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23. Februar 2018   Finanzen

Mehrheit der Deutschen kennt Bitcoin

Bitcoin FERTIG

Zweidrittel der Bundesbürger haben schon von der Kryptowährung Bitcoin gehört. Dass sich der Bekanntheitsgrad der Kryptowährung gegenüber 2016 verdoppelt hat, führt der Verband Bitkom auf Nachrichten, Neugier und die Unzufriedenheit mit der Geldpolitik zurück.

Die rasanten Kursgewinne, aber auch Berichte über spektakuläre Diebstähle und Betrug mit der Kryptowährung haben den Bitcoin nach Angaben des Digitalverbandes Bitkom in den Blickpunkt des allgemeinen Interesses gerückt. Während 2013 nur 14 % der Deutschen von dem Bitcoin gehört bzw. gelesen hatten, waren es drei Jahre später schon 36 %.

In der aktuellen repräsentativen Umfrage, die der Verband in Auftrag gegeben hat, gaben 64 % der Befragten an, die Kryptowährung zu kennen. Die Mehrheit (72 %) hat allerdings kein Interesse an der Verwendung des Bitcoin. 19 % der Teilnehmer können sich vorstellen, den Bitcoin zu erwerben und zu nutzen. Tatsächlich tun dies jedoch nur 4 %.

Kaum Interesse an Kursgewinnen

Von den Befragten, die sich aktiv für den Bitcoin interessieren, geben 53 % als Grund die Neugier an, diese innovative Währung einfach mal ausprobieren zu wollen. Weitere Beweggründe sind die Unzufriedenheit mit der Geldpolitik der Zentralbanken und die Suche nach alternativen Währungen (37 %) sowie der Wunsch, online mit Bitcoin zu bezahlen (31 %). Interessant ist, dass für nur 6 % der aufgeschlossenen Teilnehmer potentielle Kursgewinne der Kryptowährung ausschlaggebend sind. 3 % von ihnen sind der Ansicht, dass digitales Geld zu einer modernen Gesellschaft eben dazugehört.

„Kryptowährungen werden in Zukunft Mikrotransaktionen im Internet der Dinge ermöglichen“, erklärt Bitkom-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder. „Dann kann zum Beispiel das Elektroauto bei der kurzen Wartezeit an der Ampel aufgeladen werden und die Gebühr dafür zwischen Fahrzeug und Ladestelle automatisch vereinbart und bezahlt werden, ohne dass sich der Fahrer damit befassen muss.“

Nur für „Spaß am Spiel“

„Bitcoin und andere Kryptowährungen sind ein gutes Beispiel dafür, wie die Digitalisierung die Finanzwirtschaft verändern kann“, so Rohleder weiter. „Dabei geht es weniger um die einzelne Währung an sich, sondern um die dahinterstehende Blockchain-Technologie. Sie wird Auswirkungen auf die gesamte Wirtschaft haben. Aktuell sind Kryptowährungen tatsächlich nur für einen sehr kleinen Kreis von Nutzern von Interesse und auf schnelle Spekulationsgewinne sollte nur der setzen, der Spaß am Spiel hat und einen Totalverlust leicht verkraftet.“

Die Angst vor einem Werteverlust ist es auch, die 44 % der Befragten, die den Bitcoin ablehnen, befürchten. Die Mehrheit dieser Gruppe (63 %) hat schlichtweg kein Interesse an dem Thema und 41 % wissen einfach nicht, wofür sie die digitale Währung überhaupt verwenden sollen. Jeder Vierte, der sich nicht für den Bitcoin interessiert, findet, dass allein schon der Erwerb zu kompliziert ist.

Brieftasche mit digitaler Empfangsadresse

Wer einen Bitcoin kaufen möchte, kann nicht einfach zur Bank gehen oder diesen in sein Depot „laden“, sondern benötigt einen Zugang zu einer sogenannten Krypto-Börse. Der Besitz eines „Wallets“ – einer elektronischen Brieftasche – bildet die Voraussetzung. Wie bei einem Girokonto können dort Überweisungen getätigt und Bitcoins empfangen werden. Der Hauptunterschied ist, dass die Referenz nicht eine Kontonummer, sondern eine Empfangsadresse bildet.

19 % derjenigen, die keine Bitcoins nutzen wollen, gaben an, dass ihnen genau dieses Wissen fehlt. Jeder Fünfte befürchtet den Diebstahl der digitalen Währung. Nur ein Prozent lehnt den Bitcoin aus ökologischen Gründen in Bezug auf den hohen Energieverbrauch ab.

                                                     Quelle: Pressegrafik Bitkom Research / Stand: 15.02.2018

Birgit Paintner, Redaktion AnlegerPlus



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