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17. Oktober 2019   Wirtschaft

Indonesien, ein aufstrebendes Schwellenland

Indonesien

Indonesien gehört zu den 20 wichtigsten Industrie- und Schwellenländern - den G20-Staaten. Das Wirtschaftswachstum in dem weltgrößten Inselstaat ist hoch, ebenso die Abhängigkeit vom Export. Die politische Situation des bevölkerungsreichen Landes trübt die Aussichten für Investoren.

 

Es geht nach oben: Wirtschaftswachstum Indonesiens

Die Traumstrände von Bali oder die Prambanan Tempelanlage lockten im Jahr 2018 16 Millionen Touristen nach Indonesien – ein Rekord. Dennoch trägt der Tourismus mit 6 % nur einen kleinen Teil des Bruttoinlandsprodukts (BIP) des Inselstaats bei. Im Jahr 2018 betrug das BIP knapp über eine Billion US-Dollar – etwa ein Drittel dessen, was Deutschland im selben Jahr erwirtschaftete. Bei einer Bevölkerung von 264 Millionen Einwohnern (Indonesien ist das viertbevölkerungsreichste Land der Welt), fiel das BIP pro Kopf dann im Vergleich zu anderen Schwellenländern auch eher gering aus. Im Jahr 2018 betrug es 3.870 US-Dollar. Damit landete Indonesien an vorletzter Stelle aller G20-Länder. Geringer war das BIP pro Kopf nur in Indien (2.036 US-Dollar). Zum Vergleich: Andere Schwellenländer wie Brasilien kommen auf ein BIP pro Kopf von knapp 9.000 Dollar, Russland sogar auf über 11.000 US-Dollar. Damit gehört Indonesien zur Gruppe der „Lower Middle Income Countries.“ Trotz hohem Wirtschaftswachstum lebt laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) fast über die Hälfte der Einwohner des südostasiatischen Landes in Armut – 20 % gelten als unterernährt. Selbst im Vergleich mit Ländern aus derselben Region, wie Thailand oder Malaysia, schneidet Indonesien in Sachen Armut und Einkommen schlecht ab.

 

Dabei steigt die Wirtschaftskraft des ehemaligen Entwicklungslands seit einigen Jahren stetig mit stabilen Wachstumsraten von 5 % jährlich. Experten attestieren sogar ein eigentliches Wachstumspotenzial von bis zu 7 %. Der Staat in Südostasien kam übrigens vergleichsweise ohne Einbußen durch die Weltwirtschaftskrise 2008. Seitdem konnte Indonesien sein BIP sogar fast verdoppeln.

Gleichzeitig stieg die Bevölkerungszahl deutlich an: In den letzten zehn Jahren erhöhte sich die Zahl der Einwohner um 33 Millionen – die Geburtenrate ist allerdings seit einigen Jahren rückläufig. Dennoch ist die Bevölkerung insgesamt sehr jung. Das heißt, es gibt viele potenzielle Arbeitnehmer im erwerbsfähigen Alter, zu einem sehr niedrigen Lohnniveau. Dennoch gelang es dem Land bisher nicht, eine eigne Konsumgüterindustrie im großen Maßstab zu etablieren.

 

Indonesien in Zahlen (Stand: 2018)

 

Bevölkerung

264.1600.000

BIP

1.022,45 Mrd. US-Dollar

BIP pro Kopf

3.870,56 US-Dollar

Durchschnittliches Wirtschaftswachstum

5,1 %

Staatsform

Präsidiale Republik

 

Palmöl und Korruption: Risiken des Wirtschaftssystems

Der wirtschaftliche Erfolg Indonesiens fußt vor allem auf den enormen Rohstoffvorkommen des Landes. Der Inselstaat ist der größte Palmölproduzent weltweit. Zusammen mit Malaysia beliefet Indonesien 85 % des Weltmarkts. Umweltschützer kritisieren aber zunehmend den enormen Flächenfraß und das damit einhergehende Abholzen des Regenwaldes, den die Produktion von Palmöl verursacht. Andere wichtige Exportgüter sind Erdgas sowie Kohle oder Agrarprodukte wie Tabak, Kaffee, Kakao, Tee und Kautschuk. Durch die Abhängigkeit von Exporten hatte das Land lange Zeit einen Handelsbilanzüberschuss erzielt. 2018 kehrte sich der Trend jedoch um und die Handelsbilanz zeigte sich erstmals seit 2014 wieder defizitär. Weitere bedeutende Sektoren der Wirtschaft Indonesiens sind die Bauwirtschaft, die u. a. die marode Infrastruktur verbessern soll und der Dienstleistungssektor.

 

Für Investoren ergibt sich ein gemischtes Bild: Vor allem China hat zwar in den letzten Jahren enorme Summen in Indonesien investiert. Deutschland ist mit rund 300 Unternehmen ebenfalls dort vertreten, dennoch ergeben sich für Anleger Probleme. Einerseits liegt das an der politischen Struktur: Die Republik Indonesien ist zwar eine relativ stabile präsidiale Demokratie, in dem alle fünf Jahre ein Präsident gewählt wird. Dennoch versickert viel Geld in Korruptionsfällen. Zudem hat eine populistisch ausgerichtete Regierung Investoren aufschrecken lassen. Andererseits lähmen interne Konflikte, wie islamistischer Terror, die Entwicklung. Und es gibt Probleme mit der Infrastruktur des Landes. Vor allem die Stromversorgung brach in letzter Zeit häufig zusammen, sodass es zu längeren Produktionsausfällen kam.

 

Tipp für Anleger: Der ETF MSCI Indonesia Swap

Für Privatanleger, die in Indonesien aufgrund der wirtschaftlichen Perspektiven investieren möchten, empfiehlt sich in ein ETF, also ein börsengehandelter Indexfonds, als Anlagevehikel. Der ETF-Emittent Xtrackers hat den MSCI Indonesia Swap UCITS ETF (ISIN LU0476289623) aufgelegt. Der ETF bildet den MSCI Indonesia Index ab. Dieser Index misst die Wertentwicklung von Unternehmen mit großer und mittlerer Marktkapitalisierung, die in Indonesien notiert sind. Den größten Anteil am MSCI Indonesia Index macht der Finanzsektor aus (ca. 45 %). Die Bank Central Asia ist mit 17, 7 % der am höchsten gewichtete Einzelwert im Index. In der Branchengewichtung kommen neben dem Finanzsektor noch Basiskonsumgüter (14 %) und Kommunikationsdienstleistungen (13 %) auf zweistellige Werte.

 

Der aktuelle Nettoinventarwert, also der Wert eines Fondsanteils, beträgt derzeit 14,36 Euro (Stand: 11.9.2019), an der Börse wird ein Anteil aktuell zu 14,03 Euro gehandelt. Das Gesamtvolumen des ETF beläuft sich auf 127,79 Mio. Euro. Der ETF schüttet nicht aus, sondert thesauriert die Erträge. Die Fondswährung lautet auf US-Dollar, Anleger müssen also das Fremdwährungsrisiko beachten. In den vergangenen fünf Jahren brachte es der von Morningstar mit vier Sternen ausgezeichnete Indexfonds auf ein Kursplus von insgesamt 26,19 % oder 4,27 % jährlich. Im laufenden Jahr beträgt das Kursplus fast 8 % (Stand: 11.9.2019).

 

ETF

MSCI Indonesia Swap

ISIN

LU0476289623

Abbildungsart

Swap basiert

Ertragsverwendung

thesaurierend

Kosten p. a.

0,65 %

Volumen

132 Mio. Euro

Perf. Lfd. Jahr

+ 4,8 %

Perf. 5 Jahre (p.a.)

+ 4,9 %

Redaktion AnlegerPlus



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