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22. Juni 2012   Börse

Schlagabtausch der Großaktionäre

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Auf der Hauptversammlung des Holzbearbeitungsmaschinenherstellers Homag Group AG (ISIN DE0005297204) kam es wie erwartet zum offenen Schlagabtausch der beiden Großaktionäre – die Fronten bleiben verhärtet.

Die Hauptversammlung (HV) der Homag Group AG (Homag) am 24.5.2012 dauerte knapp 10 Stunden, der Machtkampf der beiden Großaktionäre beherrschte das Geschehen. Die Deutsche Beteiligungs AG (DBAG) hält mit 33,13 % gut ein Drittel an Homag, der Schuler-Klessmann-Pool kommt auf 25,01 %. Der Pool vereint mit der Gründerfamilie Schuler und der Klessmann-Stiftung die Altaktionäre des Unternehmens.

Stein des Anstoßes

Hauptkritikpunkt des Pools an der DBAG ist die Zusammensetzung des Aufsichtsrats: Dieser wurde auf der HV im Jahr 2010 auf Anteileignerseite komplett durch die DBAG besetzt, obwohl in der damaligen Tagesordnung andere Personen benannt waren – unter anderem auch Mitglieder des Schuler-Klessmann-Pools. Der Firmenmitgründer Gerhard Schuler erklärte auf der diesjährigen HV, dass er es als „schlimme Provokation“ empfinde, dass seit zwei Jahren kein Mitglied des Pools mehr im Aufsichtsrat sitze. Schuler betrachtet den Pool als Ankeraktionär des Unternehmens. Außerdem warf er Torsten Grede, Aufsichtsratsvorsitzender der Homag AG und Vorstandsmitglied der DBAG, vor, den Technikvorstand Achim Gauß aus dem Unternehmen „hinausgeekelt zu haben“. Gauß hatte am Abend vor der HV überraschend seinen Rücktritt erklärt.

Besorgte Stimmung
Über den Rücktritt von Gauß zeigten sich viele Anteilseigner besorgt. Über 1.000 Homag-Mitarbeiter haben sich bei einer Unterschriftenaktion zum Verbleib des Vorstands beteiligt und auch auf der HV meldeten sich Mitarbeiter zu Wort: Sie zeigten sich besorgt über das Vorankommen und den Fortbestand des Unternehmens sowie über die Entwicklung des Betriebsklimas. Besorgnis gab es auch aufseiten des Homag-Großkunden Ikea, dieser äußerte seine Bedenken zum Ausscheiden von Gauß schriftlich.

Fazit der HV
Letztendlich konnte sich der Schuler-Klessmann-Pool bei einigen Abstimmungen durchsetzen: So wurde mit rund 55 % der Stimmen ein neues genehmigtes Kapital und mit 51 % das Vorstandsvergütungssystem abgelehnt. Vorstand und Aufsichtsrat wurden jedoch entgegen der Absicht des Pools durch die HV entlastet. Der Sprecher der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger e.V. (SdK), Rechtsanwalt Herbert Wild, mahnte auf der HV die Großaktionäre zum Wohle des Unternehmens aufeinander zuzugehen. Das Vertrauen im Unternehmen müsse dringend wieder aufgebaut werden. Denn der Kurs der Homag-Aktie von derzeit rund 11 Euro könne weder die Großaktionäre noch die verbleibenden Anteilseigner zufriedenstellen. Die Homag-Aktie war 2007 mit einem Emissionskurs von 31 Euro an der Börse gestartet.

Herbert Wild / Stephanie Wente, Redaktion AnlegerPlus



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