9. Oktober 2015   Börse

Investmentfonds: Ein offensiver Value-Mischfonds

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Über einen wertorientierten Ansatz, der auf Value-Kriterien fußt, ergänzt um eine ereignisorientierte Komponente, versucht der ACATIS - GANÉ Value Event Mischfonds die fundamentalen Risiken und Marktpreisrisiken zu reduzieren und dennoch eine attraktive Rendite zu erwirtschaften.

Der von Dr. Uwe Rathausky und Henrik Muhle gemanagte ACATIS - GANÉ Value Event Mischfonds soll „Stress vermeiden, damit die Anleger in allen Börsenphasen ruhig schlafen können.“ Die beiden Fondsmanager sind bekennende Warren-Buffett-Anhänger und so verwundert es nicht, dass sie den Fonds nach einem wertorientierten Ansatz führen.

Die Anlagephilosophie
Die Titelauswahl erfolgt anhand der Value-Kriterien (hervorragendes) Geschäftsmodell, (gutes) Management und (attraktive) Bewertung. Diese Anlagestrategie ergänzen Rathausky und Muhle um einen weiteren Baustein, nämlich die Event-Komponente: also unternehmensspezifische Ereignisse wie Aktienrückkäufe, Übernahmen etc., die zusätzlich zur Value-Komponente ganz grundsätzlich kurstreibenden Einfluss auf die Preis-/Wertrelation eines Unternehmens haben können oder zumindest das Verlustrisiko begrenzen.

Für die Auswahl fondsrelevanter Unternehmen beobachten die beiden Manager schon über viele Jahre rund 200 Unternehmen, die über ein hochwertiges Geschäftsmodell verfügen. Diese Unternehmen werden in einem hauseigenen Scoring-Modell einer umfassenden Value-Event-Analyse unterzogen. In den Fonds schaffen es dann nur die Unternehmen, die in allen vier Kategorien mindestens 70 % der maximal möglichen Punktzahl erreichen.

Durch dieses Auswahlverfahren befinden sich im GANÉ Value Event Fonds in der Regel zwischen 25 bis 35 Titel. Ausnahmsweise investiert der Fonds abweichend von dem geschilderten Unternehmensspektrum, wenn besondere Ereignisse Kurssprünge eines Wertes erwarten lassen.

Als Assetklassen kommen grundsätzlich Aktien, Anleihen und Liquidität in Frage. Wobei Aktien und Anleihen hinsichtlich einer zeitgewichteten Rendite untereinander verglichen und gewichtet werden. Die Auswahl wiederum erfolgt auf Basis der absoluten Attraktivität. „Bei Investitionen in Aktien sollte eine Rendite von mindestens 10 %, bei Anleihen eine von 6 % pro Jahr zu erwarten sein. Finden wir unter dieser Prämisse nicht genügend Wertpapiere, halten wir konsequent Liquidität und warten auf unsere  Chancen“, erläutert Dr. Rathausky den Investmentprozess. Ziel ist es, mit einer variablen Investitionsquote in alle drei Anlageklassen langfristig aktienähnliche Renditen bei niedriger Schwankung zu erzielen.

 

Die beiden Fondsmanager, Dr. Uwe Rathausky (li)
und Henrik Muhle (re), des ACATIS - GANÉ Value Event Mischfonds.

Die Denkfabrik
Bei ihren Investments orientieren sich die beiden Fondsmanager, die sich seit 1999 aus einer gemeinsamen Zeit beim Vermögensverwalter Dr. Jens Ehrhardt kennen, weder an der Branchen- noch an der Indexzugehörigkeit der einzelnen Unternehmen. Die beiden Diplom-Ökonomen treffen ihre Anlageentscheidungen stets gemeinsam und haben sich das Auswahluniversum nicht nach Anlageschwerpunkten (Branchen, Anlageklassen, oder Titeln) aufgeteilt.

 

Aufgelegt wird der Fonds von Universal-Investment und beraten wird er von der ACATIS Investment GmbH. Rathausky und Muhle fungieren rechtlich als Sub-Berater und tragen inhaltlich die Verantwortung für den Fonds. Dadurch, dass ACATIS den Großteil der Verwaltungsaufgaben, sowie Marketing und Vertrieb übernimmt, können sich die beide weitestgehend auf das Management konzentrieren.

