16. März 2020   Markt

HV in Zeiten von Corona

Telekom HV

In normalen Jahren stände die HV-Saison gerade kurz vor der Hochphase. Die Corona-Krise wirbelt allerdings auch die Planungen der börsennotierten Unternehmen und ihrer Aktionäre durcheinander. Das Deutsche Aktieninstitut plädiert für Einzelfallprüfungen bei Hauptversammlungen. Die HV der Deutschen Telekom sollte zunächst in kleinerem Rahmen stattfinden, wurde nun aber verschoben.

Einige Hauptversammlungen, die für die nächsten Tage geplant waren, wurden bereits verschoben. Für den 26. März war die HV der Deutschen Telekom in Bonn angesetzt. Das Unternehmen hatte dazu einen Brief an die Aktionäre veröffentlicht. Darin wurde„dringend“ darum gebeten, „auf eine Teilnahme vor Ort zu verzichten“. Das gelte im besonderen Maße bei krankheits- oder altersbedingten Einschränkungen. Telekom-Aktionäre könnten stattdessen die Hauptversammlung per Internetübertragung verfolgen und Ihre Stimme per (Online-)Briefwahl zu den Beschlussvorschlägen und evtl. eingereichten Gegenanträgen abgeben. Nach "intensiven Gesprächen mit den Gesundheitsbehörden" hat die Telekom ihre HV inzwischen jedoch auf einen noch unbestimmten Zeitpunkt verschoben. Die Gesundheit der Aktionärinnen und Aktionäre sowie der mit der Organisation der Hauptversammlung befassten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Deutschen Telekom und ihrer Dienstleister habe absoluten Vorrang. Die Hauptversammlung soll an einem neuen Termin innerhalb der aktienrechtlich vorgesehenen Frist von acht Monaten des aktuellen Geschäftsjahres stattfinden.

 

Das Deutsche Aktieninstitut verweist ebenfalls auf gesetzliche Verpflichtung zur Durchführung von Hauptversammlungen. Unternehmen sollten im Dialog mit den zuständigen Behörden entscheiden, ob und unter welchen Auflagen die Durchführung möglich ist.

„In Zeiten von Corona hat der Schutz der Gesundheit der Bevölkerung oberste Priorität. Die betroffenen Unternehmen sind sich ihrer Verantwortung für den Gesundheitsschutz vollends bewusst und suchen den engen Dialog mit den zuständigen Behörden, denn die Hauptversammlung einer Aktiengesellschaft ist keine Veranstaltung wie ein Konzert oder ein Fußballspiel“, betont Dr. Christine Bortenlänger, Geschäftsführender Vorstand des Deutschen Aktieninstituts. „Wir appellieren deshalb an die zuständigen Minister, Einzelfallprüfungen zuzulassen. In Abstimmung mit den zuständigen Behörden können Unternehmen dann ausloten, ob Hauptversammlungen unter Auflagen doch möglich sind.“

Eine Präsenzveranstaltung sei notwendig, um wirksame Beschlüsse zu fassen, da das Aktiengesetz eine reine Online-HV nicht vorsieht. Wie die Telekom appelliert auch Bortenlänger an die Aktionäre, „die Möglichkeiten zu nutzen, die die Unternehmen zur externen Stimmabgabe anbieten“.

 

Bild: Wird 2020 wohl in kleinerem Rahmen stattfinden – die HV der Deutschen Telekom AG.

Redaktion AnlegerPlus



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