Edis im Kreuzfeuer der Kritik
Erscheinungstag: 22.12.2018, Ausgabe 2019
Verlag: Kapital Medien GmbH
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Themen im Heft
Einen Schwerpunkt unserer der Jahressonderausgabe AnlegerLand 2019 bildet der geplante EU-Einlagensicherungsfonds, kurz Edis. Das Vorhaben, die Einlagen aller europäischen Kreditinstitute in einem gemeinsamen Einlagensicherungssystem abzusichern, stößt in der Fachwelt durchaus auf Widerstand, so auch bei unseren Standpunktautoren. Guter Dinge auf nationaler Ebene zeigt sich Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier. Die deutsche Wirtschaft befinde sich „in guter Verfassung“, ist er überzeugt.
Im Interview mit AnlegerPlus nimmt Bundeswirtschaftsminister Altmaier zu aktuellen Themen Stellung: Europa, Elektromobilität, künstliche Intelligenz und die Gründungskultur in Deutschland. Den Start-ups verspricht der Wirtschaftsminister weniger Bürokratie und mehr staatliche Wagniskapitalfinanzierung, um die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands zu stärken.
Ob eine supranationale Einlagensicherung auf EU-Ebene in der derzeit diskutierten Form gut für deutsche Sparer ist, ist bei den von AnlegerPlus befragten Experten fraglich. Prof. Dr. Michael Hüther, Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft, empfiehlt ein anreizorientiertes und EU-weites gemeinsames Rückversicherungssystem, das erst dann greift, wenn die nationalen Systeme ausgeschöpft sind. Für den stellvertretenden FDP-Fraktionsvorsitzenden im Bundestag, Christian Dürr, geht Edis gar komplett in die falsche Richtung. Er skizziert in AnlegerLand eine europäische Einlagensicherung auf marktwirtschaftlicher Basis.
Aus Sicht von Helmut Schleweis, Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands, würde eine vergemeinschaftete Einlagensicherung neue Ansteckungsgefahren schaffen. Der beste Sparerschutz sei es, wenn jedes europäische Land seiner Verantwortung gerecht werde. Prof. Dr. Roland Vaubel gehörte bereits im Mai 2018 zu einer Gruppe von 154 Wirtschaftsprofessoren, die vor Edis warnten. Warum dadurch Anreize für wirtschaftliches Fehlverhalten gesetzt würden, erläutert Vaubel in seinem Beitrag für AnlegerLand.












