Strenges Umweltrecht: Multis verschmutzen woanders

Börsenbär und Bulle

Schlote: Rauchen dort, wo sie mehr dürfen (Foto: SD-Pictures, pixabay.com)pressetext.redaktion

Columbus (pte002/10.03.2021/06:05) – Multinantionale Unternehmen, deren Heimatländer eine strenge Umweltpolitik verfolgen, verschmutzen oft einfach mit Fabriken im Ausland. Das belegt eine in “Economic Policy” erschienene Studie. “Das unterstreicht die Bedeutung weltweiter gemeinsamer Maßnahmen zur Bekämpfung des Klimawandels”, meint Erstautor Itzhak Ben-David, Professor für Finanzwesen an der Ohio State University (OSU) http://osu.edu . Immerhin: Der globale CO2-Ausstoß von Multis mit Hauptsitz in einem Land mit strikten Bestimmungen wie Deutschland fällt insgesamt etwas geringer aus.

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Verschmutzungs-Push

Die Forscher haben einen Datensatz der Non-Profit-Organisation CDP http://cdp.net genutzt, der 1.870 Großunternehmen mit Hauptsitzen in 48 Ländern sowie deren CO2-Ausstoß in 218 Ländern in den Jahren 2008 bis 2015 umfasst. Damit konnte das Team nachvollziehen, wo die Multis wie stark verschmutzen. “Firmen entscheiden strategisch aufgrund bestehender Umweltpolitik, wo sie ihre Produktion ansiedeln. Das Resultat ist, dass sie in Ländern mit laxeren Vorschriften stärker verschmutzen”, umreißt Ben-David die Ergebnisse.

Die Studie hat auch ergeben, dass dieser Verlagerung von umweltschädlichen Aktivitäten eher ein Push-Effekt zugrunde liegt. “Das wird primär von der Umweltpolitik im Heimatland getrieben, nicht von Gelegenheiten, anderswo zu verschmutzen”, erklärt Ben-David. Am stärksten ist die Tendenz, angesichts strenger Regeln umweltschädliche Produktion ins Ausland zu verlagern, wenig überraschend in Branchen, die an sich höhere Verschmutzung mit sich bringen. Zwar ist der CO2-Ausstoß im Heimatland eines Unternehmens in der Regel am höchsten, doch der Anteil ist von im Schnitt 72 Prozent im Jahr 2008 auf nur noch 57 Prozent im Jahr 2015 gesunken.

Strenge Regeln wirken

“Umweltschutzbestimmungen in einzelnen Ländern helfen zumindest etwas, um globale CO2-Emissionen einzudämmen”, sagt Ben-David. Denn Unternehmen mit Hauptsitz in einem Land, das strenge Regeln hat, stoßen zwar im jeweiligen Ausland mehr, global aber insgesamt weniger CO2 aus. Strikte Bestimmungen wie in Deutschland statt lasche Regeln wie in China bedeuten so immerhin 44 Prozent weniger globale Emissionen, so die OSU. Ideal ist so ein Umweltschutz-Gefälle freilich nicht. “Länder müssen zusammenarbeiten, wenn sie wollen, dass Umweltpolitik die stärksten Auswirkungen hat”, betont daher Ben-David.

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Aussender: pressetext.redaktion

Ansprechpartner: Thomas Pichler

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