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16. Oktober 2018   Nebenwerte

Rocket-Exit mit hoher Bewertung

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Bislang kann man Oliver Samwer, seines Zeichens Vorstandschef der Beteiligungsgesellschaft Rocket Internet SE, nicht nachsagen, dass die Börsengänge der Beteiligungsunternehmen schlecht verlaufen wären. Sowohl Zeichner von Delivery Hero als auch von home24 und HelloFresh liegen mit ihrem Investment im Plus. Jetzt folgt mit dem Börsengang der Westwing Group AG der nächste Streich. Ob Erstzeichner auch mit dieser Aktie froh werden, bleibt jedoch abzuwarten.

Keine rasante Entwicklung

Westwing bezeichnet sich als die führende Marke und Plattform im Home & Living eCommerce in Europa. Im Jahr 2017 erzielte das Unternehmen einen Umsatz von 220 Mio. Euro. Das 2011 gegründete Unternehmen hat seinen Hauptsitz in München und ist in elf europäischen Ländern aktiv. Besonders stolz ist man im Hause Westwing auf die außergewöhnliche Kundenbindung der vorwiegend weiblichen Kundschaft. 85 % der Umsätze werden demnach mit Kunden erzielt, die die Webseiten und Apps von Westwing durchschnittlich 100 Mal im Jahr besuchen. Das müsste dann im Umkehrschluss aber bedeuten, dass der Hauptumsatz von Westwing im Bereich der Wohn-Accessoires liegt. Denn auch Stammkunden werden vermutlich nicht mehrmals im Jahr neue Möbel anschaffen. Ausweislich der Angaben im Emissionsprospekt kann Westwing zwar Wachstum vorweisen, allerdings nicht in Größen, die das Anlegerherz begeistern können. Von 2015 auf 2106 konnte der Konzernumsatz um 18,26 % gesteigert werden. Im Jahr darauf stand nur noch ein Umsatzzuwachs von gerade einmal knapp 7 % zu Buche. Und auch im ersten Halbjahr des laufenden Geschäftsjahres hielt sich der Umsatz mit 120,5 Mio. Euro in überschaubaren Sphären. Immerhin war das bereinigte EBITDA zum Halbjahr 2018 mit 2,8 Mio. Euro leicht positiv.

Ambitionierte Bewertung

Der Börsengang vom vergangenen Dienstag sollte frische Mittel in die Kasse spülen, um das weitere Wachstum zu finanzieren. Aus dem primären Angebot, insgesamt wurden im Rahmen einer Kapitalerhöhung 4,4 Mio. neue Aktien beim IPO ausgegeben, werden Erlöse in Höhe von bis zu 130 Mio. Euro erwartet. Westwing will zwischen 20 und 50 Mio. Euro in seine Technologieplattform und das Kundenerlebnis investieren, 20 bis 25 Mio. Euro sollen zur Schuldentilgung verwendet werden. Außerdem möchte das Unternehmen sein Produktangebot allgemein und insbesondere die Eigenmarkenprodukte weiterentwickeln. Neben den Aktien aus der Kapitalerhöhung sollen im Rahmen einer Mehrzuteilungsoption bis zu 660.000 Aktien aus dem Bestand des Großaktionärs Rocket Internet platziert werden. Der Zuteilungspreis für die neuen Aktien in Höhe von 26 Euro lag in der Mitte der ursprünglich festgelegten BookbuildingSpanne von 23 bis 29 Euro. Aktuell notiert die Aktie bei 25 Euro, daraus errechnet sich eine Marktkapitalisierung der Gesellschaft von fast 500 Mio. Euro. Wir halten diese Bewertung angesichts der bislang erzielten Umsatz- und Ergebnisgrößen für sehr ambitioniert und raten interessierten Anlegern deshalb, die Westwing-Aktie vorerst von der Seitenlinie aus zu beobachten. Gegebenenfalls nehmen wir eine Neueinschätzung der Aktie vor, wenn sich die kommenden Geschäftszahlen nachhaltig verbessern.

 

Foto: istockphoto.com

Redaktion AnlegerPlus



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