21. März 2019   Steuern

Steuern und Immobilien

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Für Steuerzahler lohnt es sich immer, bei der Gesetzgebung und Rechtsprechung auf dem Laufenden zu bleiben. Wir geben regelmäßig einen Überblick zu aktuellen Entwicklungen bei ausgewählten Steuerthemen. Welche Anträge sollten gestellt, welche Fallstricke vermieden werden?


Häusliches Arbeitszimmer zur Verwaltung von Immobilien

Steuerpflichtige können Aufwendungen für ein häusliches Arbeitszimmer als Werbungskosten oder Betriebsausgaben von bis zu 1.250 Euro jährlich abziehen, wenn für die Tätigkeit kein anderer Arbeitsplatz zur Verfügung steht. Die Beschränkung der Höhe nach gilt jedoch nicht, wenn das Arbeitszimmer den Mittelpunkt der gesamten Betätigung bildet.

Der Bundesfinanzhof stellt dazu fest, dass das Einkommensteuergesetz bestimmt, unter welchen Voraussetzungen und in welcher Höhe Aufwendungen für ein häusliches Arbeitszimmer abziehbar sind. Der Gesetzgeber typisiert die Abzugsvoraussetzungen, indem er sie auf die beiden im Gesetz genannten Fallgruppen – kein anderer Arbeitsplatz, Mittelpunkt der gesamten betrieblichen und beruflichen Betätigung – begrenzt. 

 

Übergangsregelung für Schönheitsreparaturen

Der Bundesfinanzhof hat entschieden, dass zu den anschaffungsnahen Herstellungskosten sämtliche Aufwendungen für bauliche Maßnahmen gehören, die bei einer Instandsetzung und Modernisierung im Zusammenhang mit der Anschaffung des Gebäudes anfallen. Dazu zählen sowohl Aufwendungen zur Herstellung der Betriebsbereitschaft durch Wiederherstellung funktionsuntüchtiger Gebäudeteile als auch Aufwendungen für eine über den ursprünglichen Zustand hinausgehende wesentliche Verbesserung des Gebäudes und ebenso die Schönheitsreparaturen. Diese Aufwendungen bezieht der BFH – in Änderung seiner bisherigen Rechtsprechung – ebenfalls in die anschaffungsnahen Herstellungskosten ein, sodass insoweit kein sofortiger Werbungskostenabzug möglich ist.

Sämtliche Kosten für bauliche Maßnahmen, die bei einer Sanierung im Zusammenhang mit der Anschaffung des Gebäudes anfallen, müssen zusammengerechnet werden. Übersteigt die Gesamtsumme der innerhalb von drei Jahren angefallenen Renovierungskosten (ohne Umsatzsteuer) 15 % der Anschaffungskosten, kann der Aufwand nur nach den AfA-Regelungen abgeschrieben werden.

Der BFH stellte zudem klar, dass bei der Prüfung, ob die Aufwendungen zur Instandsetzung und Modernisierung zu anschaffungsnahen Herstellungskosten führen, bei einem aus mehreren Einheiten bestehenden Gebäude nicht auf das gesamte Gebäude, sondern auf den jeweiligen selbstständigen Gebäudeteil abzustellen ist, wenn das Gesamtgebäude unterschiedlich genutzt wird.

Das Bundesfinanzministerium teilte mit, dass es die Grundsätze der BFH-Urteile in allen offenen Fällen anwenden will. Jedoch soll nicht beanstandet werden, wenn auf Antrag des Steuerpflichtigen die bisherige BFH-Rechtsprechung zur Behandlung der Schönheitsreparaturen weiter angewendet wird, wenn der Kaufvertrag bzw. ein ihm gleichstehender Rechtsakt vor dem 1.1.2017 abgeschlossen wurde.

 

Anliegerbeiträge zum Straßenausbau

Anliegerbeiträge zum Ausbau von Gehwegen und Straßenbeleuchtung fallen nach Auffassung des Finanzgerichts Rheinland-Pfalz nicht unter die sogenannten „haushaltsnahen Handwerkerleistungen“ und können demnach auch nicht steuerlich berücksichtigt werden.

Im entschiedenen Fall musste eine Eigentümerin Vorausleistungen für den Ausbau von Gehwegen und Straßenbeleuchtungen zahlen. Finanzamt und Finanzgericht versagten die beantragte Steuerermäßigung. Der Begriff „im Haushalt“ ist zwar räumlich-funktional auszulegen und kann auch Bereiche jenseits der Grundstücksgrenzen umfassen. Nicht ausreichend sei allerdings, dass die Leistung (nur) „für“ den Haushalt erbracht wird. Ein solcher Fall lag hier vor, weil das Grundstück bereits erschlossen bzw. an das öffentliche Straßennetz angeschlossen war und die Anliegerbeiträge nur für die Herstellung der Gehwege und Straßenlampen erhoben wurden. 

Zu dieser Thematik gibt es zwei gegenläufige Urteile von Finanzgerichten, sodass als letzte Instanz der Bundesfinanzhof den Sachverhalt klären muss. Betroffene Steuerpflichtige können bei ablehnendem Bescheid mit Bezug auf das anhängige Verfahren Einspruch einlegen und das Ruhen desselben beantragen.

Redaktion AnlegerPlus



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