3. März 2021  

KI-System fälscht Dokumente gegen IP-Klau

Dokument: Fälschungen verschleiern das Original (Foto: jarmoluk, pixabay.com)pressetext.redaktion

Hanover (pte004/03.03.2021/06:05) - Falsche Dokumente, die Feinde in die Irre führen, sind ein klassisches Mittel in der Spionage und Spionageabwehr. Eben darauf setzen Forscher des Dartmouth College http://dartmouth.edu mit dem KI-System "WE-FORGE", um im Informationszeitalter den Diebstahl geistigen Eigentums zu erschweren. Das System kann zu jeglichen technischen Unterlagen eine Reihe plausibel wirkender, falscher Versionen erstellen. Falls IP-Diebe an die Dateien kommen, müssten sie dahinterkommen, welche echt sind - und das ist nicht so leicht.

Falscher Schutz für echte IP

Im Zweiten Weltkrieg haben die Alliierten Hitler 1943 noch durch falsche Briefe an eine Invasion in Griechenland statt Italien glauben lassen. Moderne Spionage ist jedoch meist digital: Hacker versuchen, in Netzwerke einzudringen und an wertvolle, beispielsweise technische Unterlagen, zu kommen. WE-FORGE soll digitalen Spionen das Leben schwerer machen, indem es unnütze Varianten echter Unterlagen erstellt. "Das System fertigt Dokumente, die dem Original ähnlich genug sind, um plausibel zu sein, aber ausreichend anders, um falsch zu sein", erklärt V.S. Subrahmanian. Professor für Cyber Security, Technologie und Gesellschaft.

Diese Idee von Köder-Dateien ist an sich nicht neu, doch WE-FORGE verfeinert den Ansatz mithilfe der gekonnten Verarbeitung natürlicher Sprache und Zufallselementen. In einem einzelnen Patent finden sich den Forschern zufolge oft über 1.000 Konzepte mit bis zu 20 denkbaren Alternativen. Das KI-System kann also Millionen Möglichkeiten haben, wie es Fälschungen gestaltet und muss daher abwägen, welche Änderungen einen plausiblen und damit wirklich guten Köder ergeben. Der Autor des Originals hat zudem die Möglichkeit, WE-FORGE mit entsprechenden Eingaben unter die Arme zu greifen.

Masse macht es letztlich

Wenn Hacker es schaffen, Daten zu stehlen, bekommen sie das Original und diverse Fälschungen. "Wir zwingen Gegner so, Zeit und Anstrengung zu verschwenden, um das richtige Dokument zu identifizieren", sagt Subrahmanian. Zudem klingen die Fälschungen sehr plausibel nach technischer Dokumentation, wie Tests gezeigt haben, in denen Experten falsche Patente aus den Bereichen Informatik und Chemie bewerten. Das Herausfiltern des Originals ist also aufwendig und fehleranfällig. "Selbst, wenn sie es hinbekommen, fehlt ihnen womöglich die Zuversicht, dass sie richtig liegen."

(Ende)

Aussender: pressetext.redaktion
Ansprechpartner: Thomas Pichler
Tel.: +43-1-81140-314
E-Mail: pichler@pressetext.com
Website: www.pressetext.com

[ Quelle: http://www.pressetext.com/news/20210303004 ]

Für den Inhalt der Mitteilung ist der Emittent / Herausgeber verantwortlich


Diese Website verwendet Cookies. Mit der weiteren Nutzung dieser Website, akzeptieren Sie unsere Datenschutzerklärung und die Verwendung von Cookies und um Ihnen spezielle Services und personalisierte Inhalte bereitzustellen. Weiteres erfahren Sie unter der Rubrik Datenschutz.

X schließen