30. April 2019   Markt & Werte

Zu Risiken und Nebenwirkungen …

NDAC Bulle5

Die berauschend grüne Wolke für das Depot?! Nein, das ist keine neue ökologische Kampagne, obwohl sie eigentlich auch von den Grünen stammen könnte. Hier geht es um Cannabis, den neuen Glücksbringer für Anleger, wenn man den vielen Werbebotschaften Glauben schenken kann.

 

Der Begriff Cannabis geht auf das griechische Wort kánnabis zurück und bedeutet Hanf. Der wissenschaftliche Begriff Cannabis bezeichnet die gesamte biologische Pflanzengattung Hanf mit der Art Hanf (Cannabis sativa) bzw. den Unterarten Indischer Hanf (Cannabis indica) und Ruderal-Hanf (Cannabis ruderalis).

 

Umgangssprachlich sind die einzelnen Cannabisprodukte wahrscheinlich bekannter: Haschisch (Harz der weiblichen Cannabispflanze), Marihuana (Blüten der weiblichen Cannabispflanze) und Cannabisextrakte wie etwa Haschischöl und Cannabinoide (Wirkstoffe, die an den Cannabinoid-Rezeptoren CB1 und CB2  wirken).

In vielen Kulturen werden Marihuana und Haschisch traditionell als Medizin verwendet, aber auch als Genuss- und Rauschmittel konsumiert In der Therapie finden neben Marihuana standardisierte Auszüge und synthetische THC-Analoga Verwendung.

 

Die wirtschaftliche Seite

Dass Cannabis aktuell sehr intensiv beworben wird, was nicht nur Kiffer und Patienten erfreut, sondern Anlegerherzen ebenfalls höher schlagen lässt, hängt mit der Legalisierung der Droge in einigen US-Bundesstaaten (unter anderem in Washington, Kalifornien, Main, Vermont etc.) und in Kanada zusammen. In Europa ist der Konsum schon teilweise, allerdings uneinheitlich geregelt: In Belgien, den Niederlanden und Spanien beispielsweise ist die Konsumierung ausschließlich in Coffeeshops oder Social Cannabis Clubs erlaubt. Andere Länder wie die Schweiz gestatten den Verkauf von Hanfzigaretten am Kiosk. In Deutschland und Großbritannien ist die Abgabe dagegen nur mithilfe einer ärztlichen Verordnung bei bestimmten medizinischen Indikationen möglich.

 

Doch das hindert die Anleger nicht daran, die wirtschaftlichen Möglichkeiten von Cannabis zu analysieren und entsprechende Investments zu tätigen. Schließlich handelt es sich um einen Milliardenmarkt. Allein in den USA wird laut Schätzungen von Bloomberg ein Umsatz von bis zu 45 Mrd. US-Dollar erwartet. Es gibt einige vielversprechende Unternehmen in der neuen Branche, und auch politisch stimmen die Rahmenbedingungen durch die Zulassung von Cannabis in weiteren US-Bundesstaaten. Mit Kanada ist ein Land flächendeckend am Cannabiskonsum-Boom beteiligt. Jetzt geht es vor allem darum, den Markt in allen EU-Staaten einheitlich zu legalisieren.

In diesem Fall ist ein weltweites Umsatzwachstum im medizinischen Bereich auf 30 Mrd. US-Dollar zu erwarten. Hinzu würden dann noch 68 Mrd. US-Dollar durch den privaten Umsatz kommen, also summa summarum 98 Mrd. US-Dollar Umsatz, wohlgemerkt im Jahr. Und in wenigen Jahren wird der Umsatz bei 500 Mrd. US-Dollar weltweit erwartet, wenn man den Schätzungen des weltweit größten Anbieters Canopy Growth Glauben schenken will. Doch auch die aktuellen circa 9,5 Mrd. US-Dollar Umsatz, die der Markt schätzungsweise umsetzt, bedeuten, dass hier so manches DAX-Unternehmen übertroffen wird.

 

Die Aussichten

Canopy Growth (ISIN CA1380351009) hat es im Mai 2018 an die New Yorker Börse geschafft und gilt als der Weltmarktführer aus Kanada in der Cannabisbranche. Der Kurs des  Unternehmens hat sich seit Sommer 2017 nahezu verzehnfacht. Im laufenden Jahr sollen nach einem Verlust von 0,40 CAD/Aktie, die investitionsbedingt 2018 angefallen waren, erstmals Gewinne erwirtschaftet werden.

Ein weiteres interessantes Unternehmen aus Kanada ist Aurora Cannabis (ISIN CA05156X1087). Die Marktkapitalisierung erreichte  schon Anfang 2018 über 3 Mrd. Euro. Im laufenden Geschäftsjahr wird bereits ein kleiner Gewinn erwartet. Im kommenden Geschäftsjahr soll die Gewinnmarge nach den vorliegenden Schätzungen bereits bei fast 20 % liegen. Beide Aktien werden in Deutschland gehandelt.

 

Fakt ist aber auch, dass die Kosten für Produktion, Marketing und Logistik von Cannabis sehr hoch sind. Der Ankauf von Ackerfläche wird sich zudem verteuern, wie wir wissen. Neue erfolgreiche Unternehmen stehen schon in den Startlöchern, um einen größeren Anteil am Cannabiskuchen zu erkämpfen. Ein weiterer Punkt ist die Unsicherheit über die weitere Legalisierung der Droge. Denn die Politik kann eine einmal beschlossene Legalisierung auch ganz schnell wieder aufheben, sollte sich eine negative Entwicklung bei dem massenhaften privaten Genuss von Cannabis zeigen.

 

Fazit

Cannabis ist eine attraktive, hohe Renditen versprechende Beimischung für das Wertpapierdepot, aber zugleich auch eine hochriskante, denn vom medizinischen Cannabis allein wird nicht so viel Wachstum erwartet wie durch den privaten Konsum.

 

Torsten Arends, NDAC




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