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LPKF Laser & Electronics SE: LPKF legt Quartalsfinanzbericht vor

29.10.2026

4–7 Minuten

EQS News

LPKF Laser & Electronics SE

/ Schlagwort(e): 9-Monatszahlen

LPKF legt Quartalsfinanzbericht vor

29.10.2026 / 08:00 CET/CEST

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LPKF legt Quartalsfinanzbericht vor

  • Schwaches Solargeschäft belastet Neunmonatsergebnis
  • LIDE als Schlüsseltechnologie im Advanced Packaging für Halbleiter weiter etabliert
  • Erste Welle des Effizienzprogramms North Star erfolgreich abgeschlossen
  • Angepasste Jahresprognose und mittelfristiges Margenziel bleiben bestehen

 

Garbsen, 29. Oktober 2026 – Die LPKF Laser & Electronics SE hat in den ersten neun Monaten 2026 einen Konzernumsatz von 60,3 Mio. EUR erzielt. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht dies einem Rückgang um 28,1 %. Ausschlaggebend war insbesondere das deutlich schwächere Solargeschäft. Auch im Advanced Packaging verzögerten sich erwartete Aufträge. Gleichzeitig erzielte das Unternehmen Fortschritte bei der Positionierung seiner glasbasierten Halbleitertechnologien und bei der Umsetzung seines Effizienzprogramms North Star.

„Die Geschäftsentwicklung bleibt hinter unseren Erwartungen zurück. Insbesondere die ausstehenden Solaraufträge und Verzögerungen im Advanced Packaging belasten das laufende Jahr“, sagt Klaus Fiedler, Vorstandsvorsitzender von LPKF. „Unsere Aufgabe ist jetzt, technologische Fortschritte in belastbare Aufträge zu überführen und zugleich die strukturelle Basis des Unternehmens zu stärken.“

Umsatzrückgang belastet Ergebnis

Das EBIT lag nach neun Monaten bei -12,8 Mio. EUR nach -3,3 Mio. EUR im Vorjahr. Das bereinigte EBIT betrug -8,9 Mio. EUR gegenüber -0,8 Mio. EUR; die bereinigte EBIT-Marge erreichte -14,7 % nach -1,0 % im Vorjahr.

Der Auftragseingang blieb mit 65,1 Mio. EUR nahezu auf Vorjahresniveau von 65,4 Mio. EUR. Zum 30. September 2026 belief sich der Auftragsbestand auf 31,9 Mio. EUR gegenüber
32,5 Mio. EUR ein Jahr zuvor. Der Free Cashflow lag bei -11,7 Mio. EUR nach -5,4 Mio. EUR. Das Net Working Capital sank im Stichtagsvergleich um 11,5 Mio. EUR auf 24,8 Mio. EUR.

Advanced Packaging: Fortschritte auf dem Weg zur Produktion

Im Advanced Packaging arbeitet LPKF daran, seine Technologie für die präzise Strukturierung von Glas in der Halbleiterfertigung zu etablieren. Zahlreiche Kunden und Partner nutzen bereits Anlagen in Entwicklungs- und Qualifizierungsprojekten. Der Übergang zu Produktionsanwendungen benötigt jedoch mehr Zeit als ursprünglich erwartet; zugleich nimmt der Wettbewerb zu.

Im dritten Quartal erhielt LPKF einen Letter of Intent (LOI) eines führenden asiatischen Herstellers mit einem Volumen im mittleren einstelligen Millionen-Euro-Bereich. Er eröffnet dem Unternehmen die Perspektive, Teil der Lieferkette für den Produktionsanlauf zu werden. Bereits im ersten Quartal hatte LPKF über einen ersten Folgeauftrag für Produktionszwecke berichtet. „Der LOI ist für uns ein wichtiger strategischer Meilenstein. Entscheidend ist dabei nicht sein Volumen, sondern dass sich ein weltweit führender Hersteller für LPKF als Zulieferer entschieden hat“, sagt Fiedler.

Parallel erweitert LPKF sein Angebot um Technologien zum Vereinzeln glasbasierter Halbleitergehäuse und zum laserbasierten Verbinden mehrlagiger Glasstrukturen. Darüber hinaus entwickelt und erprobt das Unternehmen Lösungen zur Integration optischer Funktionen auf Glassubstraten.

Unterschiedliche Entwicklung in den Geschäftsbereichen

Im Segment Electronics lagen Umsatz und Auftragseingang nach neun Monaten deutlich über den Vorjahreswerten. Dazu trugen die Nachfrage nach Systemen zum präzisen Laserschneiden von Leiterplatten und die Tensor-Technologie bei.

Auch Development verzeichnete einen Auftragseingang über dem Vorjahresniveau. Einer erfreulichen Entwicklung in Europa und China standen jedoch Belastungen im US-Geschäft durch Unsicherheiten bei öffentlichen Bildungsbudgets gegenüber.

