einem anhaltend herausfordernden Umfeld gut behauptet. Mit einem umfangreichen Investitionsprogramm plant das Management in den kommenden Jahren eine weitere Verbesserung der Profitabilität.

Das Wachstum der Gesellschaft ist untrennbar mit dem Einsatz von Containern in der Schifffahrt verbunden. Vor mittlerweile 50 Jahren legte das erste Containerschiff am Hamburger Burchardkai mit einer Kapazität von 1.200 Containern an. Jüngst dockte das größte Containerschiff der Welt mit einer Kapazität von über 20.000 Containern im Hamburger Hafen an. Um die immer größer werdenden Seeriesen abfertigen zu können, muss die HHLA weiter in die Terminaltechnologie investieren. Laut der Vorstandsvorsitzenden Angela Titzrath verfügt die HHLA derzeit über drei Liegeplätze für Großschiffe, in den kommenden Jahren sollen weitere Plätze hinzukommen.

Die Vorstandsvorsitzende wies in der Hauptversammlung am 12. Juni in Hamburg aber auch darauf hin, dass das Unternehmen mit dem Segment Intermodal über ein zweites Standbein verfügt. Mit über 70 eigenen Lokomotiven und Rangierloks sowie 2.500 Waggons und mehreren Bahnterminals ermöglicht die Gesellschaft die Hinterlandanbindung. Die Abwicklung des Geschäfts erfolgt dabei über die nun 100-prozentige Tochtergesellschaft Metrans, nachdem die HHLA die restlichen rund 10 % der Anteile dem Management im laufenden Jahr abgekauft hat.

Weitere Wachstumschancen erschließen

Breiten Raum in der HV-Aussprache nahm der Zukauf des estnischen Terminalbetreibers Transiidikeskuse ein, der Ende Juni komplett vollzogen wurde. Der Hafen von Muuga liegt lediglich wenige Kilometer von Tallin entfernt und damit strategisch sehr günstig. Zudem verfügt der Hafen nach Angabe von Frau Titzrath über eine gute Straßen- und Schienenanbindung. Zum Kaufpreis wollte sie sich zwar nicht direkt äußern, er liege aber im mittleren zweistelligen Millionenbereich und sei sehr attraktiv. Dies besonders vor dem Hintergrund, dass ein KPMG-Bewertungsgutachten einen höheren Wert ermittelt habe.

In den kommenden Jahren sollen allein rund 800 Mio. Euro in die Kerngeschäftsfelder Container und Intermodal fließen, um die Bereiche entsprechend den Zukunftsanforderungen aufzustellen. Darüber hinaus plant das Management neue Geschäftsfelder zu erschließen, wobei die zunehmende Digitalisierung eine bedeutende Rolle spielt.

Auf dieser Basis wird beim operativen Ergebnis bis zum Jahr 2025 nahezu eine Verdopplung auf rund 300 Mio. Euro angestrebt, kündigte Frau Titzrath an. Allerdings sei das Wachstum in diesem Umfang nur möglich, wenn sich bei der Elbvertiefung Fortschritte ergeben, denn nur so könne verloren gegangener Containerumschlag zurückgewonnen werden.

Solider Jahresauftakt

Da sich das Ergebnis nach Steuern und Minderheiten im Geschäftsjahr 2017 auf 71,2 Mio. Euro verbesserte, durften sich die Aktionäre über eine Dividendenerhöhung auf 0,67 Euro je Aktie freuen. Während der Umsatz im ersten Quartal 2018 um 3,3 % zulegte, erhöhte sich das EBIT überproportional um 5,9 % auf 44,2 Mio. Euro. Im Gesamtjahr rechnet der Vorstand mit einem Umsatz auf dem 2017er-Niveau. Das EBIT soll sich dagegen im hohen einstelligen Prozentbereich verbessern.

Seit dem Börsengang (Ausgabepreis der Aktien im November 2007: 53 Euro) stellt das Papier wahrlich keine Erfolgsgeschichte für die Anleger der ersten Stunden dar. Nachdem sich der Kurs im Laufe des Jahres um weitere 21 % verringerte, weist die HHLA-Aktie derzeit ein attraktives Bewertungsniveau auf, vorausgesetzt die Prognosen werden eingehalten und die Wachstumsaussichten erfüllen sich.


HHLA (ISIN DE000A0S8488)

 

 Quelle: investing.com │ Stand: 23.7.2018

Thorsten Renner, Redaktion AnlegerPlus



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