Die Aktie des Orthopädietechnik-Weltmarktführers Ottobock wurde im Oktober am oberen Ende der Bookbuildingspanne zu 66 Euro platziert. Dabei galt das Unternehmen bereits vor rund 20 Jahren als Börsenkandidat. Der erste konkrete IPO-Anlauf scheiterte 2022 dann am schlechten Marktumfeld.
- Operatives Wachstum: Im ersten Halbjahr 2025 steigerte Ottobock den Umsatz um 94 Mio. Euro auf insgesamt 760 Mio. Euro.
- Ertragsperle Medtech: Das bereinigte EBITDA verbesserte sich im Vorjahresvergleich deutlich um 43 Mio. Euro auf 175 Mio. Euro.
- Herausforderung Verschuldung: Mit Verbindlichkeiten von 1,9 Mrd. Euro gegenüber nur 240 Mio. Euro Eigenkapital (Ende 2024) bleibt die Bilanzstruktur angespannt.
- Liquiditäts-Hürde: Der geringe Streubesitz von nur 14,7 % macht die Aktie für viele institutionelle Investoren aufgrund von Mindestquoten schwer investierbar.
- IPO-Erlöse: Von den 800 Mio. Euro Emissionserlösen flossen lediglich 100 Mio. Euro direkt in das Unternehmen für Zukäufe und Technologie.
Ottobock kommt aktuell auf eine Marktkapitalisierung von 4,7 Mrd. Euro. Der Streubesitz beträgt lediglich 14,7 %, was die Aktie für viele institutionelle Investoren unattraktiv macht, da sie häufig Mindestquoten von 20 % voraussetzen.
Ottobock entwickelt und produziert Prothesen, Gehhilfen, Rollstühle, Exoskelette sowie zunehmend digitale Lösungen. 2024 lag der Umsatz bei 1,6 Mrd. Euro. Im ersten Halbjahr 2025 stieg er im Vorjahresvergleich um 94 Mio. Euro auf 760 Mio. Euro, das bereinigte EBITDA verbesserte sich um 43 Mio. Euro auf 175 Mio. Euro.
Der Börsengang brachte insgesamt 800 Mio. Euro an Erlösen ein, wovon jedoch nur etwa 100 Mio. Euro an das Unternehmen flossen. Die zugeflossenen Gelder plant das Management in Zukäufe und Technologieinvestitionen zu stecken. Der Großteil des Emissionserlöses ging an die Altaktionäre. Dabei hätte das Unternehmen eine größere Kapitalspritze gut vertragen können. Denn Ende 2024 standen einem wirtschaftlichen Eigenkapital von 240 Mio. Euro Verbindlichkeiten von 1,9 Mrd. Euro gegenüber.
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Foto: © Ottobock




