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12. Oktober 2021   Markt

Nachhaltigkeit in Theorie und Praxis

Nachhaltigkeit4

Immer mehr börsennotierte Unternehmen in Deutschland setzen sich Nachhaltigkeitsziele. Allerdings klafft bei den Gesellschaften wohl noch eine Lücke zwischen kommunizierter und gelebter Praxis.

 

Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der BDO AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft und der Kirchhoff Consult AG, für die auf Grundlage von Nachhaltigkeitsberichten und nichtfinanziellen Erklärungen/Berichten die 160 Unternehmen aus DAX, MDAX und SDAX untersucht wurden. In der Unternehmensführung lässt sich beim Thema Nachhaltigkeit „eine Lücke zwischen kommunizierter und gelebter Praxis vermuten“, heißt es in der Studie.

23 % der Unternehmen ordnen Corporate Social Responsibility (CSR) einem Vorstandsressort zu. 36 % geben an, Themen mit gesellschaftlicher und ökologischer Relevanz im Jahr 2020 auch im Aufsichtsrat behandelt zu haben. Im Vergütungsbericht weisen ein Drittel aller Unternehmen Kennzahlen auf, die mit Nachhaltigkeit verbunden sind und einen Einfluss auf die Höhe der variablen Vergütung des Vorstands haben. Doch nur bei 20 % sind diese Kennzahlen mit einer konkreten Zielvorgabe und einer konkreten zeitlichen Zielsetzung verbunden.

 

Die Studie zeigt gleichzeitig, dass die börsennotierten Unternehmen in Deutschland Anstrengungen unternehmen, um in puncto Nachhaltigkeit den wachsenden gesellschaftlichen und regulatorischen Anforderungen gerecht zu werden. 66 % der untersuchten 160 Gesellschaften veröffentlichen mittlerweile einen Nachhaltigkeitsbericht – immerhin sieben Prozentpunkte mehr als im Berichtszeitraum der vorausgegangenen Studie.

Erstmals erhob die Studie einen aktuellen Stand bei der Gleichstellung in deutschen Führungsetagen. Demnach sitzt zwar in 38 % der Indexunternehmen mindestens eine Frau im Vorstand. Aber nur 11 % aller Vorstandsposten insgesamt sind weiblich besetzt. Leicht differenziert fällt dabei das Bild in den einzelnen DAX-Indizes aus. Bei DAX-Unternehmen sind 16 % der Vorstände Frauen, bei SDAX-Unternehmen 11 % und bei MDAX-Unternehmen 9 %.

Bei der Verteilung in den Aufsichtsräten ist das Ungleichgewicht mit einem Frauenanteil von 32 % über alle AR-Posten hinweg nicht ganz so deutlich. Vergleicht man die verschiedenen Indizes, unterscheidet sich die Besetzung hier kaum.

 

Redaktion AnlegerPlus

Foto: Pixabay