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17. Januar 2019   Nebenwerte

SGL Carbon: Neuausrichtung greift

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Große Hoffnungen hatten Automobilhersteller in die Verwendung von Carbonfasern gesetzt. Deshalb erhielt die Aktie der SGL Carbon AG im ersten Jahrzehnt des Jahrtausends erhöhte Aufmerksamkeit. Audi stieg 2005 in eine Kooperation mit SGL ein, die BMW-Großaktionärin Susanne Klatten etablierte sich als Großaktionärin. Geholfen hat das alles nichts – der Konzern verzeichnete ein Verlustjahr nach dem anderen. Doch mittlerweile scheint eine Trendwende gelungen.

 

Katastrophenjahre zu Ende

Die Geschäftsjahre 2013 bis 2016 zeichneten ein verheerendes Bild der Gesellschaft. Jedes Jahr wurden dreistellige Millionenbeträge verbrannt, der Verlust in diesem Zeitraum kumuliert sich auf 970 Mio. Euro. Um diese Verluste ausgleichen zu können, wurden die Anteilseigner regelmäßig zur Kasse gebeten, jährliche Kapitalmaßnahmen prägten das Bild. Doch der Vorstand steuerte dagegen und initiierte eine Restrukturierung, die neben der Veräußerung des Geschäftsbereichs „Performance Products“ und einer Anpassung der Verwaltungsstruktur eine Neuaufstellung der verbliebenen Geschäftsbereiche beinhaltete. Und diese Restrukturierung trägt Früchte: 2017 konnte der Konzern bei Umsätzen von 860 Mio. Euro ein Konzernergebnis von 129 Mio. Euro erzielen.

 

Neunmonatszahlen überzeugen

Auch die Zahlen zum 30. September 2018 stimmen zuversichtlich. In den ersten neun Monaten 2018 stiegen Umsatz und Ertrag gegenüber dem Vorjahr deutlich an. Das Umsatzplus von rund 23 % auf 786 Mio. Euro ging annähernd zur Hälfte auf starkes organisches Wachstum in den Marktsegmenten Mobilität, Digitalisierung, Chemie und Industrielle Anwendungen zurück. Das übrige Umsatzwachstum entfiel auf hohe positive Effekte in Verbindung mit der erstmaligen Anwendung von IFRS 15 sowie mit der Vollkonsolidierung der ehemaligen Gemeinschaftsunternehmen mit der BMW Group und Benteler. Das EBIT vor Sondereinflüssen stieg um rund 80 % auf 59 Mio. Euro, unter dem Strich steht ein Konzernergebnis von knapp 48 Mio. Euro. Im Gesamtjahr 2018 soll der Umsatz die Milliardenschwelle überschreiten und das EBIT überproportional zum Umsatzwachstum zulegen.

 

Fünfjahresplan angekündigt

Auch für die kommenden Jahre sieht sich der SGL-Vorstand gut positioniert. Um kurzfristig zusätzliche Wachstumsopportunitäten ergreifen zu können, ist in den Jahren 2019 bis 2021 ein um insgesamt etwa 80 Mio. Euro höheres Investitionsniveau als bisher erwartet geplant. Aufgrund der höheren Investitionen sowie dem wachstumsbedingt höheren Bedarf an Working Capital wird sich das bisherige Ziel, ab 2020 einen mindestens ausgeglichenen Free Cashflow zu generieren, um ein Jahr auf 2021 verschieben. Andererseits erhöhen die zusätzlichen Investitionsausgaben gleichzeitig die mittelfristigen Erwartungen bei Umsatz und Ergebnis. Beim Konzernumsatz liegt das Ziel für das Jahr 2022 nun um einen hohen zweistelligen Millionen-Euro-Betrag über dem bisherigen Ziel von 1,3 Mrd. Euro. Darüber hinaus wird im Jahr 2022 aufgrund des höheren Umsatzes ein zusätzlicher EBIT-Beitrag in niedriger zweistelliger Millionen-Euro-Höhe gegenüber der bisherigen Planung erwartet.

 

Aktie günstig

Der Aktienkurs ist bislang noch nicht in Schwung gekommen und notiert mit 6,90 Euro nicht weit entfernt vom 10-Jahres-Tief von 6 Euro. Dieser Kurs spiegelt eine Marktkapitalisierung von knapp 800 Mio. Euro wider. Wir halten diese Bewertung der SGL-Aktie aufgrund des gelungenen Turnarounds sowie der guten Aussichten bis zu einem Kurs von 7 Euro für günstig. Das mittelfristige Kursziel liegt bei 12 Euro, ein Stop-Loss-Limit sollte bei 5,50 Euro platziert werden.

 Quelle: investing.com

Redaktion AnlegerPlus



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