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26. November 2018   Markt & Werte

Lust am Leben macht Lust auf Investments

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Die finanzielle Vorsorge für den eigenen Ruhestand wird angesichts niedriger Zinsen auf das Sparvermögen und der zunehmenden Alterung der Gesellschaft verbunden mit den daraus resultierenden Problemen für die Rentenkassen immer wichtiger. Mit gezielten Investments können Anleger jedoch gerade vom Megatrend „Demografischer Wandel“ profitieren.

 

Der demografische Wandel unserer Gesellschaft ist Fakt. Das würde nicht einmal Donald Trump bestreiten – in den USA gehen bis 2030 durchschnittlich jeden Tag 10.000 Menschen in den Ruhestand. Die zunehmende Alterung der Gesellschaft in den westlichen Industriegesellschaften führt dazu, dass im Laufe der Zeit immer mehr ältere auf immer weniger jüngere Menschen treffen. Bis zum Jahr 2035 wird sich beispielsweise die Zahl der über 65-Jährigen in Deutschland voraussichtlich verdoppeln, die der über 85-Jährigen sogar ungefähr verdreifachen.

Im Jahr 2045 werden gut 25 % der Bevölkerung in Europa über 65 Jahre alt sein. Das liegt an den sukzessive in Ruhestand gehenden Babyboomern, den geburtenstärksten Jahrgängen aus der Vergangenheit. In Japan lässt sich schon heute gut beobachten, wie unsere Zukunft aussehen könnte: eine schrumpfende Gesellschaft, die zunehmend vergreist, was wiederum die Aussichten für künftiges Wirtschaftswachstum dämpft. Der demografische Wandel, der in Deutschland vor allem im Zusammenhang mit der in Schieflage geratenen gesetzlichen Rentenversicherung diskutiert wird, hat aber auch positive Ausprägungen: Beispielsweise verändert sich im Rahmen dieses langfristigen Transformationsprozesses das Konsumverhalten der Bevölkerung.

 

Vermögen und Lebenslust sind vorhanden

Zwar kämpfen immer mehr Menschen auch in unserem Land mit zunehmender Altersarmut, einem großen Anteil der heutigen und künftigen Ruheständler geht es jedoch hervorragend. Die Generation 55 plus hält in Europa ca. 56 % des Nettovermögens. Die immer wieder in den Raum gestellten zu vererbenden Summen der nächsten Jahrzehnte geben einen Hinweis darauf, wo das Geld liegt, das dann sicherlich auch in den Konsum fließen wird. Außerdem verfügen viele Ruheständler über ausreichend Rücklagen, so dass sie ihre Ausgaben auch in wirtschaftlich schlechten Zeiten kaum reduzieren müssen. Investoren schätzen eine solche Konstanz.

 

Zudem hat sich die Lebenskraft und die Lebenseinstellung der Senioren gewandelt. Viele Golden Ager wollen ihre Zeit nicht mehr lethargisch vor dem Fernseher verbringen, sondern sie möchten im Alter noch einmal etwas erleben und sich was gönnen. Davon profitiert nicht nur die Reisebranche. Hochwertige Kleidung und Schmuck, Kosmetika und bewusste Ernährung gehören ebenso zum Stimmungsprogramm der junggebliebenen Senioren wie teure Einrichtung oder Kulturevents.

Wer es sich leisten kann, gönnt sich also etwas. Davon profitieren beispielsweise Aktien von Luxusgüterkonzernen sowie Eventveranstalter oder Anbieter von Kreuzfahrtreisen. Berater aus dem Private Banking führen neben der allgemeinen Lebensfreude auch die Anlagealternativlosigkeit als Grund für die neue Lust am Konsum an: Die in der Regel risikoscheuen Rentner geben ihr Geld eher aus, wenn das Sparbuch statt 3 % nur 0,01 % an Zinsen bringt.

 

Gesundheit kostet Geld

Neben dem Konsumverhalten betrifft der altersbedingte Gesellschafswandel das Thema Gesundheit. Sind die „jüngeren Senioren“ noch aktiv und weitgehend gesund, trifft dies auf höher betagte Rentner, deren Lebenserwartung stetig zunimmt, meist nicht mehr zu. Parallel dazu hat sich die medizinische Versorgung deutlich verbessert. Viele Krankheiten können gezielter behandelt werden, gleichzeitig werden deutlich mehr Krankheiten als früher überhaupt erkannt. Das Angebot schafft die Nachfrage, wer die Möglichkeit hat, etwas gegen seine Leiden zu unternehmen, der wird dies auch tun. Von diesem Trend können Pharmakonzerne oder Medizintechnikbetriebe profitieren. Pflege und betreutes Wohnen gelten ebenso als Milliardenmarkt der Zukunft.

 

Das zeigt, Zielgruppe der Ruheständler muss je nach Lebensphase differenziert betrachtet werden. Es empfiehlt sich, alle Bereiche abzudecken, die vom Demografiewandel profitieren können, und sich nicht nur auf Konsum oder Gesundheit zu beschränken. Denn selbst wenn der übergelagerte Trend leicht erkennbar ist, fällt es schwer, ein Detailinvestment herauszupicken. Gerne denke ich an einen Professor aus meinem BWL-Studium zurück, der wärmstens die Hersteller von Hörgeräten und Brillen empfahl, da in Zukunft mehr Menschen darauf angewiesen sein würden. Damit hatte er zweifelsohne Recht – doch was passiert mit den Aktien dieser Unternehmen, wenn eine neue Methode zur Behandlung von Schwerhörigkeit oder eine ausgereifte und bezahlbare Lasertechnik für Sehschwäche gefunden werden? Deshalb heißt es, immer am Ball zu bleiben oder einem Fondsmanager zu vertrauen. Ausgewählte Fonds und ETFs zu diesem Thema finden Sie in der nachfolgenden Tabelle.

 

Fondsname

Art

ISIN

Fondsvolumen
in €

Auflage

Lfd. Kosten
TER p.a

Performance
5 Jahre

CPR Silver Age

Fonds

FR0010836163

2 Mrd.

22.12.2009

2,27 %

24,66 %

LO Funds- Golden Age

Fonds

LU0161987739

767 Mio.

26.11.1999

1,85 %

24,69 %

Fidelity Global Demographics

Fonds

LU0528228074

496 Mio.

12.04.2012

1,94 %

41,99 %

iShares Stoxx Europe 600 Health Care

ETF

DE000A0Q4R36

549 Mio.

25.04.2001

0,46 %

38,97 %

Quelle: Fondsanbieter, finanzen.net, Stand 23.11.2018

 

Fazit

Der Trend der Überalterung in den Industrieländern ist unumkehrbar. Und selbst wenn durch Zuwanderung und Migration der Entwicklung Einhalt geboten werden könnte, die Best Ager bleiben. Daher sollten sich Investments mit entsprechender Ausrichtung langfristig auszahlen. Aber aufgrund des eingeschränkten Anlagehorizonts sollten sie nur als Beimischung in der Vermögensallokation genutzt werden.


Foto: Aktive Senioren auf der Messe "Die 66"; Quelle: Messe München GmbH

Christoph Richter, Redaktion AnlegerPlus



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