Wertpapier Banner2

17. Juli 2018   INVESTMENT

Turnaround-Kandidat NanoFocus

NanoFocus2

Wahrlich nicht berauschend war die Entwicklung der im nordrhein-westfälischen Oberhausen beheimateten NanoFocus AG in den letzten Jahren. Und das betrifft sowohl den Aktienkurs wie auch die operative Entwicklung. Doch möglicherweise hat die Durstrecke bald ein Ende.

Der NanoFocus-Konzern (ISIN DE0005400667) ist samt Tochtergesellschaften international – nach eigenen Aussagen – als eines der technologisch führenden Unternehmen auf dem Gebiet der prozessnahen optischen und taktilen Oberflächenmesstechnik im Mikro- und Nanometerbereich tätig.

Verlustjahre prägen das Bild

Haupttätigkeiten des Unternehmens sind die Entwicklung, Fertigung sowie der weltweite Vertrieb von Geräten für die 3D-Oberflächenanalyse. NanoFocus-Geräte werden vor allem für die Qualitätssicherung eingesetzt und eignen sich für nahezu alle Industriebranchen. Durch diese Technologie vesucht NanoFocus, Kunden und Partnerunternehmen die Herstellung innovativer Produkte und die Umsetzung effizienter Fertigungsverfahren zu ermöglichen.

Das hört sich gut an, dennoch waren die letzten vier Geschäftsjahre Verlustjahre. Während der jährliche Umsatz zwischen 11 und 12 Mio. Euro stagnierte, häufte das Unternehmen im selben Zeitraum einen kumulierten Jahresfehlbetrag von 8,8 Mio. Euro an. Dass es Nanofocus überhaupt noch gibt, hat der Vorstand seinen Eigentümern, also den Aktionären, zu verdanken. Im Rahmen von sechs Kapitalmaßnahmen binnen der letzten vier Jahre konnten knapp 8,7 Mio. Euro eingeworben werden.

Turnaround und Großaktionär

Im Rahmen der jüngst abgehaltenen Hauptversammlung zeichnete der Vorstand aber ein rosiges Bild für die Zukunft des Unternehmens. Neben der 2017 beendeten Restrukturierung soll ein Anfang April 2018 abgeschlossener Kooperationsvertrag mit der Göttinger Mahr GmbH künftig für Wachstum und schwarze Zahlen sorgen. Die Mahr-Gruppe ist mit rund 2.000 Mitarbeitern einer der weltweit führenden Anbieter von Messtechniksystemen und mit 22 % an der NanoFocus AG beteiligt. Damit ist die Mahr GmbH größter Aktionär der Gesellschaft.

Auf Basis des Kooperationsvertrages liefert die NanoFocus AG ab dem 1.5.2018 ihre 3D-Oberflächenmesssysteme im Bereich „Standard/Labor“ exklusiv an die Mahr-Gruppe. Mahr übernimmt dann den weltweiten Vertrieb dieser Produkte. Zu diesem Zweck wird die Mahr GmbH bis zu 14 Mitarbeiter von NanoFocus übernehmen und in den eigenen Vertrieb integrieren. Für die NanoFocus AG ergibt sich hierdurch die Chance, an dem weltweiten Vertriebsnetz der Mahr-Gruppe zu partizipieren.

Für das laufende Geschäftsjahr prognostiziert der Vorstand einen Konzernumsatz in Höhe von ca. 13,1 Mio. Euro, wobei sowohl EBITDA, EBIT als auch das Nettoergebnis positiv ausfallen sollen. Als strategische Ziele gibt das Management die gemeinsame neue Produktentwicklung mit Mahr aus. Die Weiterentwicklung bestehender Produkte und Software sowie die Gewinnung von Vertriebspartnern im Semiconductor‐Bereich stehen zudem auf der Agenda.

Nur für Spekulanten

Auf Basis des aktuellen Aktienkurses von 1,88 Euro wird das Unternehmen aktuell mit 11,55 Mio. Euro bewertet. Bewahrheiten sich die Perspektiven und gehen die Prognosen auf, scheint dies günstig zu sein. Spekulative Naturen, die dies entsprechend erwarten, könnten das aktuelle Kursniveau zum Aufbau einer Position nutzen. Das mittelfristige Kursziel (immer vorausgesetzt, die Prognosen erfüllen sich) sehen wir bei 3 Euro, ein Stop-Loss-Limit sollte bei 1,50 Euro gesetzt werden.  

 

NanoFocus (ISIN DE0005400667)

Quelle: investing.com │ Kurs am 17.7.2018: 1,88 Euro

Weitere interessante Nebenwerte finden Sie in unserer aktuellen Print-Ausgabe AnlegerPlus 6/2018 vom 7. Juli 2018

Redaktion AnlegerPlus (-hi)



Diese Website verwendet Cookies. Mit der weiteren Nutzung dieser Website, akzeptieren Sie unsere Datenschutzerklärung und die Verwendung von Cookies und um Ihnen spezielle Services und personalisierte Inhalte bereitzustellen. Weiteres erfahren Sie unter der Rubrik Datenschutz.

X schließen