Carl Zeiss Meditec AG: Carl Zeiss Meditec mit rückläufigem Ergebnis im ersten Halbjahr 2025/26 – umfassendes Maßnahmenpaket geplant

Carl Zeiss Meditec AG

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Carl Zeiss Meditec mit rückläufigem Ergebnis im ersten Halbjahr 2025/26 – umfassendes Maßnahmenpaket geplant

12.05.2026 / 07:35 CET/CEST

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Carl Zeiss Meditec mit rückläufigem Ergebnis im ersten Halbjahr 2025/26 – umfassendes Maßnahmenpaket geplant
Ziel ist Absicherung zukünftigen Wachstums- und Ertragspotenzials

 

JENA, 12. Mai 2026

Carl Zeiss Meditec erzielte im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres 2025/26 einen Umsatz von 991,0 Mio. € (Vj.: 1.050,5 Mio. €), was einem Rückgang von -5,7 % entspricht (bereinigt um Währungseffekte[1] von -1,0 %). Das bereinigte EBITA[2] belief sich auf 60,5 Mio. € (Vj.: 112,6 Mio. €). Die bereinigte EBITA-Marge lag bei 6,1 % (Vj.: 10,7 %).

Justus Felix Wehmer, Finanzvorstand der Carl Zeiss Meditec AG, kommentiert:

„Auch im zweiten Quartal 2025/26 bewegen wir uns in einem herausfordernden Marktumfeld mit geopolitischen und regulatorischen Unsicherheiten und Zurückhaltung bei Investitionsentscheidungen. Mit einem umfassenden Maßnahmenpaket handeln wir jetzt, um die Kostenstruktur zu verbessern, die Ertragskraft zu stärken und Spielraum für Investitionen in Wachstum und Innovation zu schaffen.“

Rückläufige Umsätze in beiden strategischen Geschäftseinheiten

Die Umsatzentwicklung in beiden strategischen Geschäftseinheiten blieb im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres 2025/26 unter dem Vorjahresniveau. Belastend wirkten sich neben deutlich negativen Währungseffekten insbesondere Rückgänge im Intraokularlinsengeschäft (IOL) aus. Hinzu kam ein zunehmend schwächeres Investitionsumfeld in der Region Americas vor dem Hintergrund gestiegener geopolitischer Unsicherheiten.

Im strategischen Geschäftsbereich (Strategic Business Unit, SBU) Ophthalmology ging der Umsatz auf 753,8 Mio. € zurück (Vj.: 808,2 Mio. €; -6,7 %; währungsbereinigt: -4,2 %). Neben negativen Währungseffekten war die Entwicklung durch den bereits im ersten Quartal 2025/26 kommunizierten Ausfall bifokaler Intraokularlinsen aus staatlichen Ausschreibungen geprägt. Wie angekündigt kam es in diesem Zusammenhang auch zur Rücknahme von Produkten aus dem Vertriebskanal. Zudem wirkten sich schwächer als geplante Geräteauslieferungen, insbesondere bei diagnostischen Geräten, negativ aus.

Auch im strategischen Geschäftsbereich Microsurgery lag der Umsatz mit 237,2 Mio. € um -2,1 % unter dem Vorjahreswert (Vj.: 242,3 Mio. €; währungsbereinigt: +1,8 %). Dieser Rückgang ist vor allem auf negative Währungseffekte zurückzuführen.

Der Anteil wiederkehrender Umsätze belief sich im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres 2025/26 auf 49,9 % des Gesamtumsatzes (Vj.: 50,5 %).

Regionale Entwicklung – EMEA[3] stabil, Americas und APAC[4] deutlich rückläufig

In der Region EMEA belief sich der Umsatz auf 345,9 Mio. € (Vj.: 330,2 Mio. €; +4,8 %; währungsbereinigt: +5,6 %). Wachstum wurde in den meisten europäischen Kernmärkten erzielt, während es im Mittleren Osten und Spanien zu Umsatzrückgängen kam.

In der Region Americas verringerte sich der Umsatz um -11,1 % auf 247,1 Mio. € (Vj.: 278,1 Mio. €; währungsbereinigt: -3,5 %). Die Entwicklung war vor allem durch ein schwaches Investitionsumfeld, insbesondere im Bereich kleier und mittlerer Arztpraxen und Kliniken sowie bei diagnostischen Geräten, geprägt.

Der Umsatz in der Region APAC sank um -10,0 % auf 397,9 Mio. € (Vj.: 442,2 Mio. €; währungsbereinigt: -8,6 %). Während Indien einen positiven Trend zeigte, kam es zu Umsatzrückgängen in China, Japan, Südkorea und Südostasien.

 

Ergebnis unter Vorjahr infolge negativer Währungseffekte und ungünstigen Produktmix

Das operative Ergebnis (EBITA) belief sich im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres 2025/26 auf 39,0 Mio. € (Vj.: 113,6 Mio. €). Ausschlaggebend hierfür waren negative Währungseffekte, ein schwächerer Umsatz sowie ein geringerer Rohertrag infolge negativer Produktmixeffekte. Zusätzlich belasten Sondereffekte wie außerplanmäßige Abschreibungen auf Vermögenswerte aus der Akquisition von Infinite Vision Optics, höhere Kosten aus Rechtsstreitigkeiten sowie die Rücknahme bifokaler Intraokularlinsen aus dem Vertriebskanal das Ergebnis. Nach Berücksichtigung aller Sondereffekte ergibt sich ein bereinigtes EBITA von 60,5 Mio. € (Vorjahr: 112,6 Mio. €).

In den ersten sechs Monaten des Geschäftsjahres 2025/26 erreichte die EBITA-Marge 3,9 % (Vj.: 10,8 %). Bereinigt um Sondereffekte lag die EBITA-Marge bei 6,1 % (Vj: 10,7 %). Das Ergebnis je Aktie betrug im Berichtszeitraum 0,17 € (Vj.: 0,70 €), der bereinigte Gewinn je Aktie lag bei 0,48 € (Vj.: 0,81 €).

Gezielte Maßnahmen für nachhaltige Profitabilität und Wachstum geplant

Der Vorstand hat gemeinsam mit dem erweiterten Management-Team der Gesellschaft ein umfassendes Maßnahmenpaket zur Zukunftssicherung der Carl Zeiss Meditec AG geplant. Die Wiederherstellung einer angemessenen Ertragskraft soll die Grundlage für zukünftige Investitionen in Wachstum und Innovation schaffen.

Zu diesem Zweck wird Carl Zeiss Meditec nachhaltige Kosten-, Struktur- und Portfoliomaßnahmen implementieren und Ergebnisverbesserungen von >200 Mio. € p.a. bis zum Geschäftsjahr 2028/29 gegenüber dem laufenden Geschäftsjahr 2025/26 anstreben. Für dieses Ziel sind verschiedene Maßnahmen geplant: Optimierung der Lieferketten im Einkauf, die Bereinigung schwächer profitabler Produkte im Portfolio, stärkerer Fokus im Bereich Forschung und Entwicklung durch Verlagerung von Tätigkeiten in kosteneffiziente Länder zur Erlangung einer wettbewerbsfähigen Kostenstruktur sowie Reduktion der Verwaltungskosten durch Personal- und Sachkostensenkungen. Im Rahmen dieser Maßnahmen können in den nächsten drei Jahren bis zu 1.000 Stellen in der weltweiten Organisation betroffen sein.

Circa 40 Mio. € p.a. werden bis zum Geschäftsjahr 2028/29 zur Kompensation steigender Infrastrukturkosten benötigt, unter anderem infolge der Einführung eines neuen ERP- und Customer-Relationship-Management-Systems, dem Abschluss eines Mietvertrags für den High-Tech-Standort Jena sowie dem Anstieg von Shared-Services-Kosten im Verbund mit der ZEISS Gruppe an. Das nach Kompensation der steigenden Infrastrukturkosten verbleibende Einsparvolumen von >160 Mio. € p.a. soll zu einer nachhaltigen Erholung der EBITA-Marge beitragen.

Die Einsparungen werden durch gezielte Maßnahmen zur Beschleunigung des Umsatzwachstums ergänzt. Wie bereits im Dezember 2025 angekündigt, werden wir Maßnahmen zur Optimierung unserer Standortstrategie in der Produktion einleiten. Diese beinhaltet eine stärkere Präsenz in China und die Ausweitung kosteneffizienter Kapazitäten außerhalb Chinas.

Andreas Pecher, Vorstandsvorsitzender der Carl Zeiss Meditec AG, kommentiert: „Diese Entscheidungen sind schmerzhaft, jedoch unumgänglich, um uns auch in Zukunft wettbewerbsfähig und langfristig erfolgreich aufzustellen. Damit schafft Carl Zeiss Meditec die Grundlage für das, was am Ende dieser Transformation steht: ein starkes Unternehmen, mit einem gestärkten Handlungsspielraum, um in Innovationen zu investieren und seinen Markt maßgeblich mitzugestalten.“

Im Zusammenhang mit den oben ausgeführten Maßnahmen werden bis zum Geschäftsjahr 2028/29 Einmalaufwendungen und Investitionen in Höhe von insgesamt bis zu 150 Mio. € erwartet.

Ausblick auf den weiteren Geschäftsverlauf

Im Geschäftsjahr 2025/26 wird der Umsatz mindestens ein Niveau von circa 2,15-2,20 Mrd. € erreichen (ca. -1% bis – 3,5% unter Vorjahr). Auf währungsbereinigter Basis wird ein annähernd stabiler Umsatz erwartet. Die bereinigte EBITA-Marge wird, nach Abzug von Sondereffekten, die mindestens im mittleren zweistelligen Millionen-Euro-Bereich ausfallen werden, zwischen 8 bis 10 % erwartet.

Bis zum Geschäftsjahr 2028/29 wird, unterstützt durch die eingeleiteten Maßnahmen, ein jährliches währungsbereinigtes Umsatzwachstum mindestens im mittleren einstelligen Prozentbereich sowie eine Erholung der bereinigten EBITA-Marge auf mindestens ca. 15 % erwartet. Langfristig soll die EBITA-Marge in den bisherigen Zielbereich von 16-20 % ansteigen.

 

Umsatz nach strategischen Geschäftsbereichen

Angaben in Mio. Euro 6 Monate
2025/26
6 Monate
2024/25
Veränderung zum Vorjahr % Veränderung
zum Vorjahr % (währungsbereinigt)
Ophthalmology 753,8 808,2 -6,7 -4,2
Microsurgery 237,2 242,3 -2,1 +1,8
Gesamtkonzern 991,0 1.050,5 -5,7 -2,8

 

Umsatz nach Regionen

Angaben in Mio. Euro 6 Monate
2025/26
6 Monate
2024/25
Veränderung zum Vorjahr % Veränderung
zum Vorjahr % (währungsbereinigt)
EMEA 345,9 330,2 +4,8 +5,6
Americas 247,1 278,1 -11,1 -3,5
APAC 397,9 442,2 -10,0 -8,6
Gesamtkonzern 991,0 1.050,5 -5,7 -2,8

 

 

Weitere Informationen zu unserer Veröffentlichung und zur Analysten-Telefonkonferenz zu den Ergebnissen für das erste Halbjahr des Geschäftsjahres 2025/26 finden Sie auf

https://www.zeiss.de/meditec-ag/investor-relations/finanzkalender/telefonkonferenzen.html

 Ansprechpartner für Investoren und Presse

Sebastian Frericks

Head of Group Finance & Investor Relations

Carl Zeiss Meditec AG

Tel. 03641 220-116

E-Mail: investors.med@zeiss.com
 

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[1] Im Wesentlichen USD und CNY, wobei der CNY aus deutschen Exporten resultiert, die in Fremdwährungen an das Vertriebsnetzwerk der ZEISS Gruppe fakturiert wurden

[2] Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen aus Kaufpreisallokationen auf immaterielle Vermögenswerte

[3] Europa, Naher Osten und Afrika

[4] Asien/Pazifik


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