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30. Juli 2019   Steuern

Steuern und Gewerbe

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Für Steuerzahler lohnt es sich immer, bei der Gesetzgebung und Rechtsprechung auf dem Laufenden zu bleiben. Wir geben regelmäßig einen Überblick zu aktuellen Entwicklungen bei ausgewählten Steuerthemen.

 

Verkäufe über eBay als gewerbliche Tätigkeit

Nachhaltige Verkäufe durch Auktionen bei eBay mit hohem Einkommen können als gewerbliche Tätigkeit eingestuft werden. Gewinne, die aus dem Verkauf erzielt wurden, unterliegen entsprechend der Einkommen-, Umsatz- und Gewerbesteuer.

Das Hessische Finanzgericht musste in einem Fall entscheiden, in dem eine Steuerpflichtige beim Stöbern bei Haushaltsauflösungen kostengünstig diverse Gegenstände eingekauft und diese nachfolgend auf eBay in Form von Versteigerungen zum Verkauf anbot. Dabei erzielte sie nach Erkenntnissen einer Steuerfahndungsprüfung innerhalb von vier Jahren Einnahmen zwischen 40.000 und 90.000 Euro pro Jahr.

Nach Auffassung des Gerichts verwaltete und veräußerte die Steuerpflichtige mit den Verkäufen durch Auktionen bei eBay nicht privates Vermögen und übte lediglich eine Hobbytätigkeit aus, sondern entfaltete eine wirtschaftliche Tätigkeit, weil sie dabei wie ein gewerblicher Händler aufgetreten ist.

Nachdem die Rechtsprechung in vergleichbaren Fällen den Ansatz von Betriebsausgaben in einer Spanne von 40 % bzw. 80 % des Nettoumsatzes für angemessen befunden hat, hält das Gericht in diesem Fall die Schätzung von Betriebsausgaben in Höhe von 60 % des Nettoumsatzes für gerechtfertigt. Die Revision zum Bundesfinanzhof wurde zugelassen.

 

Gesetzentwurf zur Förderung der Elektromobilität

Das Bundesfinanzministerium stellte einen Referentenentwurf eines Gesetzes zur weiteren steuerlichen Förderung der Elektromobilität vor. Darin sind folgende Maßnahmen vorgesehen:

  • eine Sonderabschreibung für rein elektrische Lieferfahrzeuge (bis maximal 7,5 Tonnen) in Höhe von 50 % im Jahr der Anschaffung zusätzlich zur regulären Abschreibung (befristet auf zehn Jahre bis Ende 2030),
  • eine neue Pauschalbesteuerung bei Jobtickets in Höhe von 25 %, die nicht auf die Entfernungspauschale angerechnet wird,
  • die Verlängerung von Steuererleichterungen bei der Dienstwagenbesteuerung und vom Arbeitgeber gewährten Vorteilen für das elektrische Aufladen bei (Hybrid-)Elektrofahrzeugs.

 

Darüber hinaus sind folgende Maßnahmen geplant:

  • Einführung eines Pauschbetrags für Berufskraftfahrer in Höhe von 8 Euro pro Tag,
  • Anhebung der Pauschalen für Verpflegungsmehraufwendungen von zzt. 12 bzw. 24 auf 14 bzw. 28 Euro,
  • Einkommensteuerbefreiung von Sachleistungen im Rahmen alternativer Wohnformen (z. B. „Wohnen für Hilfe“),
  • Einführung eines Bewertungsabschlags bei Mitarbeiterwohnungen,
  • Einführung des ermäßigten Umsatzsteuersatzes für E-Books,
  • kein Sofortabzug von Fondsetablierungskosten bei modellhafter Gestaltung eines geschlossenen gewerblichen Fonds.

 

Redaktion AnlegerPlus



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