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14. Januar 2019   Markt & Werte

MorphoSys: Hoffnungsträger in bärischen Zeiten

ylanthia

Auch 2018 brauchten die Anleger des Biotech-Unternehmens MorphoSys angesichts der Berg- und Talfahrt des Aktienkurses wieder starke Nerven. Positive Nachrichten sorgten letztlich 2018 aber doch für ein ordentliches Performanceplus von 14 %. Wie geht es nun weiter?

 

Für Optimismus unter den Aktionären sorgten zuletzt die überraschend gute Geschäftsentwicklung im dritten Quartal sowie der Blick auf die prall gefüllte Forschungspipeline des in Planegg bei München ansässigen Unternehmens. Das operative Ergebnis (Ergebnis vor Zinsen und Steuern, EBIT) ist bis Ende September 2018 vor allem dank einer 47,5 Mio. Euro schweren Vorauszahlung von Novartis auf gut 30 Mio. Euro gestiegen, nachdem im Vorjahreszeitraum noch ein negatives EBIT von 23,5 Mio. Euro angefallen war. Mit dem Schweizer Pharmakonzern verbindet MorphoSys eine Forschungs- und Entwicklungspartnerschaft.

Der Konzernumsatz schnellte im dritten Quartal 2018 von 15 auf 55 Mio. Euro in die Höhe. Dabei spielten Zahlungen aus der Umsatzbeteiligung für das Schuppenflechtemittel Tremfya des Partners Janssen eine entscheidende Rolle. Tremfya ist der erste von einem Partner entwickelte Antikörper aus den Laboren von MorphoSys, der es bislang auf den Markt geschafft hat. In den USA, Kanada, der Europäischen Union und seit Ende letzten Jahres auch in Japan ist das Medikament zugelassen. Ein vielversprechendes Produkt, wie eine im Dezember von Janssen veröffentlichte Studie gezeigt hat. Danach sei Tremfya den Konkurrenzmitteln deutlich überlegen. Branchenkenner halten das Schuppenflechtemittel für einen potenziellen Multi-Milliarden-Blockbuster.

 

Erstes eigenes Medikament wahrscheinlicher

Für das Gesamtjahr 2018 erwartet MorphoSys deshalb einen Konzernumsatz am oberen Rand der bisherigen Zielspanne von 67 und 72 Mio. Euro. Beim Ergebnis rechnet das Management aber wegen der hohen Forschungsaufwendungen für die zahlreichen anderen in der Entwicklung steckenden Projekte mit roten Zahlen.

Besondere Hoffnung weckt die Entwicklung des wichtigsten Wirkstoffkandidaten von MorphoSys: des Antikörpers MOR208. Laut einer jüngsten Studie mit 81 schwerkranken Blutkrebs-Patienten ergaben sich bessere Zwischenergebnisse als bisher bekannt.

MorphoSys gilt deshalb in diesen bärischen Zeiten als vielversprechendes Unternehmen. Branchenkenner äußern sich zunehmend lobend über das Krebsmedikament MOR208. Dank der jüngsten Forschungsfortschritte habe es gute Chancen auf eine beschleunigte Zulassung in den USA. Im Idealfall will MorphoSys bis Ende dieses Jahres den entsprechenden Antrag dort stellen. Es wäre dann das erste eigene Medikament des Unternehmens am Markt – und ein gewaltiger Kurstreiber.

 

Bullische Analysten

Der Analyst von Goldman Sachs, Graig Suvannavej, hat deshalb das Kursziel für MorphoSys von 86 auf 114 Euro angehoben. Für ihn ist die Wahrscheinlichkeit eines Markterfolgs des Antikörpers MOR208 von 50 auf 80 % gestiegen. Noch optimistischer äußerte sich zu Jahresanfang die US-Bank J.P. Morgan. Sie hob das Kursziel für MorphoSys von 120 auf 135 Euro an.

Auch die Deutsche Bank ist voll des Lobes für MorphoSys. Sie stufte die Aktie kurz vor Weihnachten von „Hold“ auf „Buy“ hoch und hob das Kursziel von 120 auf 130 Euro an. Mit 115 Wirkstoffkandidaten in der Forschungspipeline habe der Antikörperspezialist die beste Risikostreuung in der Branche und enormes Wertschöpfungspotenzial, schrieb Analyst Gunnar Romer in einer Studie.

Erst im November unterzeichnete MorphoSys einen Exklusivvertrag mit dem chinesischen Branchenkollegen I-Mab zur Zusammenarbeit bei dem Wirkstoff MOR210. Die Deutschen erhalten daraus eine Vorauszahlung von 3,5 Mio. US-Dollar und könnten mit Meilensteinzahlungen abhängig von Erfolgen in der klinischen Forschung und beim Vertrieb weitere bis zu 101,5 Mio. US-Dollar einstreichen.


MorphoSys (ISIN DE0006632003)

 

Konzernumsatz 2019e:                 63,60 Mio. Euro

Ergebnis/Aktie 2019e:                   −2,51 Euro

Free Cashflow 2019e:                   −60,68 Mio. Euro

EK-Quote 2019e:                            82,5 %

Marktkapitalisierung:                      3,14 Mrd. Euro

 

 

Quelle: investing.com, finanzen.net │ Stand: 10.1.2019

Stefan Siebert



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