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20. Juni 2018   INVESTMENT

STS Group - Interessante Neuemission

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Am 01. Juni wagte die im bayerischen Hallbergmoos beheimatete STS Group AG (ISIN DE000A1TNU68) den Sprung aufs Börsenparkett. Vorheriger Alleinaktionär war die ebenfalls börsennotierte Beteiligungsgesellschaft Mutares AG, die auch weiterhin maßgeblich beteiligt bleiben möchte. Ist der Börsenneuling auch ein Kandidat für Privatanlegerdepots?

Die STS Group bezeichnet sich selbst als einen weltweit führenden Nutzfahrzeug-Systemlieferant für die Automobilindustrie im Soft- und Hard-Trim-Bereich. Die Produktion erfolgt in derzeit 16 Werken in Frankreich, Italien, Deutschland, Polen, Mexiko, Brasilien und China. Dort werden Kunststoff- und Akustikkomponenten wie z. B. feste und flexible Fahrzeugverkleidungen, geräusch- und vibrationsdämpfende Werkstoffe und ganzheitliche Innenraum- und Außenverkleidungs-Systeme hergestellt.

Internationale Fahrzeugbauer im Fokus

Als technologisch führend sieht sich STS in der Herstellung von Kunststoff-Spritzguss, Akustik-Spezialprodukten und SMC (Sheet Molding Compound). SMC-Technologie wird in der Elektromobilität insbesondere im Bereich des leichten Fahrzeugbaus verwendet und kann Metallkomponenten effizient ersetzen. Das Kundenportfolio umfasst führende internationale Nutzfahrzeug- und Automobilhersteller. Die Unternehmensgruppe beschäftigt weltweit mehr als 2.500 Mitarbeiter.

Die Historie der Gesellschaft, insbesondere hinsichtlich der letzten beiden Geschäftsjahre, ist von Wachstum durch externe Akquisitionen gekennzeichnet. Die STS-Gruppe ist ursprünglich aus dem Erwerb des in Italien ansässigen Nutzwagen- und Leichtfahrzeuggeschäfts des Automobillieferanten Autoneum hervorgegangen, welches 2013 von der Mutares AG erworben wurde.

Auf Wachstumskurs

Nach dem Aufbau der STS-Marke begann die STS-Gruppe 2015 mit der Errichtung einer neuen Produktionsstätte in Polen, um zusätzliche Produktionskapazitäten anbieten und die Nähe zu ihren Kunden bewahren zu können. Im Dezember 2016 erwarb STS das Lkw-Geschäft des französischen Automobilzulieferers Novares France. Mit der Akquisition des LKW-Teile-Zulieferergeschäfts der Plastic-Omnium-Gruppe im Juni 2017 erweiterte STS schließlich das Produktportfolio von Duroplast-Außenteilen und -modulen für LKW-Kabinen und leichte Nutzfahrzeuge.

Im Geschäftsjahr 2017 generierte STS Umsätze von 304 Mio. Euro und ein EBITDA von 55 Mio. Euro. Auf Pro-forma-Basis – unter der Annahme, dass die durchgeführten Akquisitionen alle zum 1. Januar 2017 vollzogen worden wären – generierte STS sogar Umsätze von 425 Mio. Euro und ein EBITDA von 66 Mio. Euro. Im ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahres erzielte STS einen Umsatz in Höhe von rund 109 Mio. Euro. Operativ verzeichnete die Gesellschaft ein Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) in Höhe von 3,5 Mio. Euro. Das im Wesentlichen um Aufwendungen für den Börsengang und die damit notwendige Umstellung der Konzernrechnungslegung auf die International Financial Reporting Standards (IFRS) bereinigte EBITDA erreichte eine Höhe von ca. 8,1 Mio. Euro.

Börsengang soll weitere Expansion ermöglichen

Der Vorstandsvorsitzende der Gesellschaft, Andreas Becker, zeigte sich mit der Vorlage der Quartalszahlen optimistisch: „Wir sind mit dem Start in das neue Geschäftsjahr sehr zufrieden und planen, unseren profitablen Wachstumskurs auch im Gesamtjahr 2018 fortzusetzen. Dazu werden wir konsequent an der bereits erfolgreich verlaufenden Integration arbeiten und Prozesse weiter optimieren.“

Im Rahmen des Börsengangs wurden insgesamt 2,3 Mio. Aktien zu einem Angebotspreis von 24 Euro platziert. Das Platzierungsvolumen betrug 55 Mio. Euro, wovon der STS Group AG 24 Mio. Euro als Bruttoemissionserlös zuflossen. Der Emissionserlös soll vorrangig für die weitere Expansion in China und Nordamerika verwendet werden. Der Anteil des Streubesitzes beträgt nach dem Börsengang 38 %. Die Mutares AG beabsichtigt eigenen Angaben zufolge, Mehrheitsaktionärin der STS Group zu bleiben und die Entwicklung nachhaltig zu unterstützen. Für das kommende Jahr bleibt Mutares auch gar nichts anderes übrig, denn die Aktien sind mit einer Lock-up-Sperre versehen.

Aktie einen Blick wert

Die STS-Aktie notiert aktuell bei 23,90 Euro und somit auf dem Niveau des Börsengangs. Damit wird das Unternehmen mit 144 Mio. Euro bewertet. Vor den Hintergrund der ansprechenden Geschäftsentwicklung und dem interessanten Marktumfeld erscheint und diese Bewertung als niedrig und wir sehen bei Kursen um das Emissionsniveau eine gute Einstiegsgelegenheit. Das mittelfristige Kursziel siedeln wir bei 30 Euro an, ein Stop-Loss-Limit sollte bei 19 Euro platziert werden.

Redaktion AnlegerPlus (-hi)


Der Beitrag ist erschienen in der Ausgabe 6/2018 der AnlegerPlus News vom 14.6.2018. Die AnlegerPlus News erscheinen monatlich und sind kostenfrei. Die Registrierung erfolgt unter https://anlegerplus.de/news




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