Geld anlegen: 5 wertvolle Tipps für Anfänger

Geldanlage

Das Internet und die Buchhandlungen sind voll von Ratgebern, wie man richtig Geld anlegt. Besonders wer sich zum ersten Mal mit dem Thema beschäftigt, kann ob der Menge an Informationen schnell den Überblick verlieren. Für eine erste Orientierung ist es auf jeden hilfreich, sich an die folgenden Grundsätze zu halten.

Inhalt

  1. Tipp1: Das Ziel der Geldanlage festlegen
  2. Tipp 2: Wie viel Geld soll angelegt werden?
  3. Tipp 3: Wie viel Risiko darf es bei der Geldanlage sein?
  4. Tipp 4: Passende Anlageprodukte finden
  5. Tipp 5: Nicht alles auf eine Karte setzen

Tipp 1: Das Ziel der Geldanlage festlegen

Zunächst sollte man sich über die Ziele der Geldanlage klar werden. Geht es beispielsweise um die eigene Altersvorsorge, das Sparen für eine größere Anschaffung oder die Investition in die Zukunft der Kinder? Wer diese Fragen für sich beantwortet, kann daraus den Zeithorizont der Geldanlage ableiten.

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Tipp 2: Wie viel Geld soll angelegt werden?

Um diese Frage zu beantworten, ist es wichtig, sich einen Überblick über die eigenen Finanzen zu verschaffen. „Schauen Sie sich Ihre Einnahmen an und stellen Sie diese sämtlichen Ausgaben gegenüber“, empfiehlt der Bankenverband. „Nicht schummeln! Notieren Sie wirklich alle Ausgaben, einschließlich aller Kartenzahlungen, Daueraufträge und selbst kleinerer Barzahlungen.“ Spezielle Apps, eine Exceltabelle oder ein traditionelles Haushaltsbuch können dabei helfen. So lässt sich feststellen, wie viel Geld zur freien Verfügung steht. Doch diese Summe sollte nicht in vollem Umfang investiert werden. Der Bankenverband rät, drei bis vier Netto-Monatsgehälter als „Notgroschen“ auf einem Tagesgeldkonto zu deponieren, um eine Rücklage für eventuelle Notfälle zu haben.

Tipp 3: Wie viel Risiko darf es bei der Geldanlage sein?

Von der persönlichen Risikoneigung hängt ab, wie viel Anlagerisiko man bereits ist einzugehen. Dabei gilt es zu beachten, dass mit einem höhen Risiken gleichzeitig die Chancen auf eine höhere Rendite steigen. Ein langfristiger Anlagehorizont hilft dabei, die Risiken zu verringern und etwaige Verluste im Zeitverlauf wettzumachen. Laut einer Umfrage des Bankenverbandes sind die meisten Deutschen in Sachen Geldanlage eher risikoscheu. 79 % gaben der Befragten an, selbst bei größeren Renditechancen „gar nicht“ (52 %) oder „eher nicht“ (27 %) zu mehr Risiko bereit zu sein.

Tipp 4: Passendende Anlageprodukte finden

Wer sich über seine Anlageziele und Risikobereitschaft klar ist, kann sich auf die Suche nach den passenden Anlageprodukten machen. Dabei lassen sich verschiedene Asset- oder Anlageklassen unterscheiden. Hierunter versteht man nach Definition des Bankenverbands „eine Gruppe von Finanzprodukten, die wegen ihrer gemeinsamen Merkmale zusammengefasst werden“. Sie unterscheiden sich voneinander hinsichtlich der Risiken und Chancen. Wichtige Anlageklassen sind beispielsweise Aktien, Immobilien, Rohstoffe, festverzinsliche Anlagen wie Festgeld und Tagesgeld oder Anleihen. Man kann sein Geld ebenso in sogenannte alternative Vermögenswerte wie seltene Whiskeys, Oldtimer oder Kunstwerke investieren.

In der bereits erwähnten Umfrage des Bankenverbandes gaben 60 % der Befragten an, am liebsten in Immobilien zu investieren. Immerhin 54 % würden ihr Geld auch in Fondsanteile anlegen und 50 % in Aktien.

Tipp 5: Nicht alles auf eine Karte setzen

Die Investments sollten breit aufgestellt sein, um das Risiko zu streuen. Im Fall einer Fehlinvestition ist damit nicht das gesamte Depot betroffen. Als solide Basis für die Geldanlage empfiehlt beispielsweise der Bankenverband einen Mix aus Tagesgeld, Aktienanlagen über Einzelaktien, klassische Fonds und/oder ETFs (Exchange Traded Funds). Ein ETF ist ein börsengehandelter Indexfonds, der einen Index nachbildet. Schon mit kleineren Beträgen kann man so weltweit in viele Branchen investieren. Beliebt sind etwa ETFs auf den Index MSCI World. Dessen breite Streuung nach Regionen, Unternehmen und Branchen mindert das Risiko – speziell bei langfristigen Anlagen oder regelmäßigen Aufstockungen über Sparpläne.

Wer bei der Geldanlage besonders sicher aufgestellt sein will, investiert traditionell in Tagesgeld und Festgeld. Allerdings verliert hier das Geld in Niedrigzinszeiten aufgrund der – aktuell besonders hohen – Inflation an Kaufkraft. „Damit bleibt zwar der Geldbetrag auf dem Konto gleich oder steigt minimal durch die Zinsen an, jedoch können Sie immer weniger davon kaufen“, erläutert der Bankenverband. Wer jederzeit über das Geld verfügen wolle, sollte nach Ansicht des Verbands dennoch einen Teil des Geldes auf einem Tagesgeldkonto deponieren. Höhere Renditechancen versprechen dagegen Anlagen in Aktien und ETFs. Hier ist zwar das Risiko grundsätzlich höher, allerdings werden Schwankungen oder Kurseinbrüche langfristig meist wieder ausgeglichen. Für eine Investition in Aktien und ETFs empfiehlt der Bankenverband, je nach Ausgestaltung und Streuung mindestens fünf bis 15 Jahre für die Geldanlage einzuplanen.

Ein wichtiger Faktor sind die Kosten der Geldanlage, die bei den meisten Fonds beispielsweise auch nach dem Kauf noch anfallen. Diese „laufenden Kosten“ lassen sich der jeweiligen Anlegerinformation, dem „Basisinformationsblatt“ oder der „Produktinformation“ entnehmen.

Die Experten der Börse Stuttgart haben weitere Tipps zur Geldanlage, speziell wenn es um Aktien, Fonds und ETFs geht.

Foto: © unsplash.com

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