16. Juli 2020   Markt

Investments in eine Zukunftsbranche

Investments in eine Zukunftsbranche

Wenn von Profiteuren der Corona-Pandemie die Rede ist, wird häufig die Biotechnologiebranche genannt. Wie jedoch die Wachstumszahlen der letzten Jahre zeigen, benötigt das Segment dank starker Megatrends gar keine Gesundheitskrise, um nachhaltig erfolgreich zu sein. Die Zukunftsaussichten sind vielversprechend. Wem Einzelinvestments zu risikoreich sind, der findet in ETFs eine Anlagealternative.

 

Als Oberbegriff steht die Biotechnologie für die Nutzen von Enzymen, Zellen und biologischen Organismen für technische Anwendungen. Im allgemeinen Sprachgebrauch wird Biotechnologie häufig mit der Entwicklung neuer Medikamente gleichgesetzt. Dabei handelt es sich jedoch lediglich um den Teilbereich der sogenannten roten Biotechnologie, zu der inzwischen zahlreiche börsennotierte Unternehmen zu zählen sind. Daneben gibt es noch die grüne (Landwirtschaft) und weiße Biotechnologie (industrielle Anwendungen).

 

Wachsende Branche

Schätzungen zum Biotechnologie-Weltmarkt gehen von einem durchschnittlichen jährlichen Umsatzwachstum von 10 % aus. Zuletzt wurde für das Jahr 2017 ein weltweiter Umsatz von 137,5 Mrd. US-Dollar ermittelt. Inzwischen dürfte der Wert also deutlich höher liegen.

Aktuellere Zahlen liegen für die Biotechnologiebranche in Deutschland vor. Laut dem Deutschen Biotechnologie-Report 2020 des Beratungsunternehmens EY und BIO Deutschland setzte die Branche 2019 hierzulande 4,87 Mrd. Euro um, 10 % mehr als im Vorjahr. Der Weltmarktanteil deutscher Biotechs ist trotz des Wachstums dennoch vergleichsweise klein. Die Schwergewichte der Branche sitzen in den USA: Die beiden größten Player, Amgen und Gilead Sciences, erzielten 2019 jeweils allein über 20 Mrd. US-Dollar Umsatz.

 

Die Aktienkurse der beiden Weltmarktführer (beide aus der roten Biotechnologie) zeigen allerdings, dass es sich bei der Biotechnologie um eine volatile Branche handelt: Der Gilead-Kurs ist noch ein Stück weit von seinem Allzeithoch aus dem Jahr 2015 entfernt. Bei Amgen stimmt zwar die langfristige Entwicklung, anders als andere Technologiewerte hat sich der Kurs allerdings noch nicht wieder auf Vorkrisenniveau berappeln können.

 

Über Vorkrisenniveau

Der NASDAQ-Biotechnology-Index dagegen benötigte für die Aufholbewegung nach dem Corona-Crash gerade mal einen Monat. Auf Xetra werden zwei ETFs gehandelt, die diesen Index nachbilden. Der 2017 aufgelegte, physisch replizierende iShares NASDAQ US Biotechnology ETF hat ein Volumen von über 200 Mio. US-Dollar . Die jährlichen laufenden Kosten liegen bei 0,35 %. Daneben ist noch ein ETF von Invesco (ISIN IE00BQ70R696) auf denselben Index erhältlich, der ein größeres Volumen an verwaltetem Vermögen hat, allerdings auch höhere Gebühren aufweist.

 

Über 200 Unternehmen, die im Biotechnologie- sowie Pharmasektor tätig und im NASDAQ notiert sind, umfasst der NASDAQ-Biotechnology-Index. Sie kommen zum Großteil aus den USA, jedoch nicht ausnahmslos. Schließlich ist die NASDAQ für nicht amerikanische Technologieunternehmen ebenso eine gefragte Börsenplattform. Dennoch liegt der US-Anteil am Index bei über 90 %. Vier Unternehmen machen gemeinsam über ein Viertel des Indexgewichts aus. Neben den genannten Marktführern Amgen und Gilead Sciences sind dies Vertex Pharmaceuticals und Regeneron Pharmaceuticals.

 

Fazit

Ein ETF auf den NASDAQ Biotechnology Index eignet sich als Branchenbeimischung zum Depot. Das Zukunftspotenzial von Gesundheitsinvestments gilt schließlich nicht erst seit Corona als groß. Im Vergleich zur breiter aufgestellten Healthcare-Branche weist die Biotechnologie eine etwas höhere Volatilität auf. Höheren Chancen stehen eben immer auch größere Risiken gegenüber.

 


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