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13. Dezember 2018   Nebenwerte

Unter die Räder gekommen

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Im Juli 2015 feierte eine Tochter der Sixt AG, die Sixt Leasing AG, ihr Börsendebüt. Im September 2015 nahmen wir die Aktie bei Kursen um die 18 Euro in unsere Nebenwerterubrik auf, Kursziel 25 Euro. Unser damals ausgegebenes Stop-Loss-Limit wurde schon fünf Monate nach der Erstbesprechung erreicht.

 

Während sich die Aktionäre der Mutter Sixt seitdem über ein Kursplus von über 100 % freuen können, müssen Zeichner der Tochter beim Börsengang mit einem inzwischen doch satten Kursverlust von 37 % leben. Dabei ist die Sixt Leasing AG nicht schlecht aufgestellt. Wir wagen einen neuen Versuch.

 

Geschäftszahlen stimmen

Sixt Leasing zählt Firmen-, Gewerbe- und Privatkunden zu seinem Klientel. Man sieht sich als einer der führenden herstellerunabhängigen Full-Service-Leasinganbieter und Fuhrparkmanager in Deutschland, der Schweiz, Frankreich und in den Niederlanden. In weiteren Ländern ist man über Franchisenehmer vertreten. Über die Online-Plattform sixt-neuwagen.de haben Kunden die Möglichkeit, ihre individuellen Wunschfahrzeuge zu konfigurieren und zu leasen.

Seit dem Börsengang befindet sich das Unternehmen auf Wachstumskurs. Der Konzernumsatz kletterte von 665 Mio. Euro (2015) auf 744 Mio. Euro im Jahr 2017, das EBITDA konnte im selben Zeitraum ebenfalls zulegen, wenn auch nur unterproportional. 2017 stand jedoch immerhin ein Konzernüberschuss von 21 Mio. Euro oder 1,01 Euro je Aktie angeschrieben. Nach neun Monaten des laufenden Jahres steht ein Umsatzplus von 8 % gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres zu Buche, der Konzernüberschuss liegt bei 17,8 Mio. Euro ebenfalls deutlich im Plus.

 

Dieselkrise belastet

Wie kommt es also zu dem Aktienkursverfall? Die Antwort dürfte „Dieselkrise“ lauten. Anleger befürchten wohl, dass die im Bestand der Gesellschaft befindlichen PKWs an Wert verlieren und– nach Rückgabe durch den Leasingnehmer – nur mit Verlust verkauft werden könnten. Allerdings, wie dem aktuellen Quartalsbericht zu entnehmen ist, wurde in den ersten drei Quartalen 2018 das potenzielle Restwertrisiko durch Dieselfahrzeuge deutlich reduziert. Der Anteil von Neuverträgen für Dieselfahrzeuge ohne Rückkaufvereinbarung in Deutschland betrug im Zeitraum von Januar bis September 2018 nur noch 15 %. Im vierten Quartal 2017 lag der Wert noch bei 28 %. Gleichzeitig ging der Bestand an Dieselfahrzeugen ohne Rückkaufvereinbarung mit Euro-5-Norm und niedriger in Deutschland seit Jahresbeginn weiter deutlich zurück. Die Anzahl dieser Fahrzeuge auf der Bilanz reduzierte sich per 30.9.2018 im Vergleich zum Jahresende 2017 um gut 40 % auf nur noch rund 3.400 Fahrzeuge.

 

Aktie spekulativ

Für das Gesamtjahr rechnet der Vorstand mit einem leichten Anstieg des operativen Konzernumsatzes und des Konzernergebnisses vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) sowie einem Konzernergebnis vor Steuern (EBT) ungefähr auf Vorjahresniveau. Wir halten bei Zielerreichung im kommenden Jahr eine Dividende mindestens auf Vorjahrshöhe, also 0,48 Euro je Aktie, für möglich. Dies würde auf Basis des aktuellen Aktienkurses von rund 13 Euro einer Dividendenrendite von ordentlichen 3,7 % entsprechen.

Für spekulativ orientierte Anleger könnte das mit ein Grund für einen Neueinstieg sein zu Kursen bis 13 Euro sein. Das mittelfristige Kursziel ist für uns nun der einstige Emissionspreis von 20 Euro, ein Stop-Loss-Limit sollte bei 10 Euro platziert werden.

 

Redaktion AnlegerPlus



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