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4. November 2019   HV-Bericht

Neue Gruppenstruktur

publity

Die publity AG hat eine schwere Krise überwunden. Das Immobilienunternehmen befindet sich wieder auf Erfolgskurs. Mit der Schaffung einer neuen Gruppenstruktur wurde die Basis für eine Fortsetzung der positiven Entwicklung geschaffen.

 

Anfang 2018 war publity, ein Finanzinvestor für Gewerbeimmobilien, in eine schwere Krise geraten. Ein Grund hierfür war die Auseinandersetzung mit Anleihegläubigern über die Dividendenpolitik. Außerdem musste infolge der Verzögerung von Objektverkäufen eine Gewinnwarnung ausgesprochen werden. Bei den Investoren kam die Sorge auf, dass die Gesellschaft ihren Verpflichtungen nicht nachkommen könne.

In der Folge stürzte der Aktienkurs von über 35 auf 10 Euro ab. Anschließend beruhigte sich die Lage. Zudem schuf der Firmengründer und Vorstandsvorsitzende Thomas Olek mit einer von ihm garantierten Kapitalerhöhung neues Vertrauen. Inzwischen notiert die Aktie wieder auf Vorkrisenniveau.

 

Neue Gruppenstruktur

Auf der außerordentlichen Hauptversammlung (HV) am 23.10.2019 in Leipzig stand als wesentlicher Punkt die Neuordnung der Gruppenstruktur auf der Tagesordnung. Ausgangspunkt war, dass die publity AG über die zunächst 100%ige Tochtergesellschaft publity Investor GmbH Ende 2018 mit dem Aufbau eines eigenen Immobilienportfolios begonnen und so neben dem Asset Management ein weiteres Geschäftsfeld erschlossen hat. Dem Vorstand erschien die Kombination sinnvoll. Investoren forderten aber eine Trennung der Geschäftsfelder. Auch aus Risikogesichtspunkten schien es angebracht, zwei wirtschaftlich verbundene, aber eigenständig gesteuerte und finanzierte Unternehmen zu schaffen.

Die publity AG brachte deshalb 94,9 % der Anteile an der publity Investor GmbH in die Preos Real Estate AG ein. Im Zuge dieser Maßnahme erwarb sie eine Beteiligung von 66,21 % an diesem Unternehmen, die sie bis heute durch den Erwerb weiterer Aktien auf 92,77 % aufgestockt hat. Wirtschaftlich hat sich damit nur wenig verändert. Jedoch ist das Bestandshaltergeschäft jetzt in einer eigenen börsennotierten Gesellschaft gebündelt und kann eigenständig finanziert werden. Ein Beherrschungsvertrag soll nicht geschlossen werden.

 

Kritik an Parametern der Transaktion

Auf der HV gab es diverse Nachfragen zu dem Austauschverhältnis, das auf einer Bewertung von 400 Mio. Euro für die publity Investor GmbH und einem Preis von 8 Euro je Preos-Aktie basiert. Schließlich errechnete sich der innere Wert (NAV) der Preos-Aktie zum 30.6.2019 lediglich mit 1,19 Euro und im Zuge der Kapitalerhöhung im Februar 2018 sind die Anteile zu 1 Euro ausgegeben worden.

Den HV-Rednern erschloss sich nicht, woher in so kurzer Zeit ein solcher Wertzuwachs kommen soll. Vorstandschef Olek entgegnete, dass der NAV bei Immobilienunternehmen, die sich im Aufbau befinden, kein geeigneter Indikator sei. Bei der zugrunde liegenden Planungsrechnung sei nicht nur der vorhandene Immobilienbestand, sondern zusätzlich die Objektpipeline einbezogen worden, um das erwartete schnelle Wachstum abzubilden.

 

Vorstandschef kauft weiter zu

Auf Kritik stieß bei der HV außerdem die Tatsache, dass CEO Olek nach der Transaktion 82 % der publity-Aktien hält und damit praktisch allein das Sagen hat. Zudem wäre ein Streubesitz von mindestens 25 % die Voraussetzung für den geplanten Wechsel der Aktiennotierung vom Freiverkehr in den Prime Standard. Dass der Vorstandschef lieber zukauft, ist jedoch nachvollziehbar. Beim aktuellen Kurs von 35 Euro wird die publity AG an der Börse mit 515 Mio. Euro bewertet. Allein die Beteiligung von knapp 93 % an der Preos Real Estate AG ist allerdings schon fast 600 Mio. Euro wert. Zusätzlich verfügt die publity AG mit ihren Aktivitäten im Asset Management über eigenes Geschäft.

Matthias Wahler, Redaktion AnlegerPlus



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