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21. Februar 2019   Interview

Klassik Radio: „Auf dem richtigen Weg“

Urlich Kubak

Die Klassik Radio AG stellt die Weichen auf  Wachstum. Das Unternehmen brachte im Dezember 2017 den Streaming-Dienst Klassik Radio Select (KRS) an den Start und im Merchandising-Bereich wurde das Kurzreise-Auktionsportal „Klassik Radio Auszeit“ geschaffen. Der Allein-Vorstand und Hauptaktionär Ulrich R.J. Kubak stellte sich unseren Fragen.

 

Herr Kubak, am 18. Dezember vermeldete Klassik Radio eine Anhebung der EBITDA-Prognose für das Geschäftsjahr 2018 und kündigte ein Rekordergebnis an. Wie erklärt sich dieser Erfolg?

Es ist uns gelungen, stabil steigende Umsätze in der Werbezeitenvermarktung zu generieren. Auch unser Konzert- uns Merchandisinggeschäft hat sich sehr erfreulich und margenstark weiterentwickelt. So werden wir für das Geschäftsjahr 2018 voraussichtlich ein EBITDA über dem Rekordwert des Vorjahres von 1,7 Mio. Euro ausweisen können – und das unter Berücksichtigung der Aufwendungen für den Aufbau und Betrieb des Streamingdienstes in Höhe von über 0,8 Mio. Euro. Ohne dieses Venture wären wir bei über 2,5 Mio. Euro EBITDA.

 

Welche Störfaktoren könnten dieser Entwicklung entgegenstehen?

Wir sehen derzeit keine wesentlichen Störfaktoren, die uns daran hindern könnten, diese positive Entwicklung 2019 und darüber hinaus fortschreiben zu können. Klassik Radio ist der stärkste Klassik-Sender des Kontinents und erreicht schon jetzt mehr als 6 Millionen Hörer alleine in Deutschland. Seit Januar 2019 kommt erstmalig die strategische Zusammenarbeit in der Vermarktung mit der ARD-Tochter AS&S zum Tragen. Ein historischer Moment, denn damit ist Klassik Radio Teil der stärksten Radio-Werbekombi Deutschlands. Gleichzeitig dringen wir in weitere wachstumsstarke Geschäftsfelder vor – beispielsweise mit unserem Streamingdienst Klassik Radio Select oder unserer eigenen Konzertreihe „Klassik Radio Live in Concert“.

 

Wie hoch ist der Anteil der Bartergeschäfte, bei denen Werbezeit auf den Radiokanälen gegen andere Leistungen getauscht wird? Sind diese bei den Umsatzzahlen eingerechnet?

Im gesamten Jahr 2018 sind Bartergeschäfte mit einem ergebnisneutralen Umsatz in Höhe von ca. 3 Mio. Euro enthalten. Mit diesen Bartergeschäften können wir ohne Cash im Tausch mit Radiowerbung teure Werbekampagnen in Tageszeitungen, Magazinen und TV, z. B. für den Markenaufbau von Klassik Radio Select, schalten. Ein großer strategischer Vorteil, da uns so die Kundenakquisitionen kein Marketinggeld verbrennen. Für 2019 planen wir Bartergeschäfte in etwa der gleichen Höhe wie 2018.

 

Im Dezember 2017 startete das Unternehmen den Streaming-Dienst Klassik Radio Select, das im Konzern in das Segment „Sender“ eingegliedert ist. Wie ist hier der aktuelle Stand?

Wir sind auf dem richtigen Weg und gewinnen täglich neue Kunden. Bis Ende Dezember 2018 wurde die Klassik-Radio-Select-App bereits 120.000 Mal installiert. Die Anzahl der zahlenden Kunden ist schon ordentlich vierstellig.

 

Wie positionieren Sie sich gegenüber der etablierten Konkurrenz beim Musik-Streaming?

Unser Streamingdienst verfügt über ein klares Alleinstellungsmerkmal gegenüber den Mainstream-Streaminganbietern wie Spotify, Apple Music und Co.: Der Kunde bekommt nicht die Such-Qual aus 45 Millionen Titeln, sondern handkuratiert von Experten und Stars, für jede Stimmung und für jede Situation die richtige Musik geliefert. Ein inspirierender Bringdienst und kein nerviger Suchdienst. Diese Exklusivität wissen unsere Abonnenten zu schätzen, entsprechend positiv fällt die Reaktion unserer Kunden aus.

 

Neben dem Kerngeschäft Sender verfügt Klassik Radio mit dem Segment „Merchandising“ über ein zweites Standbein.

Auch im Bereich Merchandising greift unsere Digital-Strategie. Den sinkenden CD-Verkäufen begegnen wir neben unserem Streamingdienst mit einer Ausweitung unserer Aktivitäten in anderen Bereichen. So haben wir 2018 mit unserer selbst entwickelten Auktionsplattform Klassik Radio Auszeit einen zweiten Shop mit attraktivem Geschäftsmodell in den Markt erfolgreich eingeführt. 2018 wurden dort erstmalig sechsstellige Umsätze erzielt.

 

Wann können die Aktionäre wieder mit einer Dividendenausschüttung rechnen?

Trotz kräftiger Ergebnisentwicklung sind wir mittlerweile ein digitales Wachstumsunternehmen mit grandiosen Chancen. Hier finanzieren wir bisher alles aus unserem eigenen Cashflow, völlig ohne die ansonsten üblichen Finanzierungsrunden. Mit Klassik Radio Select haben wir eine wohl einzigartige Chance, den Musik-Streamingmarkt weit über Deutschland hinaus mit zu prägen und uns ein attraktives Stück vom Markt herauszuarbeiten. Der Unternehmenswert kann sich dadurch signifikant erhöhen. Trotzdem werden wir unsere Dividendenpolitik stets – und rechtzeitig vor einer Hauptversammlung – überprüfen.

Stephan Berninger



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