20. Januar 2020   Investment

Negativzinsen kommen in Mode

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Rund 190 Geldhäuser berechnen einer aktuellen Studie zufolge einem Teil ihrer Kunden mittlerweile Strafzinsen, bei knapp 90 Instituten davon sind auch Privatkunden betroffen. Das sind deutlich mehr als noch vor einem halben Jahr.

Für die Untersuchung analysierte das Verbraucherportal Biallo rund 1.300 Banken und Sparkassen. Bei einer ersten großen Umfrage vor rund sechs Monaten hatten nur 30 Geldhäuser für hohe Einlagen auf privaten Giro- und Tagesgeldkonten Negativzinsen erhoben, die in den meisten Fällen als „Verwahrentgelte“ bezeichnet werden.

Auffällig sei laut Biallo, dass viele Banken und Sparkassen dieses Verwahrentgelt beim Girokonto nicht in der sogenannten Entgeltinformation gemäß Zahlungskontengesetz (ZKG) ausweisen. Die Verbraucherzentrale sehe die Geldhäuser in der Pflicht, die wiederum auf die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) verweisen würden.

Laut Bafin-Pressesprecher Ralf Schürmann seien nach dem Zahlungskontengesetz „nur die Entgelte für die repräsentativsten mit einem Zahlungskonto verbundenen Dienste aufzuführen“. Eine Liste dieser Dienste und die entsprechenden Rechtsgrundlagen sind auf der Homepage der Bafin veröffentlicht. Das Verwahrentgelt zählt demnach nicht dazu, wobei sich die Frage stelle, warum die Verwahrung von Einlagen kein maßgeblicher Zahlungskontendienst sein soll.

Die erste Bank in Deutschland, die einen Negativzins – für besonders wohlhabende Kunden – verlangte, war übrigens bereits Ende 2014 die Deutsche Skatbank. Auslöser war schon damals die Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank. Die Zahl der Geldhäuser, die nun Verwahrentgelte berechnet, dürfte noch höher liegen als die von Biallo ermittelten 190. Das Verbraucherportal weist darauf hin, dass nicht jede Bank bereitwillig Auskunft gegeben hätte, was für eine hohe Dunkelziffer spreche. In den erfassten Fällen bewege sich der Negativzinssatz meist zwischen 0,4 und 0,5 % pro Jahr.

Redaktion AnlegerPlus



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