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Vossloh Aktiengesellschaft: Auftragslage nach neun Monaten 2026 auf anhaltend hohem Niveau, starke Geschäftsentwicklung im vierten Quartal erwartet

22.10.2026

6–8 Minuten

EQS News

Vossloh Aktiengesellschaft

/ Schlagwort(e): Quartals-/Zwischenmitteilung

Auftragslage nach neun Monaten 2026 auf anhaltend hohem Niveau, starke Geschäftsentwicklung im vierten Quartal erwartet

22.10.2026 / 07:30 CET/CEST

Für den Inhalt der Mitteilung ist der Emittent / Herausgeber verantwortlich.


  • Auftragseingang steigt auf 1.154,5 Mio.€, Book-to-Bill bei 1,06; Auftragsbestand mit 1.094,0 Mio.€ weiterhin hoch
  • Umsatz akquisitionsbedingt um 19,6 % auf 1.086,8 Mio.€ gestiegen
  • EBITDA legt auf 128,5 Mio.€ zu – EBIT bei 56,6 Mio.€ durch PPA-Effekte für VTT Europa (Sateba) und weitere Sondereinflüsse belastet
  • Im Juli angepasster Ausblick auf das Geschäftsjahr 2026 bestätigt und konkretisiert

Die Vossloh AG („Vossloh“) weist auch nach neun Monaten eine unverändert starke Auftragslage aus. So lag der Auftragseingang mit 1.154,5 Mio.€ um 21,7 % über Vorjahr (9M‑2025: 948,5 Mio.€). Hauptausschlaggebend hierfür war die erstmals vollständige Einbeziehung von VTT Europa (Sateba, Auftragseingang 178 Mio.€), aber auch akquisitionsbereinigt ergab sich vor allem aufgrund einer verbesserten Nachfrage in Nordamerika ein Plus von rund 3 %. Die Book-to-Bill-Quote auf Konzernebene belief sich in den ersten neun Monaten 2026 auf 1,06. Entsprechend stieg auch der Auftragsbestand im Zwölfmonatsvergleich um 27,8 % auf 1.094,0 Mio.€.

„Der Markt für Bahninfrastruktur ist weiterhin intakt und unterstreicht die Erreichbarkeit unserer mittelfristigen Ambitionen. Aktuell sehen wir uns, unter anderem vor dem Hintergrund der andauernden geopolitischen Spannungen in weiten Teilen der Welt, mit einigen Herausforderungen konfrontiert, die unsere Profitabilität temporär belasten. Umso wichtiger ist es, dass wir nun die richtigen Weichen für eine erfolgreiche Zukunft stellen und insbesondere das Angebot an digitalen Lösungen weiter konsequent ausbauen“, kommentiert Oliver Schuster, Vorstandsvorsitzender der Vossloh AG.

Dr. Thomas Triska, Finanzvorstand des Unternehmens ergänzt: „Wir sind sehr gut ins vierte Quartal gestartet und sehen uns auf Kurs, die im Juli dieses Jahres angepassten Ziele zu erreichen. Für 2027 erwarten wir einen spürbaren Rückgang bei den derzeit belastenden Faktoren und damit wieder deutlich verbesserte Ergebnisse.“

Die Umsatzerlöse des Vossloh Konzerns legten aufgrund des Einbezugs von VTT Europa (Sateba) nach neun Monaten 2026 um 19,6 % auf 1.086,8 Mio.€ (9M‑2025: 908,5 Mio.€) zu. Bereinigt um VTT Europa (Sateba) lagen die Umsätze aufgrund von Projektverschiebungen und geringeren Abrufen aus Rahmenverträgen in einzelnen Ländern bei etwa 4 % unter dem Vorjahr. Das EBITDA lag aufgrund des Beitrags von VTT Europa (Sateba) nach drei Quartalen mit 128,5 Mio.€ über dem Vorjahreswert von 121,8 Mio.€. Die EBITDA-Marge sank jedoch im Vergleichszeitraum unter anderem wegen höherer Material- und Logistikpreise sowie gestiegener M&A-bedingter Beratungskosten von 13,4 % auf 11,8 %. Beim EBIT weist Vossloh in den ersten neun Monaten 2026 einen Wert von 56,6 Mio.€ aus (EBIT-Marge: 5,2 %), der gegenüber dem Vorjahresniveau (76,2 Mio.€; 8,4 %) zusätzlich durch PPA-Effekte infolge der Sateba-Akquisition in Höhe von 13,6 Mio.€ belastet wurde. Das Konzernergebnis belief sich infolge der EBIT-Entwicklung, einer überdurchschnittlich hohen Steuerquote und höherer Finanzierungskosten auf 22,9 Mio.€ (9M‑2025: 51,7 Mio.€), das Ergebnis je Aktie lag bei 0,35 € (9M‑2025: 2,12 €).