Ein Fonds, drei Varianten
Im ACATIS - GANÉ Value Event liegen aktuell 1,05 Mrd. Euro Anlegergelder (Stand 30.9.2015). Aufgelegt wurde der Fonds im Dezember 2008. Damals gab es nur die von Morningstar derzeit mit fünf Sternen ausgezeichnete Anteilsklasse A (WKN A0X754). Im Laufe der Zeit kamen weitere Anteilsklassen hinzu, nämlich die Klasse B für institutionelle Investoren (WKN A1C5D1) und die Anteilsklasse C (WKN A1T73W), als (quartalsweise) ausschüttende Variante der Klasse A. In die Tranche A haben Anleger derzeit ca. 687 Mio. Euro investiert, in die Tranche B 319 Mio. Euro und in Tranche C 43 Mio. Euro.
Die drei Fonds unterscheiden sich neben dem Ausgabepreis – dieser liegt in der Variante für Institutionelle Investoren beispielsweise bei ca. 15.000 Euro – und der Ertragsverwendung auch in den laufenden Kosten. Bezogen auf das abgelaufene Geschäftsjahr lagen die Kosten bei den Tranchen A und C bei 1,79 % und bei der Tranche B nur bei 1,38 %. Der Ausgabeaufschlag, sofern der Fonds nicht über die Börse bezogen wird, kostet in allen drei Varianten maximal 5 %.

Neben den laufenden Kosten wird bei diesem Fonds auch eine Performance-Fee erhoben. Diese ist jedoch an eine sogenannte High-Water-Mark gebunden und wird nur dann fällig, wenn die absolute Wertentwicklung des Fonds innerhalb einer Abrechnungsperiode (Oktober bis September) einen festgelegten Schwellenwert, der sich an einer (absoluten) positiven Anteilswertentwicklung orientiert, übersteigt. Näheres dazu findet sich im Verkaufsprospekt des Fonds.
Den Verkaufsprospekt sollte eine Basislektüre für jeden Fondsanleger sein. Dort kann der Anleger z. B nachlesen, welche Anlagegrenzen in Wertpapiere und Geldmarktinstrumente für einen Fonds gelten oder in welche Anlageklassen der Fonds ganz grundsätzlich investieren darf. Für den hier besprochenen Fonds erfährt der Anleger beispielsweise, dass dieser u. a. in Derivate, Terminkontrakte, Optionen sowie Investmentanteile anderer Fonds investieren darf, und dass der Fonds z. B. Swapgeschäfte oder Wertpapier-Darlehnsgeschäfte abschließen kann.

Die durchschnittliche jährliche Rendite des Fonds seit Auflage betrug Ende August 2015 respektable 12,4 %. Bei der Wertentwicklung im laufenden Jahr stellt der Fonds den DAX deutlich in die Ecke. Während der DAX 2015 auf der Stelle tritt, konnte der Fonds per 5.10.2015 4,64 % an Wert gewinnen.
In der Tranche C konnte das Ausschüttungspotenzial zuletzt von 69 Euro auf 75 Euro je Anteilsschein gesteigert werden. Die kommende Bruttoausschüttung will man von 3,00 Euro auf 3,50 Euro je Anteilsschein anheben, was einer laufenden Verzinsung von 1,3 % p. a. entsprechen würde. Zur Ausschüttungsstrategie äußert sich Fondsmanager Muhle wie folgt: „Mit den bisher realisierten Erträgen ist eine in der Höhe gleichbleibende Ausschüttung für die nächsten fünf Jahre gesichert. Wir verfolgen das Ziel, eine nachhaltige und im Zeitablauf steigende Ausschüttung zu gewährleisten, die in den kommenden Jahren auf 4,0 % p. a. steigen soll.“

Fazit
Das Vermögen des offensiven Mischfonds ist derzeit zu rund 56,4 % in Aktien und zu 29,3 % in Anleihen investiert. Der Rest ist in liquiden Mitteln geparkt. Zu den Top-Positionen zählen die Aktien von Warren Buffetts Berkshire Hathaway (8,17 %), des dänischen Insulin-Spezialisten Novo Nordisk (6,3 %) und des Nahrungsmittelkonzerns Nestlé (4,4 %).

In dieser Vermögensaufteilung ist der Fonds für Investoren, die auf einen höheren Aktienanteil bei ihrer Investmentstrategie setzen, durchaus als Basisinvestment geeignet. Die Fondsmanager begleiten ihre Investoren außerdem mit monatlichen Investmentberichten, in denen sie die Performancebeiträge und Veränderungen im Portfolio kommentieren. Dadurch lassen sich die Anlageentscheidungen für die Fondsinvestoren besser nachvollziehen.



Weitere Informationen zu den Fonds finden Sie unter:
www.gane.de (u. a. ein Archiv aller Investment- und Monatsberichte)
www.acatis.de/de/investmentfonds

www.anmelden.org/acatisganevalueeventoktober2015/
Am 22. und 29.10.2015 erläutern die beiden Fondsmanager im Rahmen einer Multimediakonferenz angemeldeten Investoren die Allokation des Portfolios und einzelne Investments.

Redaktion AnlegerPlus



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