728x90leaderboard.2020

1. Februar 2021   Markt

Wegen Wirecard: Siemens-Aktionäre wollen EY loswerden

Siemens HV

Auf der diesjährigen Hauptversammlung (HV) der Siemens AG soll Ernst & Young (EY) als Abschlussprüfer bestätigt werden. Bereits im Vorfeld der virtuellen HV am 3. Februar regt sich Widerstand in Form von Gegenanträgen. Vielen Aktionären fehlt das Vertrauen in EY, nachdem die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft bei Wirecard offensichtlich jahrelang nicht genau hingesehen hatte. Das hatte bereits Folgen für weitere wichtige Prüfmandate von EY.

 

Der einflussreiche Verein von Belegschaftsaktionären in der Siemens AG e.V. schlägt in seinem Gegenantrag vor, auf Hauptversammlung statt EY die KPMG AG als Abschlussprüfer der Siemens AG für das Geschäftsjahr 2020/21 zu bestellen. In der Begründung des Antrags heißt es: „Die von der Verwaltung vorgeschlagene Ernst & Young GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Stuttgart, hat im Fall Wirecard in eindrucksvoller Weise gezeigt, dass sie mit der Prüfung eines komplexen Unternehmens überfordert ist. Sie ist daher ungeeignet zur Prüfung des Siemens AG bzw. des Siemens-Konzerns und hat nicht mehr das Vertrauen der Aktionäre.“

 

Auch die SdK Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger e.V. wird ohnehin gegen die Bestellung von EY stimmen. „Wir lehnen die Wahl von EY kategorisch ab“, erklärt SdK Vorstandsvorsitzender Daniel Bauer.

Ein Einzelaktionär wendet sich mit seinem Gegenantrag ebenfalls gegen die Bestellung von EY und bittet die bei Siemens investierten Fondsgesellschaften DWS und Union Investment, sich dem Antrag anzuschließen. Schließlich hätte die Wirecard-Insolvenz dort jeweils für beträchtliche finanzielle Verluste gesorgt.

 

Den eigenen Konzernabschluss lässt DWS jedenfalls – anders als ursprünglich geplant – nicht von EY prüfen. Die Commerzbank und die KfW haben ebenso beschlossen, sich von EY als Abschlussprüfer zu trennen. Medienberichten zufolge werde sich auch die Deutsche Telekom von EY abwenden. Sollten zudem die Siemens Aktionäre EY das Vertrauen entziehen, verlöre EY nicht nur ein mittleres zweistelliges Mio. Euro Honorar, sondern auch das wohl prestigeträchtigste Prüfungsmandat in Deutschland.

 

Redaktion AnlegerPlus

Foto: Siemens AG



Diese Website verwendet Cookies. Mit der weiteren Nutzung dieser Website, akzeptieren Sie unsere Datenschutzerklärung und die Verwendung von Cookies und um Ihnen spezielle Services und personalisierte Inhalte bereitzustellen. Weiteres erfahren Sie unter der Rubrik Datenschutz.

X schließen