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3. Juni 2016  

Katastrophen-Kommerz: Eklat um Hillsborough-Slips

Slip des Anstoßes: Amazon sortiert ihn aus (Foto: amazon.com)pressetext.redaktion

Liverpool (pte005/03.06.2016/06:15) - Nach einem Shitstorm von Fußballfans des FC Liverpool hat Online-Versandhändler Amazon http://amazon.com Unterwäsche, T-Shirts, Hoodies und Becher mit Aufdrucken zur Hillsborough-Katastrophe aus dem Verkehr gezogen. Bei dem Fußballspiel in Sheffield am 15. April 1989 gab es 96 Tote und 766 Verletzte unter Anhängern der "Reds" aus Liverpool. Ihr Fanblock war hoffnungslos überfüllt, sodass die Opfer zu Tode gequetscht oder getrampelt wurden.

Schuld lag nicht bei Fans

Die Aufschrift "96 Keep Calm and Truth Justice" auf besagten Amazon-Produkten sowie der Aufdruck "96" auf weiteren Merchandising-Artikeln nimmt direkt Bezug darauf, dass erst kürzlich die Jury einer Untersuchungskommission erklärt hat, die 96 Opfer seien "rechtswidrig getötet" worden. Demnach hätten Fehler der Polizei und nicht, wie zuvor von zuständigen Behörden behauptet, das Verhalten der Zuschauer die Tragödie verschuldet.

Die Waren wurden auf Amazon von den beiden Verkäufern "CHMLilySunrise" und "AYLYHIN" angeboten, die sich bislang nicht zu dem Eklat geäußert haben. Die auf den Produkten zum Ausdruck gebrachte "Ruht-in-Frieden"-Solidarität sorgte jedenfalls für einen Aufschrei der Empörung unter Angehörigen der Opfer und Fans, die das Drama überlebten. Für viele von ihnen ist die kommerzielle Verwertung der Katastrophe geschmacklos und entwürdigend. Amazon zeigte Verständnis und entfernte die Artikel aus dem Sortiment.

"Aus Trauer Kapital schlagen"

"Nach einem 27-jährigen Kampf für Wahrheit und Gerechtigkeit ist es verwerflich, eine Tragödie kommerziell zu nutzen, um aus der Trauer von Menschen Kapital zu schlagen", kommentiert der Liverpooler Politiker Steve Rotheram, der den schwarzen Tag in Sheffield damals miterlebt hat. Die Angehörigen der Toten haben nach der Erklärung der Jury nun rechtliche Schritte eingeleitet, um die Verantwortlichen des Disasters noch zur Rechenschaft zu ziehen.

(Ende)

Aussender: pressetext.redaktion
Ansprechpartner: Lutz Steinbrück
Tel.: +43 18 11 40 300
E-Mail: steinbrueck@pressetext.com
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[ Quelle: http://www.pressetext.com/news/20160603005 ]

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