Deutlich positiver Free Cashflow im Gesamtjahr 2026 erwartet

Die Nettofinanzschuld erhöhte sich maßgeblich getrieben durch die Kaufpreiszahlungen für die Akquisitionen von Sateba, Cordel und RTI im Zwölfmonatsvergleich von 186,5 Mio.€ auf 674,7 Mio.€. Die Eigenkapitalquote lag zum Berichtsstichtag bei unverändert soliden 40,4 % und damit oberhalb des Jahresendwertes aus 2025 (38,4 %). Der Free Cashflow lag nach neun Monaten aufgrund des starken Anstiegs des Working Capital um 106,0 Mio.€ im bisherigen Jahresverlauf bei -77,5 Mio.€ (9M‑2025: 0,2 Mio.€). Für das Schlussquartal wird ein signifikanter Rückgang des Working Capital prognostiziert, so dass im Gesamtjahr weiterhin ein positiver Free Cashflow erwartet wird. Infolgedessen wird von einem substanziellen Rückgang der Nettofinanzschuld bis zum Jahresende ausgegangen.

Core Components mit deutlichem Wachstum dank VTT Europa

Die Auftragseingänge im Geschäftsbereich Core Components stiegen in den ersten neun Monaten 2026 um 54,0 % auf 560,1 Mio.€ (9M‑2025: 363,7 Mio.€). Der Anstieg ist auf das Geschäftsfeld Tie Technologies zurückzuführen. Neben der erstmaligen Einbeziehung von VTT Europa (Sateba) ist auch im bisherigen Geschäft in diesem Geschäftsfeld eine spürbare Belebung in Nordamerika zu verzeichnen. Das Book-to-Bill-Verhältnis belief sich nach neun Monaten auf 1,04. Der Auftragsbestand des Geschäftsbereichs erhöhte sich zum 30. September 2026 auf 518,8 Mio.€ (30.9.2025: 299,3 Mio.€). Der Umsatz von Core Components stieg im Berichtszeitraum akquisitionsbedingt um 55 % auf 538,2 Mio.€ (9M‑2025: 347,1 Mio.€). Das EBITDA wurde von 55,1 Mio.€ auf 80,3 Mio.€ und das EBIT leicht von 38,9 Mio.€ auf 39,2 Mio.€ verbessert. Hierbei sind für 2026 die erwähnten PPA-Effekte für VTT Europa (Sateba) von 13,6 Mio.€ ergebnismindernd berücksichtigt. Während sich positiv ein Effekt aus der Übergangskonsolidierung eines litauischen Joint Ventures bemerkbar machte, belastete die im dritten Quartal erstmals für VTT Europa (Sateba) erhobene konzerninterne Markenlizenzgebühr die Ergebnisentwicklung.

Starkes Schlussquartal 2026 für Customized Modules erwartet

Der Geschäftsbereich Customized Modules verzeichnete nach drei Quartalen 2026 Auftragseingänge von 439,2 Mio.€ leicht über dem Vorjahreswert von 432,6 Mio.€, das Book-to-Bill-Verhältnis lag nach drei Quartalen bei 1,04. Höhere Auftragseingänge wurden insbesondere in Tansania, Polen und Australien erzielt. Der Auftragsbestand zum 30. September 2026 belief sich auf 505,5 Mio.€ (30.9.2025: 524,8 Mio.€). Beim Umsatz konnte der Geschäftsbereich mit 423,9 Mio.€ das hohe Niveau aus dem Vorjahreszeitraum (427,1 Mio.€) annähernd halten. Höhere Umsätze vor allem in Marokko und Australien glichen nahezu Minderumsätze in anderen Regionen aus. Das EBITDA sank auf 45,3 Mio.€ (9M‑2025: 58,3 Mio.€), das EBIT auf 28,7 Mio.€ (9M‑2025: 42,8 Mio.€). Im Vorjahr waren hierin deutlich höhere positive Einmaleffekte in einer schwedischen Gesellschaft sowie ein positiver Bucheffekt aus der Übergangskonsolidierung eines chinesischen Joint Ventures enthalten. Im Jahr 2026 belasteten unter anderem Anlaufkosten für die neue Produktionsstätte in Schweden sowie höhere Logistik- und Materialkosten die Entwicklung. Im dritten Quartal konnte die EBIT-Marge im Vergleich zum Vorjahresquartal verbessert werden. Dieser positive Trend soll sich auch im Schlussquartal fortsetzen.

Lifecycle Solutions mit deutlicher Belebung im Jahresschlussquartal

Im Geschäftsbereich Lifecycle Solutions stiegen die Auftragseingänge im 3. Quartal wieder an, sodass nach neun Monaten 2026 mit 179,7 Mio.€ ein leichtes Plus gegenüber dem Vorjahr (9M‑2025: 176,2 Mio.€) erzielt wurde. Positiv entwickelte sich dabei die Nachfrage insbesondere im deutschen Markt sowie in China. Der Auftragsbestand des Bereichs lag mit 78,3 Mio.€ deutlich über Vorjahr (42,9 Mio.€). Die Umsatzerlöse blieben mit 152,1 Mio.€ unterhalb des Vorjahresniveaus von 159,5 Mio.€. Das EBITDA lag bei 17,0 Mio.€ (9M‑2025: 21,7 Mio.€), das EBIT bei 3,5 Mio.€ (9M‑2025: 8,5 Mio.€). Für das Schlussquartal werden infolge einer deutlichen Belebung in Deutschland sowie international bei den Maschinenverkäufen eine erhebliche Umsatzsteigerung und eine signifikant höhere Profitabilität prognostiziert.

Zahl der Mitarbeitenden legt akquisitionsbedingt deutlich zu

Zum 30. September 2026 beschäftigte der Vossloh Konzern weltweit insgesamt 5.691 Mitarbeitende. Gegenüber dem Vorjahresstichtag erhöhte sich die Zahl der Beschäftigten damit aufgrund der Einbeziehung von VTT Europa (Sateba) sowie der neu erworbenen Einheiten Cordel und RTI um insgesamt 1.083 Mitarbeitende beziehungsweise 23,5 %.

Ausblick für das Geschäftsjahr 2026 bestätigt und konkretisiert

Für das Gesamtjahr 2026 und auf Basis einer deutlichen Belebung im Jahresschlussquartal erwartet Vossloh Umsatzerlöse in etwa im mittleren Bereich der im Juli angepassten Bandbreite von 1.510 Mio.€ bis 1.610 Mio.€ (2025: 1.343,2 Mio.€). Es wird weiterhin dank der Einbeziehung von VTT Europa (Sateba) ein deutlicher Umsatzanstieg gegenüber dem Vorjahr prognostiziert. Das EBITDA soll wie kommuniziert zwischen 195 Mio.€ und 210 Mio.€ (2025: 179,4 Mio.€) liegen, das EBIT in einer Bandbreite von 100 Mio.€ bis 110 Mio.€ (2025: 111,9 Mio.€). Beide Werte erwartet Vossloh infolge von Projektverschiebungen und temporärer beziehungsweise einmaliger Kostenbelastungen eher im unteren Bereich der bisher prognostizierten Bandbreiten.

 

Entwicklung wichtiger Finanzkennzahlen:

Vossloh Konzern   1-9/2026 1-9/2025 Q3/2026 Q3/2025
Auftragseingang Mio.€ 1.154,5 948,5 326,0 324,8
Auftragsbestand zum 30.9. Mio.€ 1.094,0 856,3    
Umsatz Mio.€ 1.086,8 908,5 376,6 325,9
EBITDA Mio.€ 128,5 121,8 47,6 47,6
EBITDA-Marge % 11,8 13,4 12,6 14,6
EBIT Mio.€ 56,6 76,2 24,2 31,3
EBIT-Marge % 5,2 8,4 6,4 9,6
Konzernergebnis Mio.€ 22,9 51,7 9,4 17,0
Ergebnis je Aktie € 0,35 2,12 0,20 0,62
Wertbeitrag Mio.€ -53,4 4,6 -13,8 7,1
ROCE % 4,9 10,1 6,0 12,3
Nettofinanzschuld zum 30.9. Mio.€ 674,7 186,5    
Eigenkapitalquote zum 30.9. % 40,4 50,9    
Mitarbeitende zum 30.9.   5.691 4.608    

 

Kontaktdaten für die Medien:
Ivo Banek
E-Mail: Presse@vossloh.com

Kontaktdaten für Investoren:
Dr. Daniel Gavranovic
E-Mail: Investor.relations@vossloh.com

Telefon: +49 (0) 23 92 / 52-609

Über Vossloh:

Vossloh ist ein börsennotiertes Technologieunternehmen für Schieneninfrastruktur mit Hauptsitz in Deutschland, dessen Produkte und Dienstleistungen in mehr als 100 Ländern zum Einsatz kommen.

Auf der Grundlage von 140 Jahren Erfahrung bietet Vossloh Schienenbefestigungssysteme, Betonschwellen, Weichen und Kreuzungen, Dienstleistungen sowie digitale Lösungen für die Zustandsüberwachung und vorausschauende Instandhaltung an, für konventionelle, Hochgeschwindigkeits-, Schwerlast- und Stadtbahnnetze.

Vossloh beschäftigt rund 5.500 Mitarbeiter und betreibt mehr als 60 Produktionsstandorte weltweit. Der Konzern erzielte im Geschäftsjahr 2025 einen Umsatz von 1,3 Milliarden Euro.


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