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18. Januar 2021   Markt

Trend zu Negativzinsen

Minuszinsen3

Der Trend zu Negativzinsen reißt im neuen Jahr nicht ab. Einer Analyse des Vergleichsportals Verivox zufolge verlangen inzwischen 197 Banken Negativzinsen von ihren Privatkunden. Allein zum Jahreswechsel haben demnach 24 Banken und Sparkassen Verwahrentgelte eingeführt oder bestehende Negativzinsregelungen verschärft.


20 Kreditinstitute erheben seit Jahresanfang erstmals ein Verwahrentgelt, eine Bank hat den bereits vorhandenen Negativzins noch tiefer in den Minusbereich gesenkt und bei drei Instituten wurde der Freibetrag reduziert, so dass Sparer nun schon auf niedrigere Guthaben Strafzinsen bezahlen. Für seine Analyse hat das Vergleichsportal die Preispolitik von rund 800 Banken und Sparkassen ausgewertet.

Die Mehrheit der fast 200 Banken mit Negativzinsen berechnet diese erst ab Guthaben von 100.000 Euro oder mehr. Doch immerhin 58 Institute räumen ihren Kunden deutlich weniger als 100.000 Euro Freibetrag ein. Bei neun Banken greifen die Minuszinsen sogar schon ab dem ersten Euro.

Nicht immer werden Negativzinsen als solche ausgewiesen. 15 Geldhäuser berechnen eine Gebühr für das üblicherweise kostenfreie Tagesgeldkonto, wodurch Negativzinsen entsteht. Denn das Geld auf dem Konto wird weniger, selbst wenn die Bank nominal 0,00 oder 0,01 % Zinsen ausweist. Vier der 15 Institute belasten die Guthaben sogar zusätzlich noch mit Negativzinsen. Grundsätzlich gilt: Wenn Banken Negativzinsen einführen, gelten diese zunächst nur für Neukunden.

 

Direktbanken machen mit

Kunden von Direktbanken waren lange von Strafzinsen verschont geblieben. Doch das hat sich inzwischen geändert. Mit der ING, N26 und der DKB haben laut Verivox die drei nach Kundenzahl größten Onlinebanken Deutschlands zwischen Oktober und Dezember 2020 Negativzinsen eingeführt, einige kleinere nehmen schon länger Strafzinsen. Bei der ING und der DKB wird das Verwahrentgelt von 0,5 % ab einem Freibetrag von 100.000 Euro fällig,

Auslöser der anhaltenden Negativzinswelle war die EZB-Zinssenkung im Herbst 2019. Seitdem müssen Banken für Einlagen, die sie bei der Zentralbank parken, selbst 0,5 % Strafzinsen zahlen. Daran, dass immer mehr Institute diesen Negativzins an ihre privaten Sparer weiterreichen, dürfte sich nach Ansicht der Verivox-Experten in naher Zukunft nichts ändern.

Redaktion AnlegerPlus