25. Juni 2019   GASTBEITRAG

Notenbanken am Ende!

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Endlich kommt die lang erhoffte Zinswende - allerdings nicht nach oben sondern nach unten! Fortsetzungen sind meist nicht so gut wie das Original aber bei Mario Draghi´s „Whatever it takes“ war der erste Teil schon verheerend. Nun hat er es wiederholt verlauten lassen. Die Bilanz der EZB ist auf Rekordniveau und er will weiter die Geldschleusen öffnen, Anleihen aufkaufen und die Zinsen senken.

Die Zinsen senken? Moment mal, wir sind doch schon bei 0 % - wo soll da gesenkt werden? In den Negativbereich! Wir werden Negativzinsen sehen, wie leider von uns schon lange in Aussicht gestellt. Was ist der Auslöser? Es sind miese Konjunkturaussichten, eine zu schwache Inflation sowie eine drohende Rezession, die  für Panik unter den Währungshütern sorgt. Denn auch die US- Notenbank Fed signalisiert Zinssenkungen. Andere Notenbanken sind schon aktiv geworden: In Australien sind wir auf einem Rekordtief, Indonesien, Indien, Malaysia, Philippen, Neuseeland und auch China sahen sich ebenfalls genötigt die Zinsen stärker zu senken als während der Finanzkrise 2008! 

EZB-Chef Draghi droht nun ebenfalls mit einer Ausweitung seiner verheerenden Notenbankpolitik und bringt damit nicht nur US-Präsident Donald Trump zum Glühen. Kurzum, jetzt beginnt der Währungskrieg. Die Zinsen werden weiter sinken, es wird noch mehr Geld gedruckt und es werden noch mehr Anleihen von faktisch bankrotten Staaten und Unternehmen gekauft.

Warum soll sich der Wirtschaftsausblick verbessern?

Alle Anzeichen stehen auf Rezession, insbesondere beim Exportweltmeister und Stütze der Eurozone – Deutschland. Deutschlands Schlüsselindustrie –  die Automobilbranche – ist schon in einer Rezession. Insbesondere im Gigamarkt China sieht es zappenduster aus. Die PKW-Verkaufszahlen in China sanken laut China Association of Automobile Manufacturers im Mai abermals um 17,37 % im Vergleich zum Vorjahresmonat. Für die ersten fünf Monate 2019 ist ein Verlust von 15,17 % zu verzeichnen. Die gesamten Fahrzeugverkäufe (PKW, Busse und LKW) sind in China, im Mai 2019 um 16,40 % zum Vorjahresmonat gesunken.

Andere Indikatoren verheißen ebenfalls nichts Gutes: Im April 2019 ist die Rohstahlproduktion in den deutschen Hüttenwerken um 8,7 % zum Vorjahresmonat gesunken. In den ersten vier Monaten 2019 sank der Output um 4,9 % zum Vorjahreszeitraum. Bereits im Jahr 2018 sank der Output um 2,2 %. Ein weiteres Indiz für eine Rezession sind die Aluminium Bestellungen, diese sind so schwach wie seit 2009 nicht mehr! Es ist lediglich eine Frage der Zeit, bis die Rezession in Deutschland und in den Euroländern voll einschlägt. Und genau dann wird ein panischer Mario Draghi konkret in Aktion treten.

Draghi zerstört den Bondsmarkt!

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat bereits Anleihen im Volumen von rund 2,6 Billionen Euro in den Büchern. Dennoch kündigte der EZB-Chef Mario Draghi an, seine vollkommen irrsinnige Geldpolitik noch weiter voranzutreiben. Früher verkündetet er die Devise: „Whatever it takes“. Heute: „Ein zusätzlicher Stimulus ist nötig" und noch besorgniserregender: „Wir sind bereit, alle Instrumente zu nutzen, die notwendig sind.“ Diese Aussagen sollten uns spätestens jetzt auf die Barrikaden treiben, denn wir werden für die zum Scheitern verurteilte Notenbankpolitik einen immer höheren Preis bezahlen. Wir erwarten nach den Äußerungen Draghis, dass die EZB bereits auf ihrer nächsten Sitzung am 25. Juli eine Senkung des Einlagezinses beschließt.

US-Präsident Trump wird eine mit der EZB-Politik einhergehende Abwertung des Euros, welche Importe aus der Eurozone in die USA begünstigt, gewiss nicht teilnahmslos hinnehmen. Trump schrieb auf dem Kurznachrichtendienst Twitter zu Drahgis neuestem Coup, dass es dies Europa zu Unrecht leichter mache, gegen die USA im Wettbewerb anzutreten. Auf die Konsequenzen aus den USA in Form von drastischen Zöllen werden wir gewiss nicht lange warten müssen.

Nach Draghis Ansage verzeichnete der Handel mit europäischen Staatsanleihen einen Einbruch der Zinsen. Selbst die Renditen für zehnjährige Staatsanleihen aus Frankreich und Österreich rutschten erstmals in den negativen Bereich. Betrachtet man die verheerenden volkswirtschaftlichen Eckdaten Frankreichs, dann wird auch dem Letzten der Irrsinn bewusst. In Deutschland sind die zehnjährigen Bundesanleihen noch tiefer in die Negativzone gerauscht und erreichten ein Rekordtief bei minus 0,33 %.

Selbst der Marktzins für Griechenanleihen fiel um 0,22 Punkte auf 2,47 %. Zehnjährige Italien-Anleihen fielen um 0,21 Punkte auf 2,09 %. Faktisch bankrotte Länder wie Italien und Griechenland können sich also trotz Rekordverschuldung, hoher Arbeitslosenquoten und einer Industrieproduktion auf dem Niveau von vor 20 oder 30 Jahren günstiger verschulden als je zuvor.

Billiges Geld zerstört Vermögensgrundlagen

Draghi wird alles versuchen, um eine Rezession zu unterbinden. Fakt ist aber: Mit Gelddrucken lässt sich niemals eine Krise nachhaltig lösen! Mit der kommenden Rezession werden die Notenbanken allerdings global in noch größerem Stil als in der Vergangenheit die Geldschleusen öffnen und die Zinsen weiter senken.

Und was sind die Folgen für die Bürger daraus? Die Immobilienblase wird noch gigantischer und Wohnen immer mehr zum Luxusgut. Noch mehr Menschen werden mit Geld, das sie selbst nicht erwirtschaftet haben, Immobilien erwerben, die sie sich nicht leisten können. Banken und Versicherungen werden weiter unter dem Notenbankexperiment leiden und schlussendlich dann der Sparer. Die Altersvorsorge wird ebenfalls noch schwieriger. Lebens- und Rentenversicherungen, Bausparverträge und Riesterrenten erwirtschaften nicht mehr die versprochenen Erträge. Wenn überhaupt, werden diese zumeist von den Gebühren wegfressen. Die Altersarmut wird weiter wachsen.

Notenbaken kaufen Zeit und lösen keine Probleme

Das Einzige was die Notenbanken mit ihrer Politik letztlich erreichen werden, ist sich erneut teuer Zeit zu erkaufen und den Crash abermals in die Zukunft zu verschieben. Denn eines werden sie nicht schaffen — das Problem lösen! Lediglich wird die Fallhöhe weiter nach oben justiert und der Aufprall damit noch härter. Keine Krise wird dauerhaft mit Gelddrucken gelöst, auch wenn immer mehr Ökonomen der „Modern Money Theorie“ (MMT) anhängen. Das einzige, was momentan von den Notenbanken betrieben wird, ist volkswirtschaftliche Schadensmaximierung. Den Preis dafür werden wir Bürger bezahlen. Es ist an der Zeit dem Wahnsinn ein Ende zu setzen.

 

Autoren

Die beiden Ökonomen, Querdenker, Redner und unabhängigen Honorarberater Matthias Weik und Marc Friedrich schrieben gemeinsam vier Bestseller „Der größte Raubzug der Geschichte – warum die Fleißigen immer ärmer und die Reichen immer reicher werden“. Es war das erfolgreichste Wirtschaftsbuch 2013. Im Jahr 2014 „Der Crash ist die Lösung – Warum der finale Kollaps kommt und wie Sie Ihr Vermögen retten“. 2016 „Kapitalfehler - Wie unser Wohlstand vernichtet wird und warum wir ein neues Wirtschaftsdenken brauchen“. Im April 2017 ist ihr viertes Buch „Sonst knallt‘s!: Warum wir Wirtschaft und Politik radikal neu denken müssen“, das sie gemeinsam mit Götz Werner (Gründer des Unternehmens dm-drogerie markt) geschrieben haben, erschienen. Weitere Informationen über die Autoren finden Sie unter: www.friedrich-weik.de

Matthias Weik und Marc Friedrich



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