Trump fordert 10 % Zinsdeckel für Kreditkarten – profitiert die Deutsche-Bank-Aktie?

Eine Hand, die eine Kreditkarte hält.

Donald Trump will Kreditkartenunternehmen dazu zwingen, die Zinsen für Kreditkartenschulden auf 10 % zu begrenzen. Damit sorgte er für Verunsicherung an den Märkten; amerikanische Bankenaktien rutschten zum Wochenstart ab. Die Deutsche-Bank-Aktie profitierte jedoch.

💡 Key Takeaways: Trump-Zinsdeckel & Banken-Check
  • Radikale Zins-Obergrenze: Donald Trump fordert eine Deckelung der Kreditkarten-Zinsen auf 10 % ab dem 20. Januar 2026, um die US-Verbraucher zu entlasten.
  • Druck auf US-Finanzwerte: Die Ankündigung löste Kursverluste bei US-Größen wie der Citigroup (-4,0 %) und JPMorgan Chase (-1,4 %) aus, da lukrative Zinsmargen im Konsumentengeschäft bedroht sind.
  • Deutsche Bank als Profiteur: Mit einem Kursplus von zeitweise 2,1 % trotzt die Aktie dem Trend. Analysten erwarten für 2025 einen massiven Nettogewinn von rund 5,9 Mrd. Euro.
  • Starke fundamentale Basis: Nach einer beeindruckenden Performance von fast 96 % im Jahr 2025 profitiert die Deutsche Bank von ihrem geringeren Engagement im riskanten US-Privatkreditmarkt.

US-Präsident Donald Trump hat eine Obergrenze von 10 % für Kreditkartenzinsen gefordert. Er setzte den Unternehmen eine Frist bis zum 20. Januar 2026 – dem Jahrestag seines Amtsantritts –, um seinen Forderungen nachzukommen. Die Grenze soll vorerst für ein Jahr gelten. Trump will damit die Lebenshaltungskosten der Amerikaner senken, von denen viele kaum Rücklagen haben und von Gehaltsscheck zu Gehaltsscheck leben. Das Vorhaben wurde in typischer Manier auf der Social-Media-Plattform Truth Social angekündigt: Er wolle nicht länger zulassen, dass die Bürger von Zinssätzen zwischen 20 % und 30 % „abgezockt“ werden.

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Betroffene Aktien geben nach

Laut Daten der Federal Reserve liegt der durchschnittliche Zinssatz für Kreditkarten in den USA derzeit tatsächlich bei rund 22 %. Auf die Nachfrage eines Reporters an Bord der Air Force One, was passieren würde, wenn die Unternehmen seiner Forderung nicht nachkämen, antwortete der Präsident: „Nun, dann verstoßen sie gegen das Gesetz.“ Er stellte schwerwiegende Konsequenzen in Aussicht.

Allerdings existiert bisher kein entsprechendes Gesetz; ein präsidiales Dekret (Executive Order) allein reicht für einen solchen Markteingriff rechtlich kaum aus. Dennoch wird im Kongress bereits über einen überparteilichen Entwurf diskutiert, den unter anderem Bernie Sanders und Josh Hawley unterstützen.

Die Märkte reagierten dennoch prompt auf die Ansage: Die Aktien der großen US-Banken wie Citigroup (-4,0 %), JPMorgan Chase (-1,4 %) und Wells Fargo gaben am Montag deutlich nach. Auch die Anteilsscheine von American Express, Visa und Mastercard verloren merklich an Boden. Die Deutsche-Bank-Aktie hingegen trotzte dem US-Trend und legte am Montag zeitweise um 2,1 % zu.

Verunsicherung vor den Quartalszahlen

Diese Woche werden mehrere US-Banken ihre Zahlen zum abgelaufenen Quartal vorlegen. Den Anfang macht am heutigen Dienstag JPMorgan Chase. Die Deutsche Bank gewährt in rund zwei Wochen, am 29. Januar 2026, Einblick in die Bücher.

Analysten erwarten für die Deutsche Bank ein starkes Gesamtjahr 2025 mit Umsätzen in Höhe von rund 32,0 Mrd. Euro (nach 30,1 Mrd. Euro im Jahr 2024). Der Nettogewinn soll Schätzungen zufolge massiv auf rund 5,9 Mrd. Euro gestiegen sein. Für europäische Banken, die weniger stark im riskanten US-Konsumentenkreditgeschäft engagiert sind, könnten die Verunsicherung in den USA und die eigenen starken Zahlen der Startschuss für ein weiteres erfolgreiches Jahr sein. Die Aktie der Deutschen Bank hat bereits ein beeindruckendes Jahr hinter sich und verzeichnete 2025 eine Performance von fast 96 %.

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