23. April 2019   Steuern

Steuern und Beruf

zwei jobradler im strassenverkehr mit autos

Für Steuerzahler lohnt es sich immer, bei der Gesetzgebung und Rechtsprechung auf dem Laufenden zu bleiben. Wir geben regelmäßig einen Überblick zu aktuellen Entwicklungen bei ausgewählten Steuerthemen. Welche Anträge sollten gestellt, welche Fallstricke vermieden werden?

 

Dienstfahrrad steuerlich attraktiv

Wer umweltfreundlich zur Arbeit anreist, d. h. mit öffentlichen Verkehrsmitteln, dem Fahrrad oder auch dem Elektrodienstwagen, wird steuerlich belohnt. Tickets oder Zuschüsse für den öffentlichen Nahverkehr durch den Arbeitgeber kann man steuerlich geltend machen, wenn diese zusätzlich zum Gehalt angeboten werden. Den Betrag muss man dann aber von der Entfernungspauschale abziehen.

Wer ein Dienstfahrrad (einschließlich E-Bike bis 25 km/h) in Form einer Gehaltsumwandlung gestellt bekommt, das auch privat genutzt werden darf, muss für diese private Nutzung monatlich 1 % des Bruttolistenpreises als geldwerten Vorteil versteuern. Wird das Dienstfahrrad erstmals im Zeitraum 2019 bis 2021 gestellt, muss nur die Hälfte des Bruttolistenwerts als geldwerter Vorteil versteuert werden. Dies drückt auch die Bemessungsgrundlage für Lohnsteuer und Sozialversicherungsbeiträge.

Erhält der Arbeitnehmer das Dienstfahrrad on top zum Gehalt, bleibt es im Zeitraum 2019 bis 2021 sogar steuer- und abgabenfrei. In diesem Fall bleibt die Entfernungspauschale in der Steuererklärung davon unbehelligt. Gleiches gilt beim Leasing.

Schließlich gilt bei für die private Nutzung freigegebenen Elektro- und Plug-in-Hybride-Dienstwagen – worunter auch Elektrofahrräder mit mehr als 25 km/fallen –, die bis zum 31.12.2021 gekauft oder geleast werden, dass bei der Berechnung des geldwerten Vorteils der Privatnutzung mit der 1%-Regelung nur der halbe Listenpreis angesetzt werden muss.

 

Kalte Progression gemildert

Wenn Arbeitnehmer eine Lohnerhöhung erhalten, die aber durch höhere Steuersätze und die Inflation wieder aufgefressen wird, spricht man von kalter Progression. Um dieser entgegenzutreten, hat der Bund die Eckwerte bei der Einkommenssteuer der Inflation angepasst und den Grundfreibetrag erhöht. Somit greifen die Steuersätze dieses Jahr ab leicht höheren Einkommen. Gemäß einer durchschnittlichen Inflationsrate von etwa 2 % wurden die Eckwerte des Einkommenssteuertarifs für 2019 um 1, 84 % angehoben. Im nächsten Jahr sollen diese um weitere 1,95 % steigen.

Diese Anpassungen betreffen auch die untere und obere Grenze der Einkommenstabelle. Der Grundfreibetrag, bis zu dem Steuerfreiheit besteht, ist 2019 von 9.000 Euro auf 9.168 Euro angehoben worden und steigt 2020 auf 9.408 Euro. Bei Verheirateten gilt der doppelte Betrag, d. h. 18.336 Euro in diesem und 18.816 Euro im nächsten Jahr. Der Spitzensteuersatz von 45 % greift 2019 ab einem erhöhten zu versteuernden Einkommen von 265.327 Euro bei Ledigen und 530.653 Euro bei Verheirateten. 2020 gilt der maximale Steuersatz ab 270.501 Euro bzw. ab 541.001 Euro.

 

Abzug von Vorsorgeaufwendungen

Aufwendungen für die Basisversorgung im Alter, wie Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung, berufsständische Versorgungswerke oder Rürup-Rente, können als Sonderausgaben in der Steuererklärung bis zum einem bestimmten Prozentsatz pro Jahr geltend gemacht werden.

Das Bundesfinanzministerium sieht vor, diesen Prozentsatz jährlich um zwei Prozentpunkte zu erhöhen, sodass 2025 100 % erreicht werden. Im Jahr 2019 können Arbeitnehmer, Selbstständige sowie Beamte 88 % des maximal steuerfreien Betrags von 24.305 Euro absetzen. Bei Verheirateten gilt der doppelte Betrag. Im Falle der gesetzlichen Rentenversicherung reduziert sich der Betrag um den steuerfreien Arbeitgeberanteil.

Vorsorgeaufwendungen für eine Basisabsicherung bei Krankheit in Form von Beiträgen für die gesetzliche oder private Kranken- und Pflegeversicherung können weiterhin voll steuerlich abgesetzt werden. Liegen die Beiträge für Kranken- und Pflegeversicherung bei Arbeitnehmern, Beamten und Rentnern jährlich unter 1.900 Euro bzw. bei Selbstständigen unter 2.800 Euro, können noch weitere Aufwendungen wie Haftpflicht angerechnet werden.

Redaktion AnlegerPlus



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