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Kirchhoff Consult GmbH / Schlagwort(e): Studie Kirchhoff-Analyse: HV-Reden im SDAX sind mehrheitlich zu komplex und wenig zugänglich 17.09.2026 / 09:49 CET/CEST Für den Inhalt der Mitteilung ist der Emittent / Herausgeber verantwortlich. Kirchhoff-Analyse: HV-Reden im SDAX sind mehrheitlich zu komplex und wenig zugänglich
Hamburg, 17. September 2026 – Die Hamburger Kommunikations- und Strategieberatung für Finanzkommunikation und ESG Kirchhoff Consult hat erstmals die Vorstandsreden der Hauptversammlungen der SDAX-Unternehmen analysiert. Ausgewertet wurden die 30 auf den Investor-Relations-Websites der jeweiligen Unternehmen veröffentlichten Reden der insgesamt 70 SDAX-Unternehmen. Ergänzend wurden die Hauptversammlungsreden der Deutschen Telekom und von Siemens Energy als Referenzbeispiele untersucht. Im Mittelpunkt standen unter anderem die sprachliche Zugänglichkeit, die Dichte von Fachbegriffen, der Anteil aktiver und passiver Formulierungen, die thematischen Schwerpunkte, das Kapitalmarkt-Sentiment sowie die emotionale Resonanz. Die Analyse zeigt: Die Verständlichkeit der untersuchten Hauptversammlungsreden fällt insgesamt gering aus. Gleichzeitig sind die SDAX-Reden überwiegend aktiv formuliert und im allgemeinen Sentiment mehrheitlich neutral. Jens Hecht, CFA, Managing Partner bei Kirchhoff Consult: „Eine Hauptversammlungsrede sollte die Geschäftsentwicklung, Strategie und Zukunftsaussichten nicht nur überzeugend darstellen, sondern auch einordnen und für die verschiedenen Anspruchsgruppen verständlich machen. Die verfügbaren SDAX-Reden sind mehrheitlich schwer verständlich formuliert. Unsere Auswertung zeigt aber, dass Verständlichkeit, Sachlichkeit und persönliche Ansprache einander nicht ausschließen, sondern sich wirkungsvoll ergänzen. Gerade bei komplexen Geschäftsmodellen ist es entscheidend, Inhalte klar zu strukturieren, Zusammenhänge transparent zu machen und sie anhand konkreter Beispiele verständlich zu vermitteln.“ SDAX-Reden bleiben sprachlich deutlich hinter den Referenzreden zurück Entsprechend zeigt sich auch bei der durchschnittlichen Satzlänge ein deutlicher Unterschied: In den SDAX-Reden umfasst ein Satz durchschnittlich 16,0 Wörter. In der Rede der Deutschen Telekom sind es 5,6 Wörter, bei Siemens Energy 11,0 Wörter. Die beiden Referenzreden arbeiten damit nicht nur mit einer zugänglicheren Sprache, sondern auch mit deutlich kürzeren Sätzen. Finanzthemen im Fokus Die beiden Referenzreden setzen unterschiedliche Akzente: Die Deutsche Telekom legt den Schwerpunkt vor allem auf operative Entwicklungen (27,0 %) sowie Innovation, Transformation und Technologie (25,0 %), während Siemens Energy stärker Finanz- und Kapitalmarktthemen (19,9 %) sowie Strategie und Geschäftsmodell (28,7 %) adressiert. Der Vergleich mit den beiden DAX-Unternehmen zeigt: Während im SDAX die Finanzthemen den größten durchschnittlichen Redeanteil ausmachen, verbinden die beiden Referenzreden finanzielle Informationen stärker mit operativen, strategischen, technologischen und persönlichen Perspektiven. Unter den untersuchten SDAX-Unternehmen legen Team Viewer SE, LPKF Laser & Electronics SE und Heidelberger Druckmaschinen bereits einen stärkeren Fokus auf zukunftsorientierte Themen wie Innovationen und Technologien. Kapitalmarkt-Sentiment: Referenzreden mit deutlich positiveren Scores Die beiden Referenzreden erzielten deutlich höhere Werte: Die Deutsche Telekom erreicht ein Kapitalmarkt-Sentiment von +72, Siemens Energy von +82. Und das obwohl die beiden Referenzreden nicht von durchgehend positiven Textelementen geprägt sind. Der Anteil neutraler Aussagen lag bei der Deutschen Telekom bei 71,0 %, und bei Siemens Energy bei 64,4 %. Die Kombination aus hoher Neutralität und positiver Kapitalmarktansprache steht für eine kontrollierte Sachlichkeit und eine gezielte, adressatengerechte Kommunikation. Im Fokus steht nicht ein maximal positives Gesamt-Sentiment, sondern eine glaubwürdige und ausgewogene Einordnung. Aktive Formulierungen prägen die SDAX-Reden, die Fachbegriff-Dichte bleibt im Durchschnitt moderat Die Dichte an Fachbegriffen liegt im SDAX-Mittel bei 3,8 %, der Median beträgt 2,8 %. In den Referenzreden liegt sie bei 5,0 % bei der Deutschen Telekom und 4,9 % bei Siemens Energy. Die Dichte der Fachbegriffe kann somit als moderat eingeordnet werden. Emotionale Resonanz: Best Practice entsteht durch konkrete Bezüge und Unternehmensidentität Die Rede der Deutschen Telekom arbeitet unter anderem mit dem Leitmotiv „Auf mich ist Verlass“, einer Solingen-Anekdote, Humor, Fehleroffenheit und der T-Style-Kultur. Siemens Energy verbindet die gesellschaftliche Bedeutung von Strom mit der Geschichte der Mitarbeiterin Cynthia Wirth, dem Teamgedanken von „Team Purple“ und anschaulichen Größenvergleichen. Auch unter den untersuchten SDAX-Unternehmen wurden einige Reden als Best Practice für emotionale Resonanz eingestuft. Drägerwerk verbindet die Würdigung von Christian und Theo Dräger mit einem gemeinsamen Gedenkritual. Vossloh verknüpft Zahlen, Technologie, Nachhaltigkeit und Unternehmensgeschichte im Leitmotiv „Bessere Bahn gleich bessere Zukunft“. Dürr kombiniert Aktionärsbindung, die familiengeprägte Unternehmensidentität, Mitarbeiterwertschätzung sowie Abschied und Neubeginn. Die gemeinsame Lehre lautet, dass emotionale Resonanz nicht durch Pathos entsteht. Sie entsteht durch Menschen, konkrete Situationen, glaubwürdige Bilder und ein konsistentes Leitmotiv. Fazit: Verständlichkeit, Sachlichkeit und persönliche Bezüge als zentrale Befunde Methodik der Untersuchung Verglichen wurden die Redeanteile für die Themenblöcke Finanzen, Finanzierung und Kapitalmarkt, Strategie und Geschäftsmodell, operative Entwicklungen, Innovation, Transformation und Technologie sowie persönliche Ansprache. Darüber hinaus wurden der deutsche Flesch-Index berechnet, die Dichte von Fachbegriffen, aktive und passive Formulierungen, die durchschnittliche Satzlänge, positives, neutrales und negatives Gesamt-Sentiment, das Kapitalmarkt-Sentiment auf einer Skala von -100 bis +100 sowie die emotionale Resonanz ausgewertet. Über Kirchhoff Kirchhoff Consult ist Mitglied im TEAM FARNER, einer europäischen Allianz von Partner-geführten Agenturen. Gemeinsames Ziel: Aufbau des europäischen Marktführers für integrierte Kommunikationsberatung. Erfahren Sie mehr auf: kirchhoff.de KONTAKT
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