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22. November 2018   Sondersituationen

Updates zu aktuellen Fällen

SdKLogoweb

Die SdK Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger e.V. bietet ihren Mitgliedern in vielen Fällen die Interessenvertretung in Sondersituationen (Sanierungen, Insolvenzverfahren) an. Hierzu hat die SdK einen speziellen Newsletterservice eingerichtet (siehe Kasten). Nachfolgend geben wir Ihnen an diese Stelle zu drei ausgewählten Fällen ein Update.

P&R-Gruppe

Mitte Oktober fanden die Berichtstermine der vier insolventen deutschen Gesellschaften der P&R-Gruppe statt. Nach einem durch die SdK eingeholten Gutachten war das Geschäftsmodell seit Jahren nicht langfristig tragfähig. Die den Käufern von neuen Containern garantierten Mieten lagen weit über Marktniveau und mussten deshalb aus Gewinnen zukünftiger Neugeschäfte kompensiert werden. Gleiches galt für die in Aussicht gestellten oder zum Teil sogar garantierten Rückkaufspreise, die ebenfalls weit über den Marktwerten lagen.

Außerdem existieren nur ca. 600.000 Container, obwohl nach den Unterlagen der Gesellschaften knapp 1,6 Mio. Container vorhanden sein müssten. Es handelt sich um eine der größten Kriminalinsolvenzen der letzten Jahrzehnte. Der Gründer und Geschäftsführer von P&R, Herr Heinz Roth, befindet sich trotz umfangreicher Kooperation mit der Staatsanwaltschaft in Untersuchungshaft, ihm droht eine langjährige Haftstrafe.

Daneben gibt es noch etliche offene Rechtsfragen, unter anderem zu einem etwaigen Eigentumserwerb der Container bzw. damit verbundenen gesonderten Rechten. Es ist mit langjährigen Rechtsstreitigkeiten von Anlegern gegen die Insolvenzverwalter zu rechnen. Auch die steuerliche Behandlung der Vermietungen und die mögliche Geltendmachung des Verlusts werfen zahlreiche Fragen auf, die noch nicht abschließend geklärt sind.  

Rickmers Holding AG

Im Insolvenzverfahren über das Vermögen der Rickmers Holding AG wurde am 13.9.2018 vom Amtsgericht die Eigenverwaltung aufgehoben. Das Kerngeschäft „Schiffsmanagement“ wurde bereits im Oktober 2017 an einen Investor veräußert. Ferner konnten sämtliche Schiffe in Abstimmung mit den finanzierenden Banken verwertet werden, ohne dass es zu Folgeinsolvenzen gekommen ist, was sehr erfreulich ist. Die Verträge über die Abwicklung der Kernbeteiligung „Polaris“ sind unter Einbeziehung der finanzierenden Banken und einer chinesischen Werft abschlussreich verhandelt, sodass auch hier eine Folgeinsolvenz vermieden werden konnte. Inwiefern sich die aktuelle Entwicklung auf die Gruppe der nicht besicherten Gläubiger, zu denen auch die Anleiheinhaber gehören, auswirken wird, lässt sich derzeit jedoch noch nicht einschätzen.

Beate Uhse AG

Der Insolvenzplan der Beate Uhse AG wurde am 15.6.2018 rechtskräftig bestätigt. Im Rahmen der Sanierung ist die Gründung einer neuen Tochtergesellschaft („NewCo“) und die Übertragung der werthaltigen Vermögensgegenstände der Beate Uhse AG auf diese Gesellschaft geplant. Mit dem Verkaufspreis sowie den Erlösen aus Forderungen gegen verbundene Unternehmen werden die Verfahrenskosten, die weiteren Masseverbindlichkeiten und die Insolvenzdividende für die Gläubiger bezahlt.

Die Beate Uhse AG wird nach Umsetzung des Insolvenzplans und Abschluss des Insolvenzverfahrens als Gesellschaft liquidiert. Den Anleiheinhabern wurde angeboten, sich an der neuen Gesellschaft zu beteiligen. Je Anleihe hatten die Anleiheinhaber Bezugsrechte zur Zeichnung von zehn Geschäftsanteilen im Nennbetrag von 1,00 Euro erhalten. Den betroffenen Anleiheinhabern haben wir bei Anteilsbesitz im höheren fünfstelligen Bereich zu einem Investment geraten, da nur noch so Chancen bestanden, in Zukunft an einer Wertsteigerung der Vermögenswerte zu partizipieren.

Anleiheinhaber, die keine Geschäftsanteile gezeichnet haben, erhalten eine erste Abschlagszahlung in Höhe von 1,8 % der anerkannten Forderungen. Die endgültige Insolvenzquote hängt maßgeblich davon ab, ob die Geltendmachung von Ansprüchen gegen ehemalige Organe der Gesellschaft erfolgreich verläuft.

 

Der SdK Newsletter-Service

Unter www.sdk.org/leistungen/glaeubigervertretung können sich interessierte Anleger für diverse Sondersituationen, die die SdK begleitet, registrieren und erhalten dann automatisch über einen Newsverteiler entsprechende Updates zu diesen Verfahren. Sie finden hier auch ein Archiv an bisherigen Newslettern und Unterlagen zu den jeweiligen Verfahren.

SdK Mitglieder können sich bei Rückfragen telefonisch an die SdK Geschäftsstelle wenden: (0)89 2020846-0.

 

 

SdK Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger e.V.



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