Dax tritt auf der Stelle – Bund will Uniper verstaatlichen

Uniper Verstaatlichung

Auch die deutschen Anleger sind vor der anstehenden Zinsentscheidung der amerikanischen Notenbank Fed verunsichert. Nach einem schwachen Start in den Handelstag arbeitete der Dax sich bis zum Mittag leicht in die Pluszone hoch.

Zuletzt notierte der deutsche Leitindex mit -0,14 % bei 12.652 Punkten. Der MDax stand mit einem Minus von 0,12 % bei 23.731 Zählern. Für Bewegung sorgen auch Pläne, den Energiekonzern Uniper zu verstaatlichen. Die Rüstungsindustrie profitiert von einer Teilmobilmachung der russischen Streitkräfte.

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Uniper soll verstaatlicht werden

Der angeschlagene Energiekonzern wird im Rahmen eines weiteren Stabilisierungspakets verstaatlicht. Darauf haben sich die Bundesregierung und der bisherige Uniper-Mehrheitseigentümer Fortum geeinigt. Der Bund übernimmt alle Anteile von Fortum für 1,70 Euro. Das ergibt einen Kaufpreis von 480 Mio. Euro. Gleichzeitig ist eine Kapitalerhöhung vorgesehen. Fortum hält derzeit etwa 78 % an Uniper. Fortum selbst gehört wiederum zu 51 % dem finnischen Staat. Nach der Übernahme befände sich Uniper zu 98,5 % in Staatsbesitz. 

Die Einigung sieht außerdem die Ablösung einer Kreditlinie von Fortum vor. Diese setzt sich aus einem Gesellschafterdarlehen in Höhe von 4 Mrd. Euro und einer sogenannten Garantielinie in Höhe von ebenfalls 4 Mrd. Euro zusammen. Die staatliche KfW-Bank werde Uniper Finanzmittel entsprechend ihrem Liquiditätsbedarf zur Verfügung stellen, teilte Uniper mit. Die Stabilisierungsmaßnahmen stehen aktuell noch unter Vorbehalt, sie müssen von der EU-Kommission genehmigt werden.

Die Uniper-Aktie rutschte am Mittwoch massiv ab, zuletzt notierte sie rund 34 % im Minus.

Rüstungsindustrie profitiert von Teilmobilmachung

Knapp sieben Monate nach Kriegsbeginn hat die russische Regierung eine Teilmobilmachung der eigenen Streitkräfte angeordnet. Insgesamt werden 300.000 Reservisten mobilisiert. Vizekanzler Robert Habeck nannte die Entscheidung eine „weitere Eskalation des völkerrechtswidrigen Angriffskriegs gegen die Ukraine“. Die Bundesregierung werde über weitere Schritte beraten. Verschiedene Beobachter und Politiker werten die Teilmobilmachung als Zeichen dafür, dass die Invasion scheitert. 

Profiteure einer möglichen Eskalation wären Unternehmen aus der Rüstungsindustrie. Dementsprechend legten die Aktien von Rheinmetall und Hensoldt zuletzt rund 10 % und 12 % zu.

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Foto: © Deutsche Börse AG

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