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3. April 2018   Unternehmen

Mehr Patienten besser versorgen

Fresenius

Zuletzt stiegen beim Dialysespezialisten Fresenius Medical Care (ISIN DE0005785802) wieder die Gewinne. Der Zukauf von NxStage Medical soll diesen Kurs fortsetzen. An der Börse lag die Aktie zuletzt im Trend, d. h. sinkende Notierungen. Das macht die FMC-Aktie wieder günstiger. Ausgehend von ihrem Hoch bei 93 Euro Ende Januar hat sie inzwischen fast 11 % nachgegeben.

Für etwa vier Millionen Menschen mit chronischem Nierenversagen ist die Dialyse überlebensnotwendig. Die Bad Homburger Fresenius Medical Care AG & Co. KGaA ist laut eigenen Angaben der weltweit führende Anbieter von Produkten und Dienstleistungen für Menschen mit Nierenerkrankungen, „von denen sich weltweit etwa 3,2 Millionen Patienten regelmäßig einer Dialysebehandlung unterziehen“. Der DAX-Konzern, dessen Mutter Fresenius ebenfalls im deutschen Leitindex enthalten ist, hat inzwischen ein Netz aus 3.752 Dialysezentren aufgebaut und betreut darin weltweit 320.960 Dialysepatienten.

Versorgungsmanagement wächst stark

Im Geschäftsjahr 2017 verbuchte der erst 22 Jahre alte Medizintechnikkonzern ein neues Rekordergebnis. Der Umsatz legte gegenüber dem Vorjahr um 7 % auf knapp 17,8 Mrd. Euro zu, währungsbereinigt hätte das Plus sogar 9 % betragen. Das Konzernergebnis verbesserte sich gegenüber dem Vorjahr um 12 % auf knapp 1,3 Mrd. Euro – nicht zuletzt wegen eines Buchgewinns durch die US-Steuerreform. Mit 1,06 Euro je Aktie soll an die Aktionäre eine Rekorddividende ausgeschüttet werden. Und die Zeichen stehen weiter auf Wachstum: 2018 will man beim Umsatz währungsbereinigt um rund 8 % zulegen. Der Nettogewinn soll – einmal mehr dank der US-Steuerreform – währungsbereinigt um 13 bis 15 % steigen.

Dass FMC wieder mehr verdient, ist vor allem dem eingeschlagenen Kurs des seit 2013 amtierenden CEO Rice Powell zu verdanken. Damals kam es zu Kürzungen im US-Gesundheitssystem, die den Dialysekonzern einige Jahre belasteten. Powell reagierte mit einem Effizienzprogramm für den bis dahin erfolgsverwöhnten Konzern und entwickelte den Plan, neben dem Dialysegeschäft ein weiteres Standbein aufzubauen. Mit dem Kauf von Ärztenetzwerken und Kliniken in den USA stieg FMC in die Versorgung chronisch kranker Patienten ein. Mittlerweile ist der Bereich Versorgungsmanagement zur wachstumsstärksten Säule im Konzern geworden. Deren Ertragskraft ist allerdings bei weitem noch nicht so stark wie beim traditionellen Dialysegeschäft.

Zukauf schreibt noch rote Zahlen

Starke Impulse für sein Geschäft mit Heimdialyse erhofft sich der DAX-Konzern vom Kauf des Medizintechnikanbieters NxStage Medical, den man im August 2017 tätigte. Stolze 2 Mrd. US-Dollar ließ man sich die neue Tochter kosten: Die Hessen zahlten 30 US-Dollar je Aktie, ein Aufschlag von rund 30 % auf den damaligen Aktienkurs der Amerikaner. NxStage produziert Maschinen für Heimdialyse und Intensivmedizin und gilt hier als Pionier: Der Medizintechnikspezialist entwickelt Geräte, für die er als Erster die Zulassung für eine Nachtbehandlung bekam. Das bedeutet für die Patienten eine höhere Lebensqualität im Vergleich zur mehrstündigen Behandlung im Dialysezentrum mehrmals pro Woche.

Mit seinen 3.400 Mitarbeitern erzielte NxStage 2016 einen Umsatz von 366 Mio. US-Dollar. Wegen hoher Entwicklungskosten und Investitionen in das Wachstum werden aber seit Jahren rote Zahlen geschrieben. Im vergangenen Jahr verringerte sich der Nettoverlust von 15,3 Mio. auf 4,7 Mio. Mio. US-Dollar. Mit dem Deal strebt FMC eine weltweit führende Position in der Heimdialyse an und erweitert sein US-Geschäft um die Intensivmedizin. In den ersten drei bis fünf Jahren nach Abschluss sollen Synergien von 80 bis 100 Mio. US-Dollar vor Steuern jährlich herausspringen. Bis 2022 will FMC 15 % seiner Dialysepatienten in den USA Zuhause versorgen, 2016 waren es erst 10 %. Die Behörden müssen den Zukauf allerdings noch genehmigen.

Thomas Müncher, Redaktion AnlegerPlus



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