Im Solarsegment verschieben Kunden angesichts des erwarteten Technologiewechsels zu Perowskit-Lösungen ihre Investitionen. Insbesondere ein erwarteter, aber bislang nicht eingegangener größerer Auftrag aus China war maßgeblich für die Anpassung der Jahresprognose.

Welding erzielte nach neun Monaten einen Umsatz deutlich unter Vorjahresniveau. Die Ausrichtung auf Anwendungen außerhalb der klassischen Automobilindustrie schreitet voran. Für eine nachhaltig profitable Entwicklung fehlt jedoch noch die notwendige Kontinuität im Auftragseingang. Die strukturellen Veränderungen am Standort Fürth sind abgeschlossen.

North Star: Erste Programmwelle abgeschlossen

Das North Star Programm zur Erreichung einer zweistelligen EBIT-Marge bis 2028 verläuft planmäßig. Die erste Programmwelle ist erfolgreich abgeschlossen; die erwarteten jährlichen Kosteneinsparungen von gut 8 Mio. EUR werden schrittweise wirksam. „Mit North Star stärken wir unsere Profitabilität nachhaltig. Die zweite Programmwelle soll durch eine funktionale Organisationsstruktur zusätzliche jährliche Einsparungen ermöglichen“, sagt CFO Peter Mümmler. Die neue Organisation soll am 1. Januar 2027 starten; die künftige Führungsebene ist benannt und die wesentlichen Wertschöpfungsprozesse sind definiert. Die erforderliche Betriebsänderung und der geplante Personalabbau sind derzeit Gegenstand der Beratungen und Verhandlungen mit dem Betriebsrat.

Ausblick: Anspruchsvolles Schlussquartal erwartet

Für 2026 erwartet LPKF entsprechend der am 30. September angepassten Prognose einen Konzernumsatz von 93 bis 100 Mio. EUR und eine bereinigte EBIT-Marge von
-7,0 % bis -2,5 %. Zuvor hatte das Unternehmen einen Umsatz von 105 bis 120 Mio. EUR und eine bereinigte EBIT-Marge von -3,0 % bis 4,5 % erwartet.

Der Vorstand blickt zuversichtlich auf die mittelfristige Entwicklung des LPKF-Konzerns. Während sich die Segmente aktuell unterschiedlich entwickeln, bleibt das Ziel klar: Der Vorstand strebt bis 2028 eine nachhaltige zweistellige EBIT-Marge im Konzern an.

Besonders im Halbleitermarkt sieht das Unternehmen mit LIDE und dem Ausbau des Produktportfolios eine sehr gute strategische Positionierung und großes Wachstumspotenzial. Auch der SMT-Bereich (Surface Mount Technology) und das Rapid PCB Prototyping bieten sehr solide Wachstumsperspektiven.

Trotz der aktuellen Auftragsschwäche im Solargeschäft erwartet LPKF von der Transformation zur Perowskit-Technologie ein vielversprechendes Wachstumsfeld mit erheblichen Chancen für LPKF. Nach der strategischen Neuausrichtung im Kunststoffschweißen erwartet der Vorstand auch in diesem Segment langfristig profitables Wachstum.

Um den LPKF-Konzern resilient und wettbewerbsfähig zu positionieren, werden aktuell wesentliche strukturelle Anpassungen vorgenommen, da in der anhaltenden Phase wirtschaftlicher Unsicherheit kurzfristig keine deutlichen Wachstumsimpulse zu erwarten sind.

*Das bereinigte EBIT ergibt sich aus dem EBIT unter Herausrechnung von Restrukturierungs- und Abfindungskosten, Effekten aus Veränderungen des Konsolidierungskreises sowie Anpassungen des Long-Term-Incentive (LTI), die sich aus Schwankungen des Performance Faktors oder des Aktienkurses ergeben. Für das Geschäftsjahr 2026 rechnet LPKF im Zuge des Transformationsprogramms North Star mit außergewöhnlich hohen Restrukturierungskosten in Höhe von rund 3 – 4 % des Umsatzes.

 

 

Über LPKF

LPKF ist ein international führender Technologiekonzern für laserbasierte Fertigungslösungen. Das Unternehmen entwickelt hochpräzise, energieeffiziente und nachhaltige Technologien für anspruchsvolle Industrien, darunter die Halbleiter-,    Elektronik-, Solar- und Medizintechnikbranche. Mit der patentierten LIDE-Technologie setzt LPKF Maßstäbe in der Glasbearbeitung für Advanced Packaging. Ein globales Netzwerk, rund 700 Mitarbeiter sowie jahrzehntelange Entwicklungskompetenz ermöglichen innovative Lösungen entlang der gesamten Wertschöpfungskette. LPKF hat seinen Hauptsitz in Garbsen und ist im SDAX der Deutschen Börse notiert (ISIN 0006450000).

Kontakt:
Bettina Schäfer, Department Manager Group Communication & Investor Relations


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