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21. Juni 2012   Börse

Interessante Turnaround-Chance

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Dramatisch abgestürzt ist die Aktie des Bremer Softwareunternehmens MeVis Medical Solutions AG (ISIN DE000A0LBFE4) seit dem Börsengang im Jahr 2007. Vom Emissionspreis bei 55 Euro kommend ratterte der Kurs bis November letzten Jahres auf 2,50 Euro herunter, um sich jetzt auf ein Niveau von etwa 6,50 Euro zu erholen. Grund für die Erholung dürften erste Anzeichen eines Turnarounds bei der Gesellschaft sein.

MeVis bezeichnet sich selbst als einen „weltweit führenden, unabhängigen Hersteller von Softwareprodukten für die bildbasierte Medizin, insbesondere für die digitale Radiologie.“ Die MeVis-Softwarelösungen sollen den Medizinern einen bedeutenden Mehrwert für die Früherkennung und Diagnose sowie für die Therapie- und Interventionsplanung bei Krebserkrankungen, insbesondere Brustkrebs, der Neurologie und Lungenerkrankungen verschaffen. Die Gesellschaft entwickelt ihre Softwarelösungen in enger Zusammenarbeit mit weltweit führenden medizinischen Experten und Geräteherstellern der Medizintechnik und vermarktet sie primär über diese Partnerschaften. Wesentlicher Partner dabei: die Siemens AG.

Verlustreiche Jahre
Vorwiegend bedingt durch hohe Abschreibungen wies MeVis in den Jahren 2010 und 2011 hohe Verluste aus: Bei 2011er Umsätzen von 13,6 Mio. Euro musste ein Jahresfehlbetrag von 4,1 Mio. Euro verkraftet werden. Dementsprechend reduzierte sich das Konzerneigenkapital auf 20 Mio. Euro. Doch mit den schlechten Zahlen soll jetzt Schluss sein. Der Aufsichtsrat bestellte im Januar 2012 mit Marcus Kirchhoff einen neuen Vorstand, der sich insbesondere aufgrund seiner zehnjährigen Beschäftigung bei General Electric im Bereich Healthcare IT für diese Position eignet und jetzt das Ruder herumreißen soll. Und die Zahlen des ersten Quartals sehen ganz ordentlich aus: Der Umsatz lag bei 3,6 Mio. Euro, marginal unter dem Niveau des ersten Quartals 2011. Das Vorsteuerergebnis stieg auf 0,53 Mio. Euro, nach Steuern blieben 0,1 Mio. Euro als Quartalsüberschuss hängen. Die liquiden Mittel konnten im Berichtszeitraum leicht erhöht werden und betrugen zum 31.3.2012 7,7 Mio. Euro.

Neuer Vorstand mit großen Plänen
Wie Kirchhoff im Rahmen der Hauptversammlung in der letzten Woche ausführte, wurden erste Schritte zu Konsolidierung bereits eingeleitet. So wurde die amerikanische Tochter geschlossen, das Qualitätsmanagement konsolidiert und der Service vereinheitlicht. Weiter soll das bestehende Industriekundengeschäft stabilisiert und ausgebaut sowie die Prozesse verschlankt werden und es sollen Investitionen in Marketing und Vertrieb erfolgen. Alles in allem scheint bei MeVis das Gröbste überstanden zu sein. Sollte es dem neuen Vorstand gelingen, seine Vorgaben zeitnah umzusetzen, dürften MeVis bessere Zeiten bevorstehen. Das gilt auch für die Aktie.

Spekulatives Engagement
Insgesamt gibt es 1.820.000 Aktien, von denen die Unternehmensgründer noch etwa 55 % halten. Auf dem aktuellen Kursniveau wird MeVis mit 11,8 Mio. Euro bewertet. Das erscheint als nicht zu viel, wenn man die gute Kassenlage des Unternehmens berücksichtigt. Für spekulative Anleger ist ein Kauf bis 7 Euro interessant, unser mittelfristiges Kursziel liegt bei 15 Euro, ein Stop-Loss-Limit setzen wir bei 5 Euro.

Maximilian Fischer, Redaktion AnlegerPlus